Die Geschichte des Designs

05.01.2017 09:00:00
Das Design ist von mehreren wichtigen Meilensteinen geprägt – beginnend bei der industriellen Revolution. LASERLINE reist mit Ihnen zurück in der Zeit.

Wir nehmen Sie im neuen Jahr mit auf eine Reise durch die Geschichte des Designs. Meilensteine wie die Industrialisierung, das Zeitalter des Bauhauses in Dessau, aber auch die Digitalisierung sind während der Tour unsere Fixpunkte. Wie hat sich Design entwickelt, welche Epochen waren prägend und wo stehen wir heute?

Die Zeit vor dem Design

Schließen Sie mit uns die Augen und begeben Sie sich auf eine Zeitreise durch die Designgeschichte in Deutschland. Der erste Halt unserer imaginären Zeitmaschine liegt im vorindustriellen Zeitalter. Die Menschen hatten noch keine Maschinen, um Werkzeug und andere Gegenstände herzustellen, alles wurde von Hand gefertigt. Design? Fehlanzeige. Jedes Stück sah eben so aus, wie es die Hände, die es gestaltet haben, erschaffen hatten. Praktische Aspekte standen im Vordergrund, nichts musste besonders schön sein, sondern nur eines: funktionell. Unsere Vorfahren verwendeten zum Bearbeiten von Stücken wiederum Werkzeuge, die sie auch selbst geschaffen hatten. Niemand wäre auf die Idee gekommen, dabei an Design zu denken. Es ging ums Leben – und ums Überleben.

Die Anfänge des Designs

Die Industrialisierung bringt die ersten Designer, oder vielmehr Gestalter, hervor.
Quelle: Martin Berk / Pixelio.de
Wir steigen zurück in unsere Zeitmaschine und springen ein Stück nach vorne, in die Zeit der Industrialisierung, denn jetzt wird es aus der Sicht des Designs langsam spannend. Die Industrialisierung begann in England in der zweiten Hälfte der 18. Jahrhunderts und verbreitete sich von dort aus nach Europa, Nordamerika, Asien und schließlich Lateinamerika. Ganz wichtig für die Entwicklung des Designs: Industrielle Prozesse verlangen einen Prototypen – ein Muster, nach dem weitere Exemplare angefertigt werden, seien es Bauteile oder Werkzeuge. Zunächst waren hier Künstler gefragt, die über räumliches Vorstellungsvermögen verfügten. In England bezeichnete man die Entwickler und Gestalter als „modeller“ – sie waren die ersten Designer im heutigen Sinne.

Der Modeller-Beruf verbreitet sich

Unsere Zeitmaschine bringt uns nun nach England, wir landen im Manchester des Jahres 1840. Mehr als 500 solcher „modeller“ arbeiteten in der Stadt, die noch heute von der Industrie geprägt ist. Wir schauen einem Modeller über die Schulter und erkennen, dass er zwar kreativ arbeiten kann, sich aber auch dem Fabriksystem und den Produktionsbedingungen unterwerfen muss. Der Modeller – später Designer – vermittelte zwischen den Welten der Kunst und der Industrie. Viele Modeller brachten nicht nur Erfahrungen im Kunsthandwerk mit, sondern waren Handwerker oder Architekten. Auch Ingenieure oder Theaterleute verdingten sich als Modeller. Der offene, interdisziplinäre Charakter tat ihrer Arbeit gut.

Kritik wird laut

Wir müssen dieses Mal nur gut zehn Jahre in der Zeit springen, um andere, kritische Stimmen zu hören. 1851 fand die erste Weltausstellung in England statt, die „Great Exhibition“. Sie geht zurück auf Henry Cole, Herausgeber der Zeitschrift „Journal of Design“, der mit Kritik an seinen Zeitgenossen hinsichtlich des Designs nicht sparte. Die internationale Schau der Produkte sollte den „Geschmacksverirrungen“ entgegen wirken. Aus ihr resultierend wurde das Victoria & Albert Museum in London gegründet, das erste Designmuseum überhaupt.

