Der Haken mit dem Häkchen

07.07.2011 09:00:00
Apostrophen tauchen im Schriftbild immer häufiger auf – zum Teil mit kuriosen Auswirkungen. Wie man das „Häkchen“ richtig einsetzt, erfahren Sie hier.

Wie so oft ist das Englische Vorbild für ein um sich greifendes Phänomen: Der Apostroph wird hierzulande mittlerweile fast inflationär und oft völlig falsch gebraucht. Sowohl beim Einsatz, wie auch bei der typografischen Umsetzung sollte man sich an die Regeln der deutschen Sprache und Schriftsetzung halten.

Wann ist die Verwendung möglich?

Die Aufgabe des Apostrophs im Deutschen ist klar geregelt: Das „Häkchen“ ist ein Auslassungszeichen. Es kommt dann zum Einsatz, wenn ein Buchstabe weggelassen wird, beispielsweise bei der Formulierung „Wie geht’s?“ statt „Wie geht es“. In diesem Fall tritt es also an die Stelle des „e“ in „es“. Auch innerhalb eines Wortes kann man den Apostroph verwenden, Beispiel: „einz’ger“ statt „einziger“. Eine weitere Verwendung des Zeichens: Apostrophe markieren den Genitiv von Wörtern und Namen, die von Haus aus auf „s“, „ss“, „ß“, „tz“, „x“ oder „z“ enden, also „Julius’ Buch“ oder „Fritz’ Haus“.

Wann darf man den Apostroph nicht setzen?

Quelle: Dr. Meierhofer Wikimedia Commons

Quelle: Dr. Meierhofer
(Wikimedia Commons) Völlig falsch ist das etwas garstig „Deppen“-Apostroph genannte Zeichen, das die Genitiv-Form von Namen und Bezeichnungen darstellen soll, die nicht auf die oben genannten Buchstaben enden. Man muss nur einmal durch eine Stadt laufen – dort gibt es überall „Jakob’s Würstenbude“, „Simone’s Friseursalon“ oder „Inga’s Kleiderstübchen“. Noch krasser ist es, wenn die Pluralform fälschlicherweise mit einem Apostroph abgesetzt wird, zum Beispiel „Kleidung für Baby’s“ oder „CD’s im Angebot“. Angelehnt an die Genitiv-„s“-Regel werden auch Wörter, die auf „s“ enden, so behandelt. Auch das ist falsch. Es ist heißt nicht „Angebot des Monat’s“ und auch nicht „Montag’s Ruhetag“. Besonders schlimm wird es, wenn auch andere Buchstaben mit dem Apostroph abgetrennt werden wie das „Münchner Kind’l“.

Das korrekte Apostroph-Zeichen

Das typografisch korrekte Apostroph-Zeichen sieht aus wie ein höhergestelltes Komma. Deshalb nennt man es manchmal auch „Hochkomma“. Der Haken reicht also von rechts oben nach links unten. Manchmal werden Akzentzeichen als Aushilfs-Apostroph missbraucht. Das ist jedoch keine typografisch saubere Lösung. Oft bleibt als einzige Möglichkeit, den richtigen Apostrophen über ein Sonderzeichen in den Text einzufügen. Man setzt den Apostroph innerhalb eines Wortes ohne Leerzeichen oder andere Zwischenräume.

Hilfreiche Codes

Quelle: Adobe

Der Unicode-Zeichenwert für den Apostrophen lautet U+2019. Möchte man unter Windows per Tastatur einen korrekten Apostrophen erzeugen, so nimmt man die Tasten „Alt“ sowie „0146“. Unter Mac OS X die Wahltaste, die Umschalttaste sowie die Raute (#). Es gibt auch ein Ersatzzeichen, das über Unicode U+0027 aufgerufen werden kann. Die Tastenkombination für Windows lautet „Umschalttaste“ und Raute. Man sollte jedoch wo immer es geht den ersten, typografisch korrekten, Apostrophen verwenden und nicht den Ersatz.

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