Bunt oder Unbunt?

08.03.2018 09:00:00
Die Farben CMYK treten zwar meistens zusammen auf; im Grunde genommen sind es aber zwei Lager: die Buntfarben Cyan, Magenta und Gelb sowie die Unbuntfarbe Schwarz. Damit das Druckbild stimmt, müssen sie zusammenarbeiten. Nach dem Motto: nicht zu viel und nicht zu wenig.

Der Offsetdruck arbeitet mit vier Farben: Cyan (C), Magenta (M), Gelb (Y) und Schwarz (K). Weil es sich um lasierende Farben handelt, vermischen sie sich beim Drucken.

Welche Farben in welcher Intensität und welcher Tiefe herauskommen, hängt davon ab, wie C, Y, M und K in der Druckdatei angelegt und welche ICC-Profile zum Einsatz kommen. Außerdem spielt das Papier eine Rolle.

Papier: ein limitierender Faktor

Im Offsetdruck spricht man nicht nur von Farben, sondern von drei Unterstufen namens Primärfarben, Sekundärfarben und Tertiärfarben.
Quelle: Zivica / Pixabay
In einer Druckdatei lassen sich C, M, Y und K Werte in Prozent zuordnen, die den Farbauftrag beim Drucken bestimmen. Jede Farbe kann maximal mit 100 Prozent belegt werden. Legt man diesen Höchstwert für jede einzelne Farbe an, erhält man einen Farbauftrag von 400 Prozent.

Das jedoch macht kein Papier mit. Eine der negativen Folge wäre, dass die Farbe nicht schnell genug trocknet. Um wie viel Prozent der Farbauftrag verringert werden muss, damit das Druckergebnis passt, hängt von der Papiersorte ab: Bogenoffsetpapiere schaffen in der Regel maximal 350 Prozent, Zeitungspapiere nur bis zu etwa 240 Prozent.

Es geht beim Drucken jedoch nicht nur darum, den Farbauftrag in Abhängigkeit des Papiers zu reduzieren, sondern auch darum, brillante, scharfe, tiefe Farben zu erzielen. Es geht also auch um die Frage, wie Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz miteinander kombiniert werden.

Der Fachmann spricht vom richtigen Farbaufbau. Man unterscheidet den Unbunt- und den Buntaufbau. Wichtig zu wissen: Schwarz ist eine Unbuntfarbe, die restlichen drei sind Buntfarben.

In diesem Zusammenhang fallen auch oft die Abkürzungen UCR und GCR, die für Under Color Removal und Grey Component Replacement stehen. Während es sich bei UCR um einen Buntaufbau mit Unterfarbenreduzierung handelt, ist GCR der maximale Unbuntaufbau.

Die Farbseparation – ebenfalls ein wichtiger Fachbegriff – steht für das Errechnen einzelner Druckfarben. Wichtig ist das gesamte Thema beispielsweise, wenn RGB-Daten in CMYK-Daten für den Druck umgewandelt werden müssen.

In vielen Fällen übernehmen ICC-Profile die passenden Einstellungen, die auf das jeweilige Papier abgestimmt sind. In dem Profil ist also die Art des Farbