Der richtige Tabellensatz

20.04.2006 09:00:00
Erfahren Sie alles über typografische Richtlinien, Tabellenkomponenten, Tabellenaufbau, Fußnoten, mehrseitige Tabellen und den Unterschied zum Reihensatz ...

Ob technische Dokumentation, Fachbücher oder einfach nur der das Inhaltsverzeichnis einer Zeitschrift - Tabellen sind aus der heutigen Typografie der besseren Übersichtlichkeit halber nicht mehr wegzudenken. Doch welche Richtlinien sollte man beim Satz einer Tabelle beachten? Nutzt man besser einen Reihensatz oder eine Tabelle? Wie baut man diese auf, was gehört wie an welche Stelle und wie unterteilt hinein? Erfahren Sie alles über gedrehte Tabellen, Fußnoten, mehrseitige Tabellen oder einfach nur die Grundlagen der einzelnen Tabellenkomponenten aus typografischer Sicht und werden Sie satzsicher!

Wozu Tabellen?

Zahlenkolonnen zu lesen ist mühsam, doch nicht nur bei langen Zahlenreihen ist der Einsatz von Tabellen empfehlenswert - auch Inhaltsverzeichnisse, Listen, Rechnungen, Gliederungen und vieles mehr lässt sich in einer Tabelle einfach übersichtlicher und besser beschreiben, als in einem fortlaufenden Text. Deshalb und weil uns der Computer diese Möglichkeit mit in den Satzprogrammen integrierten Tabelleneditoren relativ problemlos zur Verfügung stellt, findet die Tabelle heutzutage einen vielfältigen Einsatz. Nicht nur technische Dokumentationen, wissenschaftliche Berichte oder Sachtexte können mit Tabellen aufgelockert und für den Leser besser erfassbar gemacht werden. Auch bei Inhaltsverzeichnissen, Bildreihen oder anderen "Gliederungen" ist die Tabelle geeignet.

Reihensatz oder Tabelle?

Doch erst mit der Einführung von Tabelleneditoren in den jeweiligen Satzprogrammen wurde das leichte Erstellen einer Tabelle überhaupt möglich. Zuvor musste man sich entweder der Bogenmontage oder des Reihensatzes bedienen. Auf dem fertigen Druckprodukt ist der Unterschied nicht mehr ersichtlich. Im Satz aber erschwert der Reihensatz, bei welchem die einzelnen Tabellenkomponenten durch Tabulatoren voneinander getrennt werden, mitunter die Erstellung einer Übersicht. Denn Tabulatoren sind nicht immer fest an einer Stelle gesetzt, so dass es bei der Ausbelichtung der fertigen Datei zu Verschiebungen der Reihe kommen kann, die im Druckbild dann unschön wirken. Deshalb nutzt man heutzutage nur bei kleinen Reihen noch den Reihensatz und eine Ausrichtung mit Leerzeichen, die immer vom verwendeten Schriftgrad abhängen, ist grundsätzlich tabu!

Tabellenaufbau: Was wohin?

Die Tabelle teilt sich dabei in unterschiedliche Abschnitte auf, die es jeweils zu bestücken gilt. Die Überschrift bzw. der Tabellentitel steht dabei über der Tabelle und gibt deren Bestimmung an. Im Tabellenkopf hingegen wird die Funktion der Spalten beschrieben. Dieser ist meist hinterlegt oder anderweitig, z.B. durch eine fette Auszeichnung, hervorgehoben. Im Tabellenkopf sollten vor allem kurze Titel genutzt werden und Maße oder Einheiten sind dort anzugeben. Passt die Schrift nicht in den jeweiligen Abschnitt, kann man diese auch rotieren lassen. Hierbei sollte jedoch die Laufrichtung immer von unten nach oben und der besseren Lesbarkeit halber der Winkel zwischen 45° und 60° liegen. Der Tabellenfuß hingegen gliedert sich wiederum in eine Vorspalte und eine Hauptspalte. In der Vorspalte wird der Zeileninhalt beschrieben, wohingegen die Hauptspalte die tatsächlichen Tabellenwerte beinhaltet.

Optische Gliederung: Linien oder nicht?

