Die Bibel mit dem Blocksatz

21.09.2017 09:00:00
Die Gutenberg-Bibel vereint gleiche Wortabstände mit dem Blocksatz. Wie hat der Erfinder des Buchdrucks das geschafft? Was wir von ihm lernen können, beschreiben wir in diesem Artikel.

Blocksatz und ein immer gleicher Wortabstand schließen sich aus. Eigentlich. Dass es auch anders geht, hat das erste gedruckte Buch der Welt bewiesen: die Gutenberg-Bibel. Johannes Gutenberg hat es geschafft, das Buch im Blocksatz zu setzen und gleichzeitig die Wortabstände gleich zu halten. Dazu griff er zu einem raffinierten Trick.

Die Gutenberg-Bibel

Noch heute ist die Gutenberg-Bibel ein Beleg der Kunst ihres Schöpfers Johannes Gutenberg.
Quelle: Wikimedia Commons
42 Zeilen pro Seite weist die Gutenberg-Bibel auf. Deswegen nennt man sie auch „B42“. Johannes Gutenberg fertigte sie in seiner Mainzer Werkstatt zwischen den Jahren 1452 und 1454.

Rund 180 Exemplare wurden hergestellt; 150 auf Papier und 30 auf Pergament. Die Gutenberg-Bibel wurde auf Latein mit handschriftlichem Charakter gedruckt und umfasst zwei Bände.

Der Satz

Die Gutenberg-Bibel hat einen Satzspiegel in einer Größe von rund 19,5 x 29 Zentimetern mit zwei Spalten. Gedruckt wurde im Blocksatz, allerdings ist der Wortabstand immer gleich. Das ergibt ein sehr harmonisches Gesamtbild, das noch heute Maßstäbe setzt.

Sein raffinierter Trick: Gutenberg verwendete unterschiedlich breite Lettern, Ligaturen und Abkürzungszeichen. Das „e“ beispielsweise gibt es in 20 verschiedenen Breiten. Insgesamt kamen beim Satz 290 Varianten zum Einsatz: 47 Großbuchstaben, 63 Kleinbuchstaben, 92 Abkürzungszeichen, 83 Ligaturen und 5 Interpunktionszeichen.

Unregelmäßigkeiten

Einige wenige Seiten fallen bei der Gutenberg-Bibel aus der Rolle: 16 Seiten weisen nur 40 Zeilen auf, eine Seite 41 Zeilen. Allerdings ist die Erklärung einfach: Es wurden jeweils Durchschüsse entfernt, um wertvolles Papier und Pergament zu sparen.

Wenige Seiten erhalten rote Auszeichnungen. Allerdings war der Arbeitsaufwand zu hoch, so dass es bei dem Versuch geblieben ist. Er ist jedoch ein Beleg dafür, dass Johannes Gutenberg konstant daran arbeitete, das Druckverfahren weiterzuentwickeln.

Herstellung

Johannes Gutenberg (ca. 1400 - 1468)
Quelle: Wikimedia Commons
Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse, wie genau die Gutenberg-Bibel hergestellt wurde, doch über mehrere Quellen können Rückschlüsse gezogen werden.

Am Anfang haben vermutlich vier Setzer, später zwei mehr an der Herstellung gearbeitet, für die zwei „Druckmaschinen“ verwendet wurden. Insgesamt wurde zwei Jahre gedruckt, die Nachbearbeitung hat jedoch weitere Zeit in Anspruch genommen.

Vermutlich wurde die Druckphase im August 1456 abgeschlossen – und mit ihr der Blocksatz mit variablen Buchstabenbreiten.

Fazit

Gutenberg war es nicht nur wichtig, die Bibel zu drucken, zu vervielfältigen und so vielen Menschen Zugang zu ihr zu gewähren. Er wollte außerdem ein möglichst harmonisches Gesamtbild schaffen.

Die Bibel sollte zudem so gedruckt werden, dass sie im dämmerigen Licht einer Kirche gut gelesen werden kann. Das Orientieren an den Bedürfnissen des Lesers sollte Gestaltern bis heute ein wichtiges Anliegen sein. Auch in dieser Hinsicht war Johannes Gutenberg ein Vorbild.

 

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