Colormanagement in der Creative Suite Teil 2

26.11.2015 09:00:00
In Teil 2 geht es weiter mit den Themen Profilzuweisungen und Profilkonvertierungen und den Farbeinstellungen in Indesign.

In Teil 1 von Colormanagement in der Creative Suite von Marianne Deiters erhielten Sie eine kurze Einführung in den Umgang mit ICC-Profilen und es ging um die die Farbeinstellungen in Photoshop im Detail. Hier geht es weiter mit den Themen Profilzuweisungen und Profilkonvertierungen und den Farbeinstellungen in Indesign.

Wenn die Software Fragen stellt...

...dann haben Sie wahrscheinlich sehr sinnvolle Voreinstellungen bei der Vorgehensweise für Profilabweichungen getroffen, die Sie davor bewahren falsche Farben in einer Datei zu erhalten. Nämlich: »Beim Öffnen wählen«.
Zu allem Überfluss wird man nun manchmal mit quälenden Fragen in unterschiedlichen Dialogen konfrontiert, wenn ein Bild oder eine Datei geöffnet wird. Ich weiß aus Erfahrung, dass ein großer Teil der Anwender dann einfach auf OK klickt, ohne die Meldung gelesen oder verstanden zu haben. Deshalb STOP! Hier ist eine wichtige Entscheidung gefragt.

Quelle: Marianne Deiters

Hier stimmen der Farbraum des Bildes und die Einstellung für den Arbeitsfarbraum nicht überein. Die Antwort auf die Frage

»Was möchten Sie tun?« lautet: Über die Optionen nachdenken.

1. »Eingebettetes Profil verwenden (anstelle des Arbeitsfarbraums)« verwenden Sie am besten in diesem Fall und auch in den meisten anderen. Dieses Bild, sofern richtig profiliert befindet sich im riesigen ProPhoto RGB, dagegen ist der für die Druckvorstufe optimierte eciRGB v2 ein Zwerg. Deshalb sollten Sie unbedingt das Bild mit dem eingebetteten Profil öffnen.

Quelle: Manfred Seidel, Bochum
2. Die zweite Option »Dokumentfarben in den Arbeitsfarbraum konvertieren« können Sie wählen, wenn Sie sich gerne überraschen lassen, da Sie hier ohne Voransicht umwandeln würden.
3. Die dritte Option »Eingebettetes Profil verwerfen (Kein Farbmanagement)« ist sowieso ausgemachter Quatsch, weil das Bild dann umprofiliert ist und sich wie ein Chamäleon ändern kann, ja nachdem, wo es angezeigt oder ausgegeben wird. Außerdem wird für die Darstellung in Photoshop jeweils der Arbeitsfarbraum aus den Farbeinstellungen zugewiesen.Deshalb öffnen Sie im Falle einer solchen Meldung ein Bild am besten mit der ersten Option. Wenn das Bild für den Offsetdruck aufbereitet werden soll, können Sie es nun für den sogenannten »sicheren CMYK Workflow« in das passende CMYK-Profil umwandeln oder für die flexible, medienneutrale Variante in eciRGBv2 oder Adobe RGB umwandeln.

Quelle: Marianne Deiters

Der Weg ist jeweils der Gleiche. Für beste Qualität ohne Streifenbildung in sanften Tonwertverläufen (Banding) wandeln Sie die Datei zuerst in 16 Bit um, das geht in Photoshop über das Menü

»Bild« > »Modus« > »16 Bit/Kanal«. Das ist besonders bei der Umwandlung von sehr unterschiedlich großen Farbräumen wichtig. Die Umwandlung erzeugen Sie über den Befehl »Bearbeiten« > »In Profil umwandeln »

Eine andere Frage...

Wenn Sie ein Bild mit fehlendem Profil öffnen, wieder vorausgesetzt, dass Sie die entsprechenden Checkboxen für die Warnungen in den Farbeinstellungen markiert haben, öffnet sich der Dialog »Fehlendes Profil«. Eigentlich wissen Sie schon die Antwort auf die beliebte Frage »Was möchten Sie tun?«; nämlich schon wieder nachdenken ;-)

Quelle: Marianne Deiters

Ihre Möglichkeiten in diesem Dialog sind folgende:

1. Beibehalten (kein Farbmanagement) scheidet aus bekannten Gründen aus
2. RGB-Arbeitsfarbraum zuweisen: (in diesem Fall eciRGB v2) macht nichts kaputt, da keine Umrechnung erfolgt, allerdings handeln Sie blind, da keine Vorschau existiert.
3. Profil zuweisen ist wie die 2. Option, sie macht nichts kaputt, wenn Sie dann aber die Checkbox zum konvertieren des Dokuments markieren, würden Sie die Werte blind umrechnen. Die Option können Sie verwenden, wenn Sie umprofilierte Bilder haben und wissen, welches Profil passt. Wenn die Konvertierung dann nötig ist um zum Beispiel mal eben Bilder für das Web umzuwandeln, markieren Sie die Checkbox.

