Das älteste Foto der Welt

29.11.2012 09:00:00
Jetzt einmalig in Deutschland zu sehen bis zum 6. Januar 2013.

Die Ikone der Fotogeschichte ist zu einem einmaligen Besuch in Deutschland. Seit es Helmut Gernsheim dem Harry Ransom Center an der Universität Austin in Texas vor Jahrzehnten verkauft hat, wurde das älteste Foto der Welt von Nicéphore Niépce noch nie ausgeliehen. Noch bis zum 6. Januar haben Sie Zeit, sich im Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim im Rahmen der Ausstellung "Die Geburtsstunde der Fotografie - Meilensteine der Gernsheim-Collection" vom fotografischen Mantel der Geschichte umwehen zu lassen. Nutzen wir die Gelegenheit für eine kleine Zeitreise zurück zu den Ursprüngen.

Nicéphore Niépce

Quelle: REM/FIP

Wir gucken auf unterschiedliche Schattierungen auf einer Asphaltplatte. Und hätten wir nicht das Gernsheimsche Repro schon so oft in Büchern und Zeitungen abgedruckt gesehen, wir würden es kaum erkennen. Aber die Platte ist mehr, sie ist das erste erhaltene Foto der Welt. Und wir können es immer noch betrachten. Während wir uns nicht ganz so sicher sind, ob unsere Nachfahren unsere Digitaldateien in 186 Jahren immer noch sehen können. Mit seiner Heliographie "Blick aus dem Fenster in Le Gras" ist es Nicéphore Niépce das erste Mal gelungen, eine nur durch das Licht erzeugte Abbildung in einer Camera Obscura auch dauerhaft zu fixieren. Schade, dass es den Nobelpreis damals noch nicht gab. Und so ganz nebenbei schärft diese Erfindung auch den Blick auf unsere Zeit. Angesichts unserer Copy-and-paste-Wut rückt immer mehr in den Blickpunkt, dass gerade die Fixage und damit die Unabänderlichkeit eines Bildes die analoge Fotografie deutlich von der digitalen unterscheidet.

Louis Jacques Mandé Daguerre

Quelle: HGC/HRC

Das Fixierbad ist auch das Thema bei unserem zweiten Bild. Niépce tat sich auf dem Weg zur offiziellen Erfindung der Fotografie mit Louis Jacques Mandé Daguerre zusammen. Anfangs wegen seiner optischen Kenntnisse geschätzt, trug dieser später mit der Entwicklung in Quecksilberdämpfen einen ganz entscheidenden Aspekt zur Fotogeschichte bei. Somit konnten die Belichtungszeiten, die bei Niépce noch mehrere Stunden betragen hatten, erheblich verkürzt werden. Daguerre erzeugte auf dünnen Kupferplatten, die mit Silber beschichtet waren, ein fotografisches Bild, das die Zeitgenossen so beeindruckte, dass der französische Staat gegen eine Leibrente für Daguerre und den Sohn des zwischenzeitlich verstorbenen Niépce die Fotografie am 19.08.1839 der Menschheit zum Geschenk machte. Zumindest außerhalb Englands, denn dort wollte Daguerre mit seinem Patent durchaus noch Geld verdienen. Die hier zu sehende Daguerreotypie ist deshalb so bemerkenswert, weil die meisten Aufnahmen aus dieser frühen Periode um 1838 längst zerstört sind, da Daguerre damals noch mit Kochsalz und nicht wie ab 1839 mit dem auch heute noch üblichen Natriumthiosulfat fixierte.

Talbotypie

Quelle: HGC/HRC

Die Daguerreotypien waren Unikate. Heute klingt das attraktiv, damals stand das dem Siegeszug der Fotografie noch im Wege. Dabei hatte zur gleichen Zeit in England Henry Fox Talbot mit Fotografien auf Papier experimentiert. So kamen schon früh die Begriffe auf, die die Fotografie bis zum Einzug der Digitalisierung prägen sollten: das Positiv und das Negativ. Damit waren dann auch Vervielfältigungen kein Problem, was Talbot dann auch in einem der wichtigsten Bücher der Fotogeschichte - "The Pencil of Nature", bestehend aus Originalfotografien - eindrucksvoll beweisen sollte. Durch den doppelten Kampf mit der Papierfaser waren die Ergebnisse allerdings den brillanten und scharfen Daguerreotypien in Sachen Bildeindruck deutlich unterlegen.

Nasses Kollodium und Albumin

Quelle: HGC/HRC

Doch die Entwicklung der Entwicklung war um die Mitte des 19. Jahrhunderts so rasend schnell, dass man auch im Skype- und Facebook-Zeitalter noch staunend davor steht. Glas als Bildträger für das Negativ in der Kamera und eine Albuminschicht aus Eiweiß zur Steigerung der Schärfe und Brillanz des Papierbildes sollten die Fotografie noch einmal entscheidend umkrempeln. Für einige Jahrzehnte mussten die Fotografen jetzt auch vor Ort ihre Glasplatten erst im Dunkelkammerzelt beschichten und noch nass belichten und direkt anschließend entwickeln. Um 1870 wurde dieses "Nasse Kollodiumverfahren" von Gelatinetrockenplatten abgelöst, die bis auf den Träger im Prinzip unseren noch heute benutzten Schwarzweißfilmen entsprechen und auch das Barytpapier sollte bald für Abzüge erste Wahl werden. In der anspruchsvollen analogen Schwarzweißfotografie ist es das bis heute geblieben. Auch wenn Kollodium und Albumin in der Workshopszene gerade wieder sehr im Kommen sind.

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