Unterteilt werden die Spalten, die man auch Kolonnen nennt, meist durch Linien. Allerdings sollten diese sparsam und nur zur Verbesserung der Lesbarkeit eingesetzt werden. Eine optische Gliederung der Tabelle kann auch durch einen Weißraum oder Farb- und Rasterflächen erfolgen. Eventuell ist bei kleineren Tabellen auch nur ein Wechsel der Schriftauszeichnung notwendig, um die Spalten jeweils voneinander abzugrenzen. Allerdings sollten vor allem lange und sehr breite Tabellen nochmals durch ein Liniengitter oder eine Farbfläche unterteilt werden. Bei einer Farbfläche als Untergliederungsmittel sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Kontrast zur verwendeten Schrift noch ausreichend vorhanden ist. Auch Linien sind hiervon betroffen, da zu dicke Linien von der Schrift eher ablenken als diese besser lesbar zu machen. Zudem sollte der Abstand des Untergliederungsmittel (Linie oder Flächenrand einer hinterlegten Fläche) mindestens ein Halbgeviert betragen, also die halbe Breite des quadratischen Raumes, die dem Schriftgrad in der Höhe beträgt. Bei den meisten Schriften entspricht dies der Breite des Zeichens "n".

Lineaturbezeichnung

Linienname

Funktion

Kopf- und Fußlinie

schließt Tabelle oben und unten ab

Halslinie

trennt Tabellenkopf und -fuß

Unterteilungslinien

trennt Reihen und Spalten voneinander

Randlinien

schließt Tabelle rechts und links ab

Satz in der Tabelle

Hat man sich für den richtigen Tabellenaufbau entschieden und weiß, was in welche Spalte und Reihe eingesetzt werden soll, muss auch der Tabelleninhalt typografisch ansprechend gesetzt werden. Hierzu sollte im Tabellenfuß die Werkschrift eingesetzt werden. Der Tabellenkopf hingegen kann im Schriftgrad wegen seiner meist fetten Auszeichnung ein wenig kleiner gesetzt werden. Ist die Tabelle sehr umfangreich kann die Schriftgröße auch verringert werden, jedoch sollte dies dann für alle im Dokument vorkommenden Tabellen ebenfalls angewendet werden und die Schriftgröße nie unter 7 Punkt betragen. Nutzen Sie beim Tabellensatz zudem immer das Prinzip der Einfachheit. Ist beispielsweise in einer Aufzählung von Bekleidungsstücken ein Rock in mehreren Farben erhältlich, listen Sie nur diesen und anschließend die entsprechenden Farben auf. Durch das zusammenfassen identischer Bereiche kann so die Übersichtlichkeit der Tabelle erhöht werden. Bei der Ausrichtung der Spalteninhalte sollten Sie zudem wie folgt vorgehen:

Spalte bzw. Zeile

Ausrichtung

  1. Spalte

meist links, weil sie optisch den Rand definiert

Zahlenspalten

am Dezimalzeichen oder rechts ausgerichtet

Schmale Spalten

zentiert bzw. axial gesetzt für gutes Bild kurzer Informationen mit unterschiedlicher Breite

Breite Spalten

gleiche Ausrichtung von Tabellenkopf und Spalte betont die Ausrichtung

Besonderheiten

Auch bei Tabellen kann es jedoch zu Besonderheiten kommen. Gerade sehr komplexe Aufzählungen können über mehrere Seiten gehen oder müssen auf dem Dokument gedreht gesetzt werden. Hier gilt es ebenfalls, gewisse typografische Regeln zu beachten, will man den Leser nicht verunsichern.

Mehrseitige Tabellen
Muss eine Tabelle über mehrere gedruckte Seiten fortgeführt werden, muss vor allem der Tabellenkopf auf jeder Seite wiederholt werden, damit der Leser nicht die Übersicht verliert. Zudem kann man zur optischen Unterstützung des Leseflusses die Fußlinien der Tabelle weglassen, wenn eine Folgeseite kommt und erst am Ende der Tabelle die Fußlinie setzen. Ebenso kann man mit der Kopflinie vorgehen.

Gedrehte Tabellen
Muss eine Tabelle gedreht werden, um sie noch auf die Seite zu bekommen, sollte vor allem beachtet werden, dass der Text immer vom unteren Seitenrand nach oben laufen sollte, da der Leser den Kopf lieber nach links als nach rechts beim Lesen neigt. Da der Tabellenkopf zudem am Bund des Dokuments harmonischer als am Außenrand erscheint, sind gedrehte Tabellen am besten auf rechten Seiten zu platzieren. Benötigen Sie für die Tabelle jedoch nicht die gesamte Seite, können Sie diese in die optische Mitte der Seite setzen, um sie harmonisch in das Gesamtdokument einzufügen.

Fußnoten
Eine letzte Regel betrifft die Fußnoten und Anmerkungen zu Tabelleninhalten. In der Typografie einigte man sich darauf, dass diese immer an den unteren Rand der Tabelle oder in die letzte Reihe gesetzt werden. Diese Konvention erleichtert dem Leser das Suchen der Anmerkungen und sollte deshalb auch nicht gebrochen werden. Die Tabellenfußnote ist also als Teil der Tabelle zu sehen und wird nicht in den Fließtext oder in dessen Fußnoten mit eingearbeitet.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!