Die ISOlogie

01.10.2015 09:00:00
Kaum ein Faktor in der Kamera bestimmt so sehr die Bildqualität wie die ISO-Einstellung. Aber woran soll man sich beim Einstellen der Empfindlichkeit orientieren?

Wer wird denn gleich so empfindlich sein? Ihr Sensor bestimmt. Aber das muss man eben auch erst mal einstellen. Nur wie? Wenn Fotografen eine Wertedebatte führen, dann geht es meist darum, bei welchen ISO-Werten sie noch mit ihrer Kamera glücklich sind. Wenn das Bild anders nicht möglich wäre, dann können wir nachts im Dunkeln auch mit kräftigstem Rauschen bei ISO 6400 leben, aber tagsüber freuen wir uns doch über rauscharme Bilder, die auch große Vergrößerungen erlauben.

ISO und ASA und DIN

Quelle: Kesberger

Früher war das einfach. Mit dem Einlegen des Films war die Entscheidung für die nächsten 36 Bilder gefallen. Der 400er war dann eben noch am mittagshellen Strand drin und mit dem 100er war abends bei Omas Geburtstag nicht mehr viel auszurichten. In der Digitalfotografie ist das anders. Da kann man sich vor jedem Bild neu entscheiden, wie kräftig die eingefangenen Lichtquanten verstärkt werden sollen. Dafür nehmen wir auch kleine Unschärfen in Sachen Begrifflichkeit in Kauf. Die International Standard Organisation ist nun wirklich nicht nur fürs Fotografieren zuständig und eigentlich gehört dazu stets noch die Angabe in DIN, etwa ISO 400/27°, sonst müssten es eigentlich 400 ASA heißen, aber die Zeiten lassen sich nicht mehr zurückdrehen. Das ISO-Rädchen schon.

ISO und Sensorgröße

Quelle: Kesberger
Ein ISO-Wert allein sagt noch gar nichts. Die eine Kamera lässt sich bei ISO 3200 noch wunderbar nutzen, die andere versagt schon jenseits der 400-Marke und fängt dann sehr frei an, die vorhandenen Bildinformationen zu interpretieren. Der wichtigste Faktor ist die Pixelgröße bzw. die Anzahl der Pixel in Relation zur Größe des Sensors. Aber auch die Architektur des Sensors bleibt nicht ohne Einfluss. CCD-Sensor mögen es nicht so hochempfindlich, während der Verzicht auf die Farbfilter in reinen Schwarzweißkameras die Empfindlichkeit um eine Stufe nach oben setzt. Auch die neuen BSI-Sensoren, die die komplette Vorderfront dem Licht zugänglich machen, reduzieren das Rauschen bei hohen ISO-Werten.

ISO-Stelldichein

Quelle: Kesberger

Es hilft alles nichts, aber Pauschalreisen in die ISO-Welt helfen nicht weiter. So muss jeder Fotograf bei seiner Kamera selbst herausfinden, mit welchen Werten er noch zurecht kommt. Die beste Qualität lässt sich mit der Nennempfindlichkeit des Sensors erzielen. Die liegt meist bei 200 und verbindet das geringste Rauschen mit dem größten Dynamikumfang. Noch niedrigere Einstellungen sorgen dann nur noch für längere Zeiten statt besserer Bilder. Wie hoch man drehen kann, hängt dann auch von der Signalverarbeitung ab. Ob man bei Micro-Four-Thirds bis 800 oder 1600, bei APS-C bis 1600 oder 3200 und im Vollformat gar bis 6400 geht, hängt vom persönlichen Geschmack genauso ab wie von der Frage, ob man statt der Kamera-JPGs sich lieber nicht etwas mehr Mühe im RAW-Konverter gibt. Dann lässt sich auch fein steuern, wie weit man das Bildrauschen zuungunsten scharfer Kanten reduzieren möchte. Nur der Kontrastumfang lässt sich nachträglich kaum noch retten was weg ist, ist weg.

ISO-Auto

Man kann die Frage nach dem ISO-Wert auch von der Kamera einstellen lassen. Nur werden dann die Bilder körniger als nötig, nur weil bei der Zeitautomatik noch Blende 11 eingestellt war. Schade. Am wichtigsten ist ei der Nutzung dieser Funktion, dass man zumindest die Grenzen selbst festlegt. Bis 800 darf dann beispielsweise die Kamera einstellen was sie will, darüber muss der Fotograf die Freigabe erteilen. Wobei es auch berühmte Fotografen gibt, die ganz bewusst mit der ISO-Automatik umgehen und statt der Empfindlichkeit die Zeit und Blende fixieren. Blende 4 und 1/125 haben in der Street Photography durchaus ihre Berechtigung das Licht regelt dann die ISO nach. Analog hätte es das nicht gegeben.

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