Der richtige Mehrwertsteuersatz

03.05.2012 09:00:00
Hierzulande gibt es zwei Mehrwertsteuersätze: sieben und 19 Prozent. Wann gilt welcher Steuersatz für Designer?

Alle selbstständigen Grafiker und Designer, die nicht als Kleinunternehmer gelten, müssen auf ihren Rechnungen die Mehrwertsteuer ausweisen. Das kann für Verwirrung sorgen: Für welche Leistungen muss man sieben Prozent Mehrwertsteuer verlangen, für welche 19 Prozent? Das Umsatzsteuergesetz regelt die Sätze genau.

Wer gilt als Kleinunternehmer?

Quelle: Katharina Bregulla Pixelio.de

Von der Umsatzsteuer befreit sind Kleinunternehmer, die nur einen geringen Umsatz erwirtschaften. Sie müssen keine Umsatzsteuer einziehen, können aber auch keine Vorsteuer von anderen Rechnungen abziehen. Wer im vorangegangenen Kalenderjahr inklusive Umsatzsteuer nicht mehr als 17.500 Euro erwirtschaftet hat und im laufenden Kalenderjahr vermutlich nicht mehr als 50.000 Euro Umsatz erzielt, kann die Regelung für sich nutzen. Existenzgründer müssen den Umsatz für das erste und zweite Geschäftsjahr glaubhaft schätzen. Wird bereits im ersten Geschäftsjahr ein Umsatz von mehr als 17.500 Euro erzielt, kann man die Regelung im zweiten Jahr nicht mehr anwenden.

Der korrekte Steuersatz

Der reguläre Mehrwertsteuersatz in Deutschland beträgt mittlerweile 19 Prozent. Daneben gibt es jedoch den ermäßigten Steuersatz von sieben Prozent. Er kommt bei Grafikern nur in einem Fall zur Anwendung: bei der Überlassung von Nutzungsrechten. Alle Leistungen, die direkt in diesem Zusammenhang stehen, werden ebenfalls mit sieben Prozent besteuert. Nutzungsrechte kann man jedoch nur für Werke einräumen, die auch urheberrechtlich geschützt sind. Das ist bei Grafikern und Designern nicht immer der Fall. Werbegrafiken sind zum Beispiel nicht geschützt, wenn sie eine gewisse "Gestaltungshöhe" nicht erreichen. Dann können für sie auch keine Nutzungsrechte vergeben werden. Auskunft gibt im Zweifel das zuständige Finanzamt.

Mehrwertsteuer richtig ausweisen

Kommen bei einer Rechnung beide Mehrwertsteuersätze zur Anwendung, müssen sie getrennt voneinander ausgewiesen werden. Wird die Leistung für einen Auftraggeber im Ausland erbracht und somit "exportiert", wird keine Umsatzsteuer berechnet, wenn der Auftraggeber im Empfängerland eine Umsatzbesteuerung mit dem Steuersatz des Ziellands vornimmt. Dazu muss der Empfänger seine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Umsätze müssen dem Finanzamt immer mit dieser Nummer gemeldet werden.

Europäisches Recht

Die Umsatzsteuer ist auf EU-Ebene geregelt. Demnach muss jedes Mitgliedsland eine Mehrwertsteuer von mindestens 15 Prozent erheben, beim ermäßigten Satz müssen es wenigstens 5 Prozent sein. Vorläufer der Umsatzsteuer gab es bereits im 18. Jahrhundert. Sie stellt eine wichtige Einnahmequelle für den Staat dar. Die letzte Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland datiert vom 1. Januar 2007. Damals stieg der allgemeine Satz von 16 auf 19 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz wurde zuletzt am 1. Juli 1983 erhöht.

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