Das Einheits-RAW – DNG lebt

15.06.2017 09:00:00
Ein einheitliches RAW-Format war einmal ein Traum. Eigentlich schien er längst gescheitert, doch immer mehr kleine Kamerahersteller lassen ihn wieder aufleben.

Vielleicht war es auch nur ein Traum von Adobe. Wer die Herrschaft über die Leitsoftware der Bildbearbeitung hat, lässt sich nur ungern die Dateiformate von den Kameraherstellern diktieren. Aber ein offenes RAW-Format hat auch viele andere Vorteile. Der größte ist ausgerechnet, dass man nicht ständig ein Photoshop-Update braucht. Während die großen Kamerahersteller nach wie vor lieber ihr eigenes Süppchen kochen, wechseln immer mehr kleinere Anbieter zum Einheitsdatensatz.

Warum überhaupt RAW?

Große Kontrastumfänge schreien eigentlich nach einer RAW-Entwicklung.
Quelle: Kesberger
Wer im Fußballstadion schnell Daten in die Redaktion überträgt oder wer seine Kamera vorrangig benutzt, um sofort zu posten, was gerade auf dem Teller liegt, der kennt die RAW-Option seiner Kamera vermutlich gar nicht und wird seine Daten stets in JPG abspeichern. Doch wem es darum geht, ein großartiges Foto für den großen Bilderrahmenausdruck noch großartiger zu machen, der freut sich, wenn er auf eine RAW-Datei zurückgreifen kann und die Entwicklung nicht der Kamera überlassen muss. Die Farbtiefe ist größer, Belichtungskorrekturen sind leichter und Schärfung und Weißabgleich lassen sich noch nachträglich korrigieren, so wie wenn man noch einmal am Ort des Geschehens stehen würde.

Wieso das Einheits-RAW?

Aufgenommen ist das DNG mit einer Sigma Quattro H mit Foveon-Sensor, bei dem drei farbempfindliche Schichten übereinander liegen.
Quelle: Kesberger
Wer Photoshop im Cloud-Abo bezieht und bezahlt, der ist aller Sorgen ledig. Spätestens ein paar Wochen nach der Vorstellung der Kamera lassen sich auch in Adobe-Camera-RAW – quasi als Vorstufe zu Photoshop – und Lightroom die RAW-Daten öffnen. Doch wer die Fotografie eher als Hobby betreibt und mit der vorvorletzten Stufe der Bildbearbeitungssoftware ob ihrer Bearbeitungsvielfalt auch schon glücklich war, der hätte vielleicht gern auf ein kostenpflichtiges Update verzichtet. Doch dann kommt die neue Kamera und macht die RAWs nicht auf und das Lightroom-Update verlangt dann auch gleich ein Update des Betriebssystems – und schon klappt das mit dem Drucker nicht mehr. Puh. Da ist ein einheitliches RAW-Format ein Segen. Auch neuste DNGs werden mit historischen RAW-Entwicklern bearbeitbar. Außerdem erhöht die größere Verbreitung auch die Chance, dass beschädigte Daten später auch einmal rekonstruierbar sind. Für ein kameraspezifisches RAW ist das eher unwahrscheinlich.

Die DNG-Freunde

Während Lightroom mit den riesigen Dateien wenig Mühe hat, ist de Bearbeitung mit dem Sigma-RAW-Konverter extrem zeitaufwändig.
Quelle: Kesberger
Wer als Kameraanbieter ein eigenes Softwareformat pflegt, muss konsequenterweise auch eine eigene Software der Kamera beilegen. Das erfordert entsprechend große Entwicklungsabteilungen. Die großen Hersteller wie Canon, Nikon und Sony können das leisten. Prinzipiell haben diese Insellösungen auch den Vorteil, dass der Programmierer die Kameradaten am besten kennt und die Einstellmöglichkeiten am Bildschirm nahe an denen der Kamera sind. Doch schon bei den gut ausgestatteten Herstellern fällt das fehlende Performance-Knowhow und die reduzierte Funktionsvielfalt auf. Es ist einfach nicht ihr Hauptgeschäft. Bei kleinen Anbietern lohnt sich das oft erst gar nicht: Leica hat das früh eingesehen und voll und ganz auf DNG gesetzt. Pentax fährt zweigleisig, liefert aber schon gar keine hauseigene Software mehr mit. Und Sigma hat mit der unendlichen Geduld, die der Sigma-RAW-Konverter erfordert, laut vielen Kameratests gar den Erfolg der eigenen Mehrschicht-Sensor-Kameras gefährdet. Da ist es ein Segen, dass jetzt dort endlich auch DNG Einzug hält.

Die RAW-Trends

So eine Sigma DNG-Datei im APS-H-Format hat allerdings auch ihre 150 MB. Da wird es schnell eng auf der Speicherkarte. Doch das gilt auch für kameraspezifische Formate – natürlich auch, weil die Pixelzahlen immer weiter steigen. Doch es gibt noch einen zweiten Trend auf dem RAW-Sektor: Das große und das kleine RAW. Eigentlich widersinnig, den schließlich soll die RAW-Datei das unkomprimierte Rohformat zeigen, ohne Bearbeitung der Kamera. Jetzt, wo wir bei Kameras wie der Sony Alpha 7RII die Wahl zwischen Roh und dem deutlich größeren quasi rohen Roh-Format haben, wissen wir, was wir schon immer geahnt haben: auch da stecken Bearbeitungen und Korrekturen drin. Mal gucken wie lange das neue rohe RAW noch als unkomprimiert durchgeht. Ansonsten gibt es ja noch DNG.

 

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