Das richtige Honorar für Grafiker

20.07.2011 09:00:00
Welche Vergütung sollten Grafiker für ihre kreativen Leistungen verlangen, was ist angemessen, was zu viel? Der Vergütungstarifvertrag des AGD hilft weiter.

Was ist Ihre kreative Leistung wert? Wie hoch schätzen Sie Ihre Arbeit ein? Und wie schlägt sich das in den Honorarverhandlungen mit Ihren Kunden nieder? Viele Designer haben aus Angst, einen Auftrag zu verlieren, Probleme, ihre Honorarwünsche zu äußern. Doch kein Grafiker sollte sich zu billig verkaufen. Die Folge sind nämlich die seit Jahren auf dem Markt auftretenden Preisdumpings, unter denen alle Designer leiden. Orientierung und Argumentationshilfe zu angemessenen Vergütung in vielen Designbereichen liefert deshalb der Vergütungstarifvertrag des AGD, den LASERLINE fünf Mal verlost.

Die größten Fehler

Designer und Grafiker sind kreativ, haben Fantasie und sind engagiert, wenn es um ihre Arbeit geht. Doch wenn es um die Vergütung ihrer eigenen Leistung geht, dann sieht es ganz anders aus. Das fand der Sprecher der diesjährigen Typo-Konferenz in Berlin heraus, als er 185 Design-Kollegen nach den größten Verhaltensfehlern im Zusammenhang mit dem Honorar fragte (alle Antworten kann man hier als PDF herunterladen). Die Antworten waren eindeutig und spiegeln das Verhalten vieler Designer bei den Honorarverhandlungen wider. So hätten Designer noch immer eine Art design-aristokratische Haltung: Über Geld und Honorierung von Leistung spricht man nicht. Das tun nur Kleinbürger – und Designer sind eben Aristokraten. Aber auch das Problem, möglichst billig zu sein, um den Auftrag zu erhalten, wurde immer wieder genannt. Oder den Auftraggeber das Honorar diktieren zu lassen und damit aus der Designleistung einen Designbazar zu machen. Und leider machen immer noch zu viele den Fehler, nur mündlich zu verhandeln und den Auftrag nicht exakt, transparent und vor allem schriftlich zu fixieren.

Wie man es besser macht

Fazit der meisten Befragten: Man sollte immer zu dem Preis arbeiten, der dem eigenen Selbstwert entspricht oder - falls kein Selbstwertgefühl vorhanden ist - vor der Existenzgründung eine Psychotherapie durchführen. Wenn man sich zu billig verkauft, kann die Arbeit nicht geschätzt werden! Denn nur wenn dem Kunden - auch durch genaue Erläuterung – klar gemacht wird, was an Arbeit hinter einem Projekt steckt, kann dieser auch die erbrachte Leistung wertschätzen. Und zahlt dann ganz selbstverständlich den hierfür notwendigen Preis. Hierzu ist es aber auch wichtig, das Projekt zuvor genau kennen zu lernen und Fragen dazu zu stellen. Das zeigt das Interesse und Engagement, klärt aber auch vieles bereits im Vorfeld, was ansonsten erst im Nachhinein besprochen wird und dann zu Kostenaufschlägen führen kann. Deshalb sollten die Kosten von Anfang an genau angesprochen und offeriert werden und jede Art von Mehrkosten sofort genannt werden. Den alten Spruch „Über Geld spricht man nicht“ kann man also getrost vergessen, will man den Wert, den die eigene Arbeit tatsächlich hat auch erhalten. Eine genaue vorherige Vereinbarung über die Kosten ist also angebracht.

Was kann man verlangen?

Was aber ist die eigene Arbeit wirklich wert? Hier geht es natürlich auch um die Angemessenheit des Preises. Will der Kunde einen Porsche haben, muss er diesen auch bezahlen, will er nur einen Fiat Panda, ist das entsprechend billiger. Jeder Auftraggeber aber wird – nach den entsprechenden Erläuterungen dazu – erkennen, wenn er gute Qualität vor sich hat. Was also kann man berechnen? Ein Anhaltspunkt können die eigenen Fixkosten sein und wie viel einen ein Tag im Büro kostet. Daraus und aus einem gewissen, für einen selbst vertretbaren Stundensatz kann man erste Anhaltspunkte ziehen. Doch müssen natürlich auch die Nutzungsrechte der erstellten Designs mit einberechnet werden. Doch wie viel kann und sollte man dafür verlangen? Eine Orientierung bieten Honorarrichtlinien und Honorarleitfäden, wie sie in Deutschland in Form des VTV-Vergütungstarifvertrags von der Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) herausgegeben werden.

Honorarleitfäden: VTV vom AGD

Das vom AGD jährlich überarbeitet veröffentlichte Nachschlagewerk kostet 30 Euro und vermittelt detaillierte Angaben über Kostenkalkulationen bei Gestaltungsdienstleistungen. Bereits seit 1978 ist der Vergütungstarifvertrag zudem gemäß Tarifvertragsgesetz im Tarifregister des Bundes und der Länder registriert. Damit kann er gegenüber Kunden und Interessenten als „quasi offiziell“ argumentativ genutzt werden und ist weit mehr als nur eine Richtlinie. Dennoch bietet er mit einem Überblick über die Vergütung einzelner Designleistungen und jeweils vier Beispielen der Nutzungsrecht-Einräumung auch erst einmal eine grobe Orientierung sowohl für die eigene Kalkulation als auch einen für den Kunden transparenten Kostenvoranschlag.

Gewinnen Sie einen von 5 Vergütungstarifverträgen

Mit freundlicher Unterstützung der Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) kommen einige Leser der LASERLINE-News jetzt in den kostenlosen Genuss des VTV-Vergütungstarifvertrags. Denn LASERLINE und die AGD verlosen fünf Exemplare der gedruckten Ausgabe des Vergütungstarifvertrags Design. Schicken Sie uns hierzu einfach bis 30. Juli 2006 eine Mail an gewinnspiel{at}laser-line.de mit dem Hinweis "Vergütungstarifvertrag". Das Los entscheidet dann über die Gewinner, die wir schriftlich benachrichtigen werden.

Hilfe vom Designerverbänden

Hilfe und Unterstützung bei der Kostenkalkulation und im Umgang mit dem Kunden kann man aber auch in den zahlreichen Verbänden für Grafiker und Designer erhalten. Eine Adressliste aller derartiger Verbände findet sich auf der Homepage des Art Directors Club für Deutschland (ADC). Viele Verbände, wie die Allianz deutscher Designer e.V. (AGD) bieten dabei auch regional und regelmäßig Stammtische und Vorträge an, bei denen sich die Designer der Umgebung kennen lernen und gegenseitig unterstützen können. Denn wie sagte schon Typo-Sprecher Clemens Schedler: „Es gibt für mich keinen Anlass mehr, sogenannte ›Berufsgeheimnisse‹ zu wahren. Warum soll mein mühsam erworbenes Wissen nicht für viele oder vielleicht sogar für alle Nutzen, Freude oder Erleichterung bringen?“ Austausch – gerade im Hinblick auf Honorarverhandlungen – ist dabei ein wichtiger Faktor und kann ganz nebenbei auch das Wissen vergrößern und neue Aufträge einbringen, beispielsweise wenn ein Kollege erkrankt oder zu viele Aufträge erhält. Warum nicht voneinander profitieren, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen?

 

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