Quelle: Marianne Deiters

In den meisten Fällen ist hier der beste Weg nicht zu konvertieren und das Bild erst einmal zu öffnen. Falls Sie das Bild aus unbekannter Quelle erhalten haben, können Sie fast davon ausgehen, dass es einmal mit sRGB gespeichert wurde. Nur konvertieren Sie bis auf einige Ausnahmen auf keinen Fall blind in einen anderen Farbraum!

Nach dem Öffnen des Bildes wählen Sie in Photoshop den Befehl »Profil zuweisen « aus dem Menü »Bearbeiten«.
In diesem Dialog haben Sie alle im System installierten Profile zur Auswahl und können über die Profilauswahl das beste Ergebnis für das Bild festlegen und es damit weiterverarbeiten.

Beim erneuten abspeichern sollten Sie mit dem Befehl Sichern Unter aus dem Menü Datei sicherstellen, dass die Profile in die Bilddatei eingebettet werden. Dazu markieren Sie die Checkbox Farbprofil einbetten unten im Dialogfeld.
Auch in Indesign und Illustrator sollten Sie ebenfalls genau überprüfen, was passiert, wenn Sie mit Profilkonvertierungen arbeiten.

Die Farbeinstellungen in Indesign

Wie im Teil 1 dieses Beitrags beschrieben, können Sie die Farbeinstellungen über die Creative Suite wunderbar über die Adobe Bridge synchronisieren. Sie sehen Ihr Bild in Photoshop dann genauso, wie als platzierte Datei in Indesign oder Illustrator, vorausgesetzt Sie lassen es sich in der hohen Qualität und nicht in der Proxyansicht anzeigen.
Der Dialog weicht etwas von der Photoshop Einstellung ab, da in Indesign ja Bilder verknüpft werden können, die unterschiedliche Profile besitzen. Die Optionen für RGB und CMYK sollten nun klar sein.

Quelle: Marianne Deiters

Wenn Sie Ihre Bilder und anderen Dateien in Photoshop schon fertig separiert haben und Indesign das gleiche Farbprofil für das Dokument nutzt, wählen Sie auf jeden Fall

»Werte beibehalten (Profile in Verknüpfungen ignorieren)«, dann wird bei der Ausgabe in ein PDF keine weitere Konvertierung von CMYK zu CMYK geschehen. (Laut Adobe ist dies der sichere CMYK-Workflow). Wenn Sie aber mit bunt gemischten Verknüpfungen arbeiten, wählen Sie besser »Eingebettete Profile beibehalten«, dann sind Sie für alle späteren Konvertierungen auf der sicheren Seite. Voraussetzung ist hier selbstverständlich, dass alle Dateien richtig profiliert wurden.

In Indesign können Sie einzelnen Bildern auch nachträglich Profile zuweisen. Dazu klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste (oder mit Ihrem Stift-Rechtsklick ;-) auf das platzierte Bild und wählen im Kontextmenü ganz unten den Befehl »Grafiken« und dann »Farbeinstellungen für Bild«. Im Dialogfeld haben Sie dann die Möglichkeit ein anderes Profil zuzuweisen und zusätzlich einen eigenen Rendering Intent, (perzeptiv, relativ farbmetrisch, ) auszuwählen. »Dokumentbildpriorität« bedeutet, dass das aktuelle Farbprofil des Dokumentes verwendet wird.

Quelle: Marianne Deiters

Für die Profilkonvertierungen finden Sie, genau wie zuvor für Photoshop beschrieben, den Befehl:

»In Profil umwandeln « aus dem Menü »Bearbeiten«. Mit diesem Befehl ändern sich die Werte. Deshalb sollten Sie Ihre Flächenfarben, die Farbfelder noch einmal kontrollieren.
Der Befehl »Profile zuweisen«, aus dem gleichen Menü, ist in Indesign komplexer, da wir jeweils für RGB und CMYK eine Auswahl machen können. Außerdem können Sie für Ihre Farbflächen, Bilder und Transparenzberechnungen unterschiedliche Rendering Intents wählen. Wenn Sie ein Profil zuweisen geschieht keine Umrechnung der Werte, aber die Voransicht kann sich ändern. »Farbeinstellungspriorität zuweisen« verwendet die Einstellung des Rendering Intents aus den Farbeinstellungen.

Sie können die Einstellungen aus Indesign ebenso in Illustrator verwenden, Die Konvertierung von einem CMYK- in ein RGB-Profil funktioniert über das Menü »Datei« > »Dokumentfarbmodus«. Hier werden die Einstellungen aus den Farbeinstellungen zugrunde gelegt.

Demnächst hier im Blog

Im Nächsten Teil geht es um die profilgesteuerte Ausgabe, das Proofen für Monitor und Druck.

Marianne Deiters gibt Trainings für viele Themen rund um die Creative Suite. Fragen Sie gerne Ihr individuelles Firmentraining an: www.education-point.de.

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