Die Geschichte der Fotografie

06.08.2015 09:00:00
Können wir uns eine Welt ohne Fotos überhaupt noch vorstellen? Aber erst die Pioniere der Fotografie haben uns von dem Zwang befreit, zu zeichnen um zu zeigen.

Es ist ja nur ein Gerücht, dass man zu Beginn des 19. Jahrhunderts nicht fotografieren konnte, weil es noch keine Mobiltelefone gab. Die Fotografie ist nicht nur älter als das Telefon, sie stellt auch ein faszinierendes Stück Technikgeschichte dar, aus deren Anfängen wir viel für unsere künftigen Erfindungen lernen können. Die Frage ist immer die gleiche und der Weg zum Selfie war weit: Wie fasziniert man die ganze Menschheit?

Die Einzelteile

Quelle: Berger

Das erste fotografische Verfahren wurde am 19. August 1839 veröffentlicht. Einerseits huldigen wir der Genialität der Erfinder, aber andererseits müssen wir auch fragen, warum das erst so spät geschah. Die Lichtempfindlichkeit von Silbersalzen war schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekannt. Die entstandenen Schwärzungen ließen sich nur noch noch nicht festhalten. Aber selbst die fixerende Wirkung des Thiosulfats war bekannt. Und Kameras gab es sowieso schon, nur dass die Mahler unter dem schwarzen Tuch mit dem Stift und einem Blatt Papier die Konturen auf der Mattscheibe nachfuhren. Das müsste doch auch einfacher gehen. Aber selbst ein Universalgenie wie Goethe fügte die losen Enden nicht zu einem fotografischen Bild zusammen.

Der Erste: Nicéphore Niépce

Quelle: Daguerre

Das älteste noch erhaltene Foto der Welt stammt von dem Franzosen Nicéphore Niépce aus dem Jahr 1826. Angesichts von acht Stunden Belichtungszeit zog er es vor, die Kamera ins Fenster seins Arbeitszimmers zu stellen. Aber nicht nur die Sonneneinstrahlung auf gegenüberliegenden Gebäudeteilen macht das Bild unwirklich. Auf der Asphaltplatte ist das Motiv nurmehr schemenhaft zu erkennen. So erlebte er seinen Ruhm nicht mehr. Die Zeitgenossen waren von seinen Bildern nicht begeistert und gegenüber den Wissenschaftlern wollte er seine Geheimnisse nicht preisgeben.

Der Vermarkter: Louis Daguerre

Quelle: Moffat

Auch die App überzeugt nur, wenn der Käufer sofort sieht, was er davon hat. Das wusste auch Daguerre. Schließlich hatte er in Paris schon in seinem Diorama die Massen begeistert. Aber in seinen fotografischen Versuchen kam er nicht weiter. Also schloss er mit Niépce einen Vertrag, gemeinsam an der Erfindung zu arbeiten. Trotzdem hat es Daguerre durchaus verdient, seine Namen dem 1839 veröffentlichten Verfahren allein zu geben. Die Daguerreotypie war ein Unikatverfahren. Durch die Entwicklung mit Quecksilber zwar nicht ganz ungefährlich, aber das hier erstmals angewandte Prinzip hat sich bis ins Digitalzeitalter gehalten. Vor allem waren die Aufnahmen brillant und scharf. Sie begeisterten Wissenschafter, Künstler und den König. So wurde die Fotografie zu einem der ersten Open Source Projekte: Gegen eine Leibrente für Louis Daguerre und den Sohn des schon verstorbenen Niépce wurde der Menschheit die Fotografie zum Geschenk gemacht.

Der Verärgerte: Henry Fox Talbot

Daguerre schaffte es, bis zum eigentlichen Release über ein halbes Jahr die –ffentlichkeit durch die Presse und das Raunen der Multiplikatoren, denen er schon Bilder gezeigt hatte, auf das große Ereignis hin zu mobilisieren. Das versetzte dem englischen Gelehrten Talbot einen mittelschweren Schock. Er hatte doch auch schon die Fotografie erfunden und dann beiseite gelegt. Doch als er merkte, wie sehr sich Verfahren unterschieden und wie wenig seine deutlich weniger scharfen Papierbilder die Betrachter fesselten, legte sich sein „rger auch wieder. Dafür gebührt ihm der Ruhm der Nachwelt. Während die Daguerreotypie eine Sackgasse der Fotogeschichte war, hatte das Positiv-Negativ-Verfahren Talbots den richtigen Weg eingechlagen, der zahlreiche weitere Erfinder einlud, das Verfahren Schritt für Schritt zu verbessern. Aber das ist eine andere Geschichte.

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