Die Freihandgrenze

11.09.2014 09:00:00
Bis zu welcher Belichtungszeit man die Ruhe selbst ist

Jetzt aber ganz tief durchatmen. Vom Stativ ist alles einfach, aber wer die Kamera in der Hand hält, kann selbst bei größter Seelenruhe keine zu langen Zeiten halten, will meinem damit noch zu scharfen Fotos kommen. Aber wo ist die Grenze zwischen scharf und unscharf und wie lässt sie sich beeinflussen? Die dem zu Grunde liegende Regel ist eigentlich ganz einfach. Eigentlich.

Die Regel

Quelle: Kesberger

Die Faustregel kennen erfahrene Fotografen schon aus der Analogfotografie. Die längste Zeit, mit der man noch zu verwacklungsfreien Aufnahmen kommt, liegt beim Kehrwert der Brennweite. Da die sich nicht immer einstellen lassen, greift man dann am Zeitenwahlrad sicherheitshalber zur nächstkürzeren Zeit, d.h mit einem 200 mm Teleobjektiv sollte man sich und dem Betrachter keine längeren Zeiten als 1/250 s zumuten. Es empfiehlt sich für diese Faustformel immer die Kleinbildäquivalentbrennweite heranzuziehen. Wer also mit einem 2,0/50 mm bei Micro Four Thirds mit Cropfaktor 2,0 fotografiert, sollte 1/125 nicht unterschreiten.

Die Grenzen

Quelle: Kesberger

Wer die Formel mit ruhigem Gewissen anwenden möchte, sollte seine persönliche Freihandgrenze im Weitwinkelbereich nicht weiter ausdehnen. Ein 15 mm Superweitwinkel kann theoretisch auch bei 1/15 s noch eingesetzt werden, aber da ein solches Objektiv meist extrem viele Details zeigt, wirken die in der Praxis oft schneller unscharf. Da ist die 1/30 s schon mutig genug. Wobei für alle Zeiten gilt: Verwackeln ist menschlich, während der eine Fotograf generell eine sehr ruhige Hand hat, kann der andere seine Nervosität auch am Auslöser nicht anlegen. Was dem Yogi seine 1/8 s ist dem Hektiker seine 1/125 s. Logisch, das ein frisch bestiegener Dreitausender mit Schnappatmung dem ruhigen Auslösen eher im Wege steht. Also tief durchatmen.

Die Schärfe

Scharf oder unscharf lässt sich leider nicht immer so scharf abgrenzen, wie wir es gerne hätten. Wird das Bild nicht sonderlich stark vergrößert, fallen ganz leichte Wackler auch nicht in Gewicht. Die ganze Liebesmüh ist allerdings vergeblich, wenn die Kamera zwar ruhig bleibt, nicht aber das Motiv. Die Fußballreportage mit der 1/60 s braucht schon einen langweiligen Sommerkick, um keinen verwischten Aufnahmen zu erzeugen.

Die Gegenmittel

Das sicherste Gegenmittel ist natürlich seit den allerersten Fototagen als an Freihandaufnahmen noch nicht zu denken war ein stabiles Stativ. Aber auch für die Bilder aus der hohlen Hand haben die fleißigen japanischen Ingenieure mit Bildstabilisatoren im Gehäuse (wie z.B. bei Olympus oder Pentax) oder Objektiv (z.B. Canon, Nikon, Panasonic) eine Lösung gefunden. Wenn der Sensor entgegen wackelt, ist danach theoretisch alles scharf. Praktisch lässt sich so die Freihandgrenze oft um zwei bis drei Stufen verschieben. Was ein Einbeinstativ allerdings auch leisten kann. Mittlerweile hat sich sogar Photoshop der Verwacklungsunschärfe angenommen. Der entsprechende Filter grenzt an Zauberei und funktioniert erstaunlich gut. Besonders wenn das Bild nicht so stark vergrößert wird.

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