Die Gegenbewegung

Mitte des 19. Jahrhunderts gewinnt das Handwerk wieder mehr an Bedeutung.
Quelle: Humeh / Pixelio.de
Nach einem weiteren Zeitsprung landen wir in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die „Great Exhibition“ ist lange vorbei – mit übrigens verheerenden Kritiken, was das ausgestellte Design betraf – und in England finden sich mehrere Künstler unter der Führung von William Morris zusammen. Sie proklamieren die vorindustrielle Zeit als Ideal, nennen gar das Mittelalter als Vorbild. Ihre Ausstellungen trugen den Namen „Arts and Crafts“, Kunsthandwerk und das Handwerk wurden wieder mehr geschätzt. In diesem Milieu, geprägt von einer neuen Achtung des Handwerks, aber auch der Suche nach einem neuen Designstil, entwickelten sich Künstlerpersönlichkeiten wie Peter Behrens, Josef Hoffmann oder Henry van de Velde.

„Lebensreform“ in Deutschland

Ohne die Zeit zu wechseln, sehr wohl aber den Ort, kommen wir mit unserer Zeitmaschine nach Deutschland. Um 1900 blühte hierzulande die Subkultur der „Lebensreform“ und mit ihr Phänomene wie der Ausdruckstanz oder das moderne Design. Künstler gründeten Werkstätten und besannen sich darauf, das Wohnen durch Einrichtungsgegenstände zu vereinfachen. Besonderer Bekanntheit erlangten es die Deutschen Werkstätten Dresden. Richard Riemerschmid hatte es sich zum Ziel gemacht, industrielle Produktion und künstlerischen Anspruch zu vereinen. Peter Behrens, Gründungsmitglied des „Deutschen Werkbunds“ war später bei AEG beschäftigt und entwickelte das erste Konzept einer modernen Corporate Identity.

Das Bauhaus in Dessau

Die Gestaltungsrichtlinien vom Dessauer Bauhaus beeinflussen bis heute das moderne Design.
Quelle: Hartmut Demand / Pixelio.de
Nächste Station auf unserer Zeitreise ist Dessau 1926. Geprägt von „Arts and Crafts“ und der Werkstättenbewegung entstand mit dem Bauhaus eine Designschule, die bis heute Gestalter beeinflusst. Walter Gropius, erster Direktor, zog Persönlichkeiten wie Marcel Breuer oder den Maler Wassily Kandinsky an. Aber das Bauhaus beschäftigte sich auch mit der „industriellen Formgebung“, experimentierte mit Gestaltung und Farben und trug den Gedanken des modernen Designs in die Welt.

Die Neue Sachlichkeit

Wir reisen weiter ins Jahr 1930 und kommen mitten in einer Epoche an, die als „Neue Sachlichkeit“ Schlagzeilen gemacht hat. Einfache Grundformen und die industrielle Fertigung prägen diese Designzeit, die sich auch in der Zeitschrift Gebrauchsgraphik widerspiegelt. Zum Sinnbild wird die Weißenhofsiedlung in Stuttgart, der politische Anspruch des Sozialismus ist untrennbar mit dieser Periode verbunden. Auch das Projekt „Neues Frankfurt“ fällt in diese Zeit. Kurz danach beginnen jedoch beklemmende Jahre, nicht nur für den Bereich Design. Die Nationalsozialisten kommen an die Macht, verbieten das Bauhaus und sprechen Berufsverbote aus. Einige Gestalter, wie Ludwig Mies van der Rohe, emigrieren in die USA und beeinflussen dort das amerikanische Design.

Industrielle Gestalter

General Motors gründet in den 1950er Jahren die Abteilung „Kunst und Farbe“, um die Fahrzeuge optisch ansprechender zu gestalten und neue Kaufanreize zu schaffen. Das Prinzip der geplanten Obsolesenz soll dieses Vorhaben unterstützen.
Quelle: Andrea Kusajda/pixelio.de
Die USA sind zudem Vorreiter im Bereich „industrielles Design“. Die Überproduktion, vor allem in der Automobilbranche, macht dem Land zu schaffen, wie wir beim nächsten Zeitsprung sehen. General Motors ist eine der ersten Firmen, die eine Abteilung für „Kunst und Farbe“ gründen, um die Kraftfahrzeuge optisch ansprechend zu gestalten und auf die verschiedenen Geschmäcker der Kunden einzugehen. Andere Firmen greifen diese Idee auf. Die geplante Obsolesenz, auch eine Idee von General Motors, soll durch jährlich wechselndes Fahrzeugdesign den Absatz steigern – der Kunde möchte ja nicht im Vorjahrsmodell in seine Auffahrt einbiegen. In Amerika entsteht der erste Berufsverband: Die „Industrial Designers Society of America“. 1939 fand in New York die Weltausstellung statt, „stromlinienförmiges Design“ wird zum Trend der Zeit, das „New York Museum of Modern Art“ zum Tempel der Gestaltung.

Kulturelle „Umerziehung“

Wir nutzen unsere Zeitmaschine ein weiteres Mal und finden uns im Nachkriegsdeutschland wieder: Die Besatzungsmächte wollen Museen zur „kulturellen Umerziehung“ der Deutschen nutzen. Prominentes Beispiel dafür ist die Hochschule für Gestaltung Ulm, von den Amerikanern finanziert. Das Projekt wurde von einigen Intellektuellen unterstützt. Als stilbildend für das Design in Deutschland galten zu dieser Zeit die Vereinigten Staaten, doch auch Deutschland selbst verschaffte sich langsam wieder eine Stimme.

Skandinavische Akzente

Skandinavien mag beschaulich wirken, auf das internationale Produktdesign haben die schlichten nordischen Entwürfe aber großen Einfluss.
Quelle: Marion Granel / pixelio.de
Wenn wir das nächste Mal aus der Zeitmaschine steigen, tun wir das im Jahr 1954. Es ist der Start der Ausstellung „Design in Scandinavia“, bis heute eine der wichtigsten Ausstellungen im Bereich Design überhaupt. Die Ausstellung fand statt vom 20. April bis 16. Mai 1954 und wurde Vorreiter für viele ähnliche Projekte. Gezeigt wurden Sitzmöbel, Lampen und Glaswaren mit nordisch schöner Eleganz und Schlichtheit. Diese Objekte sollten großen Einfluss auf das Designverständnis jener Jahre haben. Noch heute sind einige der skandinavischen Möbelentwürfe aus den 1950er Jahren gefragte Designobjekte, Originale erzielen auf Auktionen Spitzenpreise.

Die „Gruppe Memphis“

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Laute Musik begleitet den nächsten Stop unserer Reise. Wir sehen die „Gruppe Memphis“ im Jahr 1981, sehen Tabus auch im Design fallen. Es ist eine Zäsur, ein Wandel hin zu mehr Oberflächlichkeit unter dem Zeichen des Lustprinzips und des Hedonismus’. Als Folge dessen entwickelte sich ein ganz eigener Lifestyle, Designmarken wie Rolex, Armani oder Gucci werden plötzlich zu Statussymbolen und Luxusgütern. Erst jetzt festigt sich der Begriff „Design“ und schlägt sich in der Sprache nieder.

Design heute

Die fortschreitende Digitalisierung beeinflusst das Design aller Alltagsdinge wesentlich.
Quelle: Tobias Zeller/pixelio.de
Der Begriff des „Lifestyles“ prägt unser Design heute nach wie vor. Design gilt als hochwertig, als Luxus, man zeigt mit Designobjekten, „was man hat“. Hinzu kommt, dass die Welt noch vernetzter wird, dass auch Designer immer enger zusammenarbeiten können. Design verbreitet sich heute global, nicht mehr nur regional. Stark beeinflusst wird es zudem von der Digitalisierung, dem vorerst letzten Meilenstein seit der Industrialisierung: Smartphones und Tablets, LEDs und Elektrofahrzeuge wie Tesla Model S oder BMW i8 beeinflussen den Alltag. Wir steigen aus der Zeitmaschine und kommen im Jahr 2017 an. Herzlich Willkommen!

 

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