Das verschlungene Und

26.01.2012 09:00:00
„Ampersand“, „Et“, „Kaufmanns-Und“: Das Zeichen „&“ hat viele Namen. Wie ist es entstanden und wie setzt man es richtig?

Das typografische Zeichen "&" lädt Schriftgestalter und Designer zum Spielen ein: Es wird gern als Blickfänger gestaltet und erscheint oftmals in ungewöhnlichen Schriftformen. Die Ursprünge des "Et-Zeichens", wie es korrekt heißt, gehen dabei viel weiter zurück als man vielleicht vermuten mag.

Fast 2.000 Jahre alt

Quelle: Kimbar Wikimedia Commons

Das "Et-Zeichen" stammt aus der lateinischen Sprache und symbolisiert dort das Wort "et" für "und". Es lässt sich bereits für das erste Jahrhundert n. Chr. nachweisen - damals wurde das "&" in frührömischer Kursivschrift z.B. auf Papyrus festgehalten. Schreibt man die Buchstaben "et" zügig per Hand, so wird schnell klar, woraus die Form des Zeichens resultiert: Es ist eine Ligatur der beiden Buchstaben "ET" bzw. "et", die mittlerweile zu der typischen "Brezel" verbunden werden. Im Englischen ist der Begriff "Ampersand" gebräuchlich, der sich aus den Wörtern "and (&) per se and" zusammensetzt, die übersetzt etwas sperrig "(das Zeichen) & steht für (das Wort) und" bedeuten.

Wann darf es verwendet werden?

Der Gebrauch des "Et-Zeichens" ist klar geregelt: Es darf im Deutschen streng genommen nur bei Firmenbezeichnungen verwendet werden. Ansonsten sind für den Begriff "und" nur das ausgeschriebene Wort oder die Abkürzung "u." erlaubt. Nichtsdestotrotz dient das Zeichen "&" als Gestaltungselement und Blickfänger - allein durch seine Form lädt es nämlich zum Hinschauen ein. Man kann es deshalb beispielsweise wirkungsvoll in Überschriften platzieren.

Fast wie gemalt

Quelle: Linotype.com

Viele Schriftdesigner haben ihren Fonts außergewöhnliche "Et-Zeichen" mitgegeben. Durch die Ligatur bietet es sich an, das "&" kalligrafisch, wie geschrieben oder gemalt, zu gestalten. Jedoch ist das nicht immer sinnvoll: Wirkt das Zeichen zu abstrakt, so kann der Betrachter das Symbol nicht mehr entziffern. Schon bei so manchen "Et-Zeichen" wurde lange gerätselt, was der "Schnörkel" oder eben die berühmte "Brezel" nun zu bedeuten hat.

Das "&" in der IT-Welt

Im Unicode-Zeichensystem und im ASCII-Zeichensystem findet sich das "&" auf der Position U+0026 Ampersand. In HTML beziehungsweise XML wird das Zeichen so kodiert: & (hexadezimal), & (dezimal) und & (benanntes Zeichen). In URLs gilt die Abkürzung %26. Auf Computertastaturen hat das Zeichen nicht überall einen einheitlichen Platz: Auf deutschen Tastaturen liegt es über der Ziffer "6", auf englischen jedoch über der "7". Kann das "Et" nicht per Tastatur eingegeben werden, so kann man es in fast jeder Schrift über das Einfügen von Sonderzeichen integrieren.

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