Die Garamond im Schriftporträt

24.08.2017 09:00:00
Sie ist beliebt und hat eine bewegte Geschichte: die Garamond, entworfen bereits im 16. Jahrhundert. Heute steht sie für einen ganzen Schrifttypus.

Kaum eine Schriftart hat so eine lange Geschichte wie die Garamond. Doch gibt es „die eine“ Garamond wirklich? Mehrere Fonts schmücken sich heute mit diesem Namen, hinzu kommen weitere Verwandte unter eigener Bezeichnung. Fest steht, dass die Garamond nach wie vor beliebt ist, was vor allem an ihrer hervorragenden Lesbarkeit liegt.

Die Geschichte der Garamond

Die Garamond, entwickelt von Claude Garamond, wird bereits seit dem 16. Jahrhundert verwendet. Sie hat ihre Ursprünge im Buchdruck und hatte einen großen Einfluss auf die Schriftentwicklung. Viele Antiqua- und Kursiv-Schriften wurden von der Garamond geprägt.

Diese Entwicklungsgeschichte ist aber auch der Grund, warum es heute so viele Nachbildungen, Plagiate und an die Garamond angelehnte Schriftarten gibt. Dadurch ist nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich, welches die „richtige“ Garamond ist.

Claude Garamond

Claude Garamond (1480-1561) entwickelte Schriften, die in seiner Epoche stilbildend für in Druckereien in ganz Europa waren.
Quelle: Wikimedia Commons
Der Schriftgestalter Claude Garamond (oder Garamont) lebte von 1480 bis 1561 in Paris. Die nach ihm benannte Schrift Garamond hatte er etwa um das Jahr 1540 entwickelt, nachdem er bereits verschiedene Antiqua-Schriften gestaltet hat.

Seine Schriften waren stilbildend in Druckereien in ganz Europa. Von 1539 an betrieb Claude Garamond seine eigene, erfolgreiche Schriftgießerei. Die Originalstempel und Originalmatrizen der Garamond-Schriftart kann man heute noch im Antwerpener Plantin-Moretus-Museum und in der Imprimerie Nationale in Paris anschauen.

Die ursprüngliche Garamond

Mehrere Schriftschnitte der Stempel Garamond sind hier zu sehen.
Quelle: Linotype
Durch die Entwicklung im 16. Jahrhundert und die naturgemäß erst später erfolgte Digitalisierung ist bis heute nicht eindeutig geklärt, bei welcher Schriftart es sich um die eigentliche Garamond handelt. Gemeinhin gilt die Stempel Garamond, die mittlerweile zur Linotype-Bibliothek gehört, als ursprünglichste Garamond.

Die Originaldrucke aus vergangenen Zeiten dienten der Stempel Garamond als Vorbild. Betrachtet man die Schriftcharakteristika, so kommt die Sabon von Jan Tschichold der ursprünglichen Garamond ebenfalls besonders nahe.

Verwandte Schriften

…und der Schriftart Sabon im Vergleich.
Quelle: Linotype
Zu den Fonts, die ähnlich der Garamond aufgebaut sind, zählen die Adobe Garamond, die Schriften der Sabon-Familie, die Amsterdamer Garamond, die Garamond Classico, die Simoncini Garamond oder die ITC Garamond Handtooled.

Fast alle bekannten Schriftdesigner haben sich in ihrer Laufbahn früher oder später mit der Garamond auseinander gesetzt und teilweise eigene, auf ihr basierende Schriften, konzipiert. Das macht das Original zu einer der interessantesten und beliebtesten Schriftarten überhaupt.

Schriftcharakteristik

Nach DIN 16518 zählt die Garamond zur Gruppe II der französischen Renaissance-Antiquas. Die Beinert-Matrix führt sie in der Gruppe 1, Untergruppe Französische Renaissance-Antiqua. Die Schriften der Garamond-Familie eignen sich vor allem für Bücher und für lange Texte wie beispielsweise in Broschüren. Sie gelten durch ihren fließenden Charakter als sehr gut lesbar – was Claude Garamonds Schriften auch nach vielen Jahrhunderten so aktuell macht wie in früheren Zeiten.

 

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