Colormanagement: » Schön bunt « - aber richtig!

09.01.2005 09:00:00
LASERLINE hat sich zum Ziel gesetzt, jederzeit vorhersagbar und damit exakt und standardisiert zu drucken.

LASERLINE hat sich zum Ziel gesetzt, jederzeit vorhersagbar und damit exakt und standardisiert zu drucken. Ihre Drucksachen sollen schließlich immer möglichst gleich aussehen, insbesondere wenn verschiedene Objekte gleichzeitig auf einem Tisch landen. Außerdem ist ein einheitlicher Standard notwendig, damit Sie bei der Erstellung Ihrer Druckdaten planen können, wie die Farben später aussehen werden.

Bis vor einigen Jahren war dies nur sehr umständlich und kostenintensiv über teure Andrucke und zeitraubende Feinabstimmung mit der Druckerei möglich. Heute lässt sich eine zu erwartende Farbwiedergabe von Daten ordentlich planen bzw. über preisgünstige Digitalproofs simulieren, auch ohne dass Sie jahrzehntelange Erfahrung im Druckgewerbe und eine Portion Glück brauchen. Um es aber gleich vorweg zu nehmen: eine absolute Übereinstimmung von Monitor zum Druck bzw. vom Proof zum Druck ist nicht machbar. Dazu sind die Verfahren physikalisch zu unterschiedlich. Für eine derartige Farbtreue bietet LASERLINE den Individualdruck, bei dem unser Drucker an der Maschine sich nach Ihrem gelieferten Druckmuster richtet oder Sie persönlich zur Feinabstimmung an die Druckmaschine zum Andruck kommen können.

Das Druckmuster muss für eine Verwendbarkeit natürlich farblich den gelieferten Daten entsprechen und nach den allgemein gültigen Normen der FOGRA gedruckt sein.

1. Der FOGRA-Standard

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Druckerei darauf, dass diese sich dem FOGRA-Standard zugetan fühlt. Die FOGRA (Forschungsinstitut der grafischen Industrie) legt in ihrem Prozessstandard Offsetdruck 2001 vereinfacht gesagt fest, wie Druckmaschinen drucken müssen. Merkmale sind dabei die ISO-Skala (»Euroskala«), Volltondichte, Schichtdicke, LAB-Farbwerte und Tonwertzuwachs im Offsetdruck. Damit kann gewährleistet werden, dass alle Druckereien, die sich an diesen Standard halten, auch annähernd gleich drucken. LASERLINE kann den Standard besonders gut durch das Direct Imaging-Verfahren der Heidelberger Druckmaschinen steuern. Es werden zusätzliche Messfehler vermieden, da die Verwendung von Filmen entfällt. Außerdem führt LASERLINE weitere Messungen und Tests durch, um z.B. die verwendeten Druckfarben auf ihre Norm zu überprüfen.

2. Was ist ein ICC-Profil?

Nachdem Farben früher vorwiegend über Erfahrungswerte vorherbestimmt wurden, war die Einführung von Farbprofilen ein Meilenstein in der Standardisierung von Farbe. ICC-Profile (International Color Consortium) beschreiben den reproduzierbaren Farbraum eines Gerätes, ausgehend vom Monitor über Proofgeräte bis zur Druckmaschine, d.h. jedes Gerät bekommt ein eigenes ICC-Profil. Der Sinn besteht darin, bei jedem Arbeitsschritt eine möglichst korrekte Wiedergabe zu haben. In dem Profil werden auch andere Einflussfaktoren berücksichtigt, insbesondere die Papiersorte (Naturpapier, gestrichene, matte oder glänzende Papiere). Da LASERLINE sich an den neuen FOGRA-Standard hält, können wir die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative), die auf diesem Standard basieren, für unsere Druckmaschinen empfehlen. Diese Profile können Sie sich unter der Internetadresse www.eci.org downloaden.

3. Wozu werden ICC-Profile verwendet?

Es gibt folgende drei Anwendungsmöglichkeiten:

A. Softproof: Zur Simulation eines Druckergebnisses am Monitor.

B. Hardproof: Zur Simulation eines Druckergebnisses auf einem Proofgerät (Tintenstrahldrucker, Irisproofer, etc.). Das Einrichten eines farbtreuen Proofgerätes ist sehr aufwändig und erfordert viel Zeit und Fachwissen. Wenn Sie also nicht täglich auf farbtreue Proofs angewiesen sind, raten wir Ihnen, aussagekräftige Proofs lieber von LASERLINE oder einem anderen Dienstleister erstellen zu lassen. Wir haben auch die Möglichkeit, die Qualität der Proofs regelmäßig in der Praxis mit tatsächlichen Druckbogen zu vergleichen.

C. Farbumwandlung: Typisches Beispiel ist die Umwandlung von RGB zu CMYK mit dem passenden Profil in Photoshop. Im Gegensatz zu früher wird mit Profilen jetzt die Papiersorte berücksichtigt und damit der passende Unterfarbaufbau (Gesamtfarbauftrag) erzeugt, ohne dass mit Erfahrungswerten spekuliert werden muss. Dies gilt natürlich nicht für Sonderfälle, wie z.B. ein neutrales Grau in Bildern, das nur aus Schwarz ohne CMY bestehen soll, wie z. B. für Screenshots gewünscht. Seien Sie grunsätzlich vorsichtig beim Verwenden der CM-Module in Grafik- und Layoutprogrammen. Insbesondere in QuarkXPress raten wir von der Verwendung des Farbmanagements ab. Empfehlenswert ist es bei den Adobe-Produkten Photoshop, InDesign und Illustrator, natürlich in den aktuellen Versionen.

4. Druckjobs mit oder ohne ICC-Profil?

Ein ICC-Profil wird für den Druckprozess nicht benötigt. Ein ICC-Profil in einer CMYK-Datei dient nur der Simulation auf dem Monitor oder auf einem Proof. Wenn die Daten aber auf der entsprechenden Druckmaschine mit dem entsprechenden Papier ausgegeben werden, ist das keine Simulation mehr. Also darf das Profil für diesen Vorgang nicht mehr in die Daten eingerechnet werden. Deshalb muss spätestens im letzten Arbeitsschritt vor dem Druck das Profil aus den Druckdaten gelöscht bzw. ignoriert werden. LASERLINE bedient sich eines ROOM-Workflows (Read One Output Many). Das bedeutet, dass Ihre Druckdaten unseren Workflow nur einmal durchlaufen. Diese Daten werden gleichzeitig für einen von Ihnen bestellten Vorabproof verwendet bzw. für unseren internen Proof, sowie für den Druck. Dies gewährleistet absolute Sicherheit, dass die Proofs anschließend auch dem Druckergebnis entsprechen und nicht durch unterschiedliche Schleifen unterschiedlich interpretiert werden. Dies bedeutet aber auch, dass ein von Ihnen eingebettetes Profil immer vorher rausgelöscht wird und für den Proof von LASERLINE das passende ICC-Profil der ECI zur Anwendung kommt. Würden wir ein anderes Profil als das unsere verwenden, wären die Proofs nicht aussagekräftig.

5. Abweichung von der PDF/X-3-Norm

Wir halten die Vorgabe von PDF/X-3 zur Einbettung von ICC-Profilen in PDF-Dateien für unsere Verwendung nicht für zwingend notwendig und distanzieren uns in diesem Punkt derzeit noch von der Norm (allen anderen Vorgaben von PDF/X-3 stimmen wir gerne zu). Je nach verwendetem Grafik- oder Layoutprogramm (siehe 3C) ist auch die durchgängige Verwendung von ICC-Profilen nicht möglich. Die PDF/X-3-Norm schreibt vor, dass ein Profil in PDF-Dateien eingebettet sein muss, damit klar festgelegt ist, wie das Ergebnis aussehen soll. Das ist sinnvoll, wenn z.B. in München und in Berlin je ein kalibriertes Proofgerät steht und auf beiden Geräten das gleiche rauskommen soll. Das wäre durch ein eingebettetes Profil auch gewährleistet (mal abgesehen davon, dass übereinstimmend kalibrierte Proofgeräte eher Wunschdenken sind). Es wäre aber grundsätzlich falsch, wenn Sie ein anderes Profil für unsere Druckmaschinen verwenden würden als das von uns empfohlene. Und wenn Sie das verwenden, brauchen Sie es nicht in die Datei einzubetten, da wir ja das gleiche Profil verwenden. Wir müssen deshalb voraussetzen können, dass Sie die Farben in Ihren Daten auf manuelle Weise oder mit den Profilen der ECI auf unser Druckverfahren und Ihr gewähltes Papier abgestimmt haben. Wenn Sie unsicher sind, können Sie bei Individualaufträgen auch immer unseren internen Proof vor Drucklegung bei uns im Hause einsehen (gilt nicht für Specials) oder sich einen kostenpflichtigen Proof zuschicken lassen. Übrigens bieten wir demnächst noch besser angepasste Proofs auf Auflagenpapier mit der Heidelberger Nexpress.

Fazit

LASERLINE tut alles, um einen standardisierten Druck zu gewährleisten. Dazu gehört die Bereitstellung eines hochmodernen Workflowsystem, aber auch die Kalibrierung der Proofgeräte, die Linearisierung der Druckmaschinen, die richtige Auswahl an Materialien, wie genormter Druckfarben und Zusatzstoffe, und die ständige Überwachung dieses Qualitäts-standards.

Ihre korrekte Datenerstellung ist aber ebenfalls Voraussetzung für ein gutes Druckergebnis. Es ist notwendig, dass Sie bei der Datenerstellung die korrekten Einstellungen vornehmen. Bitte beachten Sie im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit deshalb unsere Datenbroschüre »Read me first« oder unsere Hinweise im Internet und im Bezug auf das Colormanagement die oben genannten Erläuterungen.

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