Das Recht am eigenen Bild

28.06.2012 09:00:00
Personenfotos sind aus der öffentlichen Berichterstattung nicht wegzudenken – aber wie sieht es damit juristisch aus?

Darf man Menschen einfach so auf der Straße fotografieren und die Bilder später veröffentlichen? Und wie ist es mit Personen, die nur zufällig bei wichtigen Ereignissen mit auf das Bild geraten? Juristisch gesehen kommt hier das "Recht am eigenen Bild" zum Tragen, das die Persönlichkeitsrechte schützen soll. Wie sieht dieses Recht genau aus?

Das Recht am eigenen Bild

Der Inhalt des "Rechts am eigenen Bild" ist schnell erklärt: Jeder Mensch darf selbst entscheiden, wann er fotografiert wird und ob die Fotos veröffentlicht werden dürfen. Fotografen würde dieses Recht jedoch ihre Berufsausübung fast unmöglich machen, vor allem, wenn es um die journalistische Berichterstattung geht. Deshalb sieht der Gesetzgeber eine Reihe von Ausnahmen vor, die bereits auf das Kunsturheberrechtsgesetz (KUG) aus dem Jahr 1907 zurückgehen.

Welche Ausnahmen gibt es?

Das KUG kennt vier Ausnahmen, nach denen eine Person auch ohne vorherige Einwilligung fotografiert und das Bild veröffentlicht werden darf. Demnach sind Bildnisse aus dem Bereich der Zeitgeschichte sowie Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk erscheinen, als auch Bilder von Versammlungen und Aufzügen gestattet. Auch erlaubt sind Bilder, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern deren Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst gilt.

Was bedeutet "Zeitgeschichte"?

Quelle: Carlo Schrodt Pixelio.de

Quelle: Carlo Schrodt
(Pixelio.de) Immer wieder gibt es Streit um den Begriff Zeitgeschichte. Welche Personen fallen unter diese Bezeichnung? Allgemein wird von einem "Informationsinteresse der Öffentlichkeit" ausgegangen. Das heißt, wenn die Öffentlichkeit über ein Ereignis informiert werden sollte, sind Fotografien erlaubt. Eine genaue Grenze kann jedoch nicht gezogen werden, auch vor Gericht handelt es sich immer um Einzelfallentscheidungen. Nicht erlaubt sind Fotos, die lediglich komische, profane oder peinliche Situationen illustrieren. Kein Problem ist es jedoch, beispielsweise bei großen politischen oder sportlichen Veranstaltungen zu fotografieren. Wichtig ist immer die öffentliche Relevanz. Zu beachten ist außerdem, dass Kinder hierbei besonderen Schutz genießen.

Persönlichkeitsrechte wahren

Bevor Fotografen ein Bild veröffentlichen, müssen sie sich trotz der beschriebenen Ausnahmeregelungen natürlich noch fragen, ob die abgebildete Person gegen die Veröffentlichung sein könnte. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn mit dem Foto Werbung betrieben werden soll oder das Bild die Intimsphäre dieser Person verletzt. Zudem darf das Foto die Abgebildeten nicht bloßstellen, brüskieren oder anprangern. Letztendlich gilt: Fotografen müssen genau überlegen, welches Foto sie veröffentlichen und sich im Zweifel lieber gegen die Veröffentlichung entscheiden. Noch besser ist natürlich eine vertragliche Regelung der Nutzungsrechte am Bildmaterial.

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