Das WYSIWYG-Märchen

10.08.2005 09:00:00
Warum Softproofs nur ein annähernd farbverbindliches Ergebnis liefern und einzig Papierproofs realtitätsnahe Farben wiederspiegeln ...

"What you see is what you get" (WYSIWYG) ist eine im Publishing-Bereich oft gestellte Forderung an Grafikprogramme. Was bei Schriftdarstellung inzwischen gut umsetzbar ist, ist mit Farben kaum zu realisieren. Denn die Darstellung am Monitor und die unterschiedlichen Druckverfahren arbeiten mit grundverschiedenen Technologien. Die Monitordarstellung kann deshalb immer nur eine Annäherung an das spätere Druckergebnis sein und echtes WYSIWYG entpuppt sich schnell als Märchen.

Unterschiede bei Monitoren

Die Farbwiedergabe am Monitor kann immer nur annähernd dem Papier-Proof angeglichen werden. Gut geeignet hierfür ist hierzu die Monitorkalibrierung. Will man die Eigenschaften seines Monitors verbessern (=Kalibrierung), gilt es zunächst die Farbeigenschaften des Geräts zu erfassen (=Profilierung). Ein Monitor arbeitet immer im RGB-Farbraum, doch durch Umgebungslicht, die eingestellte Farbtemperatur (sie sollte 6500 Kelvin betragen) und Qualität des Monitors können sich die Farbräume zum Teil erheblich unterscheiden. Technologisch bedingt ist außerdem der LCD-Monitor-Farbraum kleiner, als der eines Röhrenmonitors. Nur hochwertige LCD-Bildschirme decken inzwischen die Standard-Farbräume (z.B. Adobe RGB) ab. Jedoch lässt die Farbdarstellung bei Röhrenmonitoren mit der Zeit schneller nach, als bei (guten) LCD-Bildschirmen. Dann ist eine erneute Profilierung früher erforderlich.

Richtige Monitorkalibrierung

Mit einer guten Kalibrierung des Monitors unter geeignetem Umgebungslicht kann man zumindest annähernd die spätere Farbwiedergabe auf dem Papier simulieren. Die hierzu notwendigen Profile erstellt man entweder per Hand, wobei eine nur ungenügende Annäherung möglich ist, oder man misst über eine spezielle Messsonde die Monitor-Farbwerte und gleicht mit spezieller Software Farbstiche oder Leuchtkraftverluste aus. Auf diese Weise erhält man den größtmöglichen Farbraum für den gemessenen Monitor. Akzeptable Ergebnisse erreicht man hierbei inzwischen bereits mit dem 299,- EUR teuren ColorVision Spyder2Pro, der eine präzise Kalibrierung und akkurate ICC Profile für Röhren- und Flachbildschirme liefert. Den Spyder2Pro erhalten Print&More-Kunden bei LASERLINE bereits für 150.000 Punkte.

Softproof mit ICC-Profilen

Nach erfolgreicher Monitorkalibrierung ist eine annähernde Simulation des Druckergebnisses am Monitor, der sogenannte Softproof, möglich. Standardisierte Farbprofile beschreiben dabei den reproduzierbaren Farbraum des entsprechenden Gerätes. Da LASERLINE sich an den neuen FOGRA-Standard hält, können wir die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative, www.eci.org), die auf diesem Standard basieren, für unsere Druckmaschinen empfehlen. Zur Simulation am Monitor können Sie in Photoshop nun das Druckprofil (z.B. ISO Coated) aktivieren. Dann wird, auch wenn das Bild noch im RGB-Modus ist, schon die Darstellung des späteren CMYK-Farbraum simuliert. In die Druckdaten an sich aber muss dieses Profil nicht eingebettet werden, da die Daten ja bereits auf der dem Softproof-Profil entsprechenden Druckmaschine und Papier ausgegeben werden und die Simulation hier unnötig ist.

Hardproof als sicheres Beurteilungskriterium

Dennoch kann eine Simluation immer nur eine Annäherung an das letztendliche Druckprodukt darstellen. Deshalb empfiehlt es sich, das zu erwartende Druckergebnis vor der endgültigen Drucklegung nochmal auf dem Papier direkt zu überprüfen. Dies kann durch einen auf die LASERLINE-Systeme abgestimmten Drucker in Ihrem Büro geschehen. Wie Sie Ihren Drucker auf unsere Systeme abstimmen, erfahren Sie bei uns unter Proofsystem Test. Besser jedoch ist die Erstellung eines sogenannten Digitalproofs. Dieser wird auf einem für die LASERLINE-Druckmaschinen abgestimmten Digitaldruckgerät erstellt und bietet eine relativ realitätsnahe Simulation des Endergebnisses. Die von Ihnen gesetzten Elemente stehen garantiert auch im Enddruck dort, wo Sie stehen und werden sich nicht mehr verändern oder verschieben.

Fazit

Selbst ein guter Monitor unter besten Bedingungen, also ohne Tageslichteinstrahlung und mit guten Röhren, kann ein Druckergebnis immer nur annähernd wiedergeben. Wichtig ist hierzu die richtige Monitorkalibrierung und die regelmäßige Wiederholung dieses Vorgangs. Sicherer - vor allem bei kritischen Farbdarstellungen - aber ist eine Prüfung mittels eines Digitalproofs, den Sie bei LASERLINE für alle individuellen Offsetdruckaufträge (ausgenommen Specials) inklusive erhalten. Wählen Sie hierzu einfach im OnlineShop den entsprechenden Punkt aus und rechnen Sie für die Erstellung und Versand bitte weitere 2 Arbeitstage ein, d.h. Sie müssen Ihren Druckauftrag mit Proof 2 Tage vor dem angezeigten Bestelltermin in Auftrag geben.

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