Das Klammerquartett

08.03.2018 09:00:00
Die Typografie kennt vier Arten von Klammern: runde, eckige, geschweifte und spitze. Sie dienen meistens dazu, Informationen zu ergänzen oder Auslassungen zu kennzeichnen. Alle haben sie ihre Berechtigung.

Typografische Klammern treten fast immer im Doppelpack auf – die erste ist nach rechts geöffnet, die zweite nach links. Man spricht auch von öffnender und schließender Klammer. Egal, um welchen Typ es geht: Sie schaffen Übersichtlichkeit, wenn man sie dosiert und an den richtigen Stellen sowie mit sinnvollen Inhalten einsetzt.

Die (Runden)

Wer weiß, wie er welche Klammern setzen muss, hat später leichtes Spiel beim Layouten.
Quelle: StockSnap / Pixabay
Die Klassiker unter den Klammern sind die runden Klammern. Sie kennzeichnen klassisch Einschübe und Zusätze.

Man setzt sie, wenn zusätzliche Informationen schnell ersichtlich sein sollen. Sie finden sich in einzelnen Sätzen oder ergänzen zum Beispiel ganze Absätze.

Auch für Auslassungen bei Zitaten kann man die runden Klammern einsetzen.

Die [Eckigen]

Die eckigen Klammern werden auch Brackets genannt. Sie tauchen vor allem innerhalb der runden Klammern auf, wo sie dann die gleiche Funktion haben.

Beliebt sind sie für Auslassungen bei Zitaten. Des Weiteren werden sie verwendet, um Lautschrift zu kennzeichnen.

Oft sind die waagerechten Striche ein wenig dünner als die senkrechten, um die Klammer leichter wirken zu lassen.

Die {Geschweiften}

Ob Akkolade, Mengen- oder Nasenklammer: Gemeint ist immer die geschweifte beziehungsweise geschwungene Klammer.

Von mathematischen Formeln her sind sie sehr bekannt, in Fließtexten findet man sie seltener, auch wenn sie an sich die gleichen Funktionen haben wie ihre Klammerkollegen.

Als gestalterisches Mittel verwenden sie Grafiker durchaus: Wenn zum Beispiel Zitate mehrzeilig hervorgehoben werden sollen, steht eine Akkolade (als Alternative für Anführungszeichen) gern vor dem gesamten Zitat und nicht nur vor der ersten Zeile.

Die < Spitzen >

Wenig verbreitet sind die spitzen Klammern, auch Winkelklammern genannt; sie kommen eigentlich nur in Wörterbüchern vor und markieren die Herkunft eines Wortes.

Man sollte sie nicht mit Größer- und Kleiner-Zeichen verwechseln. Die spitzen Klammern laufen höher beziehungsweise tiefer und schließen damit die Buchstaben ein.

Gemeinsamkeiten

Um einen Fließtext korrekt zu setzen, gelten auch für Klammern Regeln: Vor einer öffnenden und hinter einer schließenden steht ein Freizeichen. Es sei denn, hinter der schließenden Klammer folgt ein Satzzeichen; dieses steht direkt dahinter.

Auch innerhalb von Klammern schließen die Buchstaben und gegebenenfalls die Satzzeichen direkt an die Klammern an. Steht ein ganzer Satz (oder auch mehrere) in Klammern, befindet sich das Satzzeichen vor der schließenden Klammer.

Wie jeder Buchstabe zu einem bestimmten Font gehört, designt der Schriftengestalter die dazugehörigen Zeichen, und damit auch die Klammern. Eine moderne Schrift bietet unterschiedliche Varianten an – zum Beispiel abhängig davon, ob Gemeine oder Versalien eingeschlossen werden.

 

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