Das ß zeigt Größe

12.04.2012 09:00:00
Bemühungen um ein Versal-„Eszett“ gibt es schon länger. Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Aus „ß“ wird „ss“, zumindest wenn es um Versalien geht: Das ist noch immer der Stand der Dinge rund um das „große Eszett“, das kein Bestandteil der deutschen Rechtschreibung ist. Doch es geht voran. Der Großbuchstabe gehört seit 2008 zum Unicode-Zeichensatz für Computer. Kommt also bald auch das Versal-Eszett in der gedruckten Form?

Versalform

Quelle: Gillian Wikimedia Commons

Das „ß“ ist ein besonderer Buchstabe in der deutschen Rechtschreibung: Es steht nie am Wortanfang, daher hat man lange Zeit kein Versal-Eszett benötigt. Typografisch und logisch wird es jedoch schwierig, wenn man ein ganzes Wort, das ein „ß“ enthält, in Großbuchstaben schreiben möchte. Dann muss das „ß“ in „SS“ aufgelöst werden. Früher war alternativ auch die Schreibweise „sz“ möglich. Beides sieht gerade bei Überschriften, auf Plakaten oder bei Eigennamen oft unschön aus und verfälscht das eigentliche Wort. Daher gibt es seit längerem Bestrebungen, ein Versal-Eszett einzuführen.

Lange Geschichte

Bereits seit 1879 gibt es Vorschläge, das Versal-Eszett einzuführen. Auch im „Duden“ von 1925 findet sich ein entsprechender Abschnitt. Dennoch konnte sich das „große Eszett“ bislang nicht durchsetzen. In einigen Fällen wird der Mischsatz verwendet, also das „kleine Eszett“ auch als Versal-Eszett benutzt, beispielsweise bei Pässen. Dort steht im nicht-maschinenlesbaren Teil für den Namen „Weiß“, der in Versalien zu „WEISS“ aufgelöst werden müsste, „WEIß“. Im maschinenlesbaren Teil wird dagegen die Versalform „WEISS“ verwendet. Die Deutsche Post weist darauf hin, dass man das „ß“ nicht in „SS“ auflösen sollte. Gerade bei Namen kann es sonst zu Verwechslungen kommen.

Typografische Aspekte

Quelle: Giessener Zeitung Wikimedia Commons

Aus typografischer Sicht ist ein Kleinbuchstabe mitten unter Versalien eine Katastrophe, aber auch die Auflösung in „SS“ sieht oft merkwürdig aus. Ob „STRASSE“ oder „STRAßE“ – am besten wäre tatsächlich, es gäbe ein Versal-Eszett. Für die Gestaltung gibt es mehrere Ansätze, die teilweise vom „kleinen Eszett“ ausgehen, teilweise aber auch einen völlig neuen Buchstaben als Ligatur aus S und Z konstruieren. Wichtig ist in beiden Fällen, dass sich das Versal-Eszett gut von anderen Buchstaben, beispielsweise dem Versal-„B“ abgrenzt. Einige historische Schriften, vor allem aber neuere Computerschriften, enthalten bereits ein eigenes Versal-Eszett.

Computersatz

Seit 2008 ist das Versal-Eszett bereits Bestandteil des Zeichensatzes Unicode. Windows 7 umfasst Schriften, die das Versal-Eszett enthalten, beispielsweise Arial. Der Großbuchstabe hat die Unicode-Position U+1E9E. Die Unicode-Bezeichnung lautet „LATIN CAPITAL LETTER SHARP S“. Der Code für HTML dezimal ist „&#7838“. Knifflig ist, dass es keine offizielle Tastaturbelegung für das Versal-Eszett gibt. Meist muss der Buchstabe daher wie ein Sonderzeichen eingesetzt werden. Sollte sich das Versal-Eszett doch noch auf breiter Front durchsetzen, müsste hier eine andere Lösung gefunden werden.

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