Den Horizont erweitern

02.08.2012 09:00:00
Landschaftsaufnahmen leben vom Horizont. Je nachdem, wo dieser in der Aufnahme zu finden ist, entstehen ganz unterschiedliche Bildwirkungen.

Der Horizont markiert die Grenze zwischen Erde und Himmel. Daher ist er ein wichtiges Merkmal in der Fotografie – besonders bei Landschaftsbildern. Der Horizont kann durch die Mitte des Bildes laufen oder oberhalb bzw. unterhalb der Mitte angesiedelt sein. Je nach Lage des Horizonts entstehen verschiedene Eindrücke.

Die goldene Mitte?

Profifotografen vermeiden es meist, den Horizont durch die „goldene Mitte“ des Bildes zu legen. Der Grund ist simpel: Der Horizont teilt in diesem Fall das Bild in zwei genau gleich große Teile. Das ist erstens langweilig und zweitens wird so kein eindeutiger Schwerpunkt gesetzt. Ausnahmen bestimmen jedoch die Regel. Soll genau dieser Gleichklang im Fokus stehen oder sollen beispielsweise Spiegelungen auf einer Wasseroberfläche eingefangen werden, kann der Horizont in der Bildmitte durchaus sinnvoll sein.

Horizont über der Mittellinie

Liegt der Horizont höher als in der Mitte des Bildes, so dominiert die Erde und nicht der Himmel. Das kann eine gedrückte Stimmung hervorrufen. Andererseits steht so die Landschaft im Vordergrund. Bei dieser Bildaufteilung kommen zudem Perspektiven und Tiefeneindrücke besonders gut zum Tragen. Werden Straßen fotografiert, führt ihr Weg den Blick in die Ferne. Die Tiefenwirkung lässt sich noch steigern, wenn der Fotograf von unten nach oben fotografiert.

Horizont unter der Mittellinie

Bei dieser Art der Bildgestaltung nimmt der Himmel einen größeren Teil ein als die Erde. So entsteht der Eindruck von Weite. Dennoch muss der Betrachter klar erkennen können, welches Motiv der Fotograf herausstellen möchte – meist liegt es nämlich trotz der Dominanz des Himmels auf der „Erdebene“. Dann muss darauf geachtet werden, der Landschaft noch genügend Raum zu lassen.

Weitere Tipps

Der Horizont muss auf jeden Fall gerade durchs Bild laufen, sonst wird der Betrachter beim Anschauen des Bildes seekrank. Zwar kann man hinterher am Rechner mit Bildbearbeitungsprogrammen schiefe Ebenen gerade rücken, die geplante Wirkung der Aufnahme kann dabei jedoch verloren gehen. Einfacher ist es, gleich beim Fotografieren auf gerade Linien zu achten. Vor allem spiegellose Systemkameras sind dafür häufig auch mit einer Wasserwaage ausgestattet. Wasserwaagen aus Acryl kann man natürlich auch ganz analog zum Aufstecken für den Zubehörschuh im Fotohandel käuflich erwerben. Dann erleichtert ein Stativ das Fotografenleben ungemein. Die hier genannten Ratschläge gelten sowohl für das Quer- als auch für das Hochformat. Manche Eindrücke, beispielsweise extrem hohe oder tiefe Horizontlinien, lassen sich durch das Hochformat noch verstärken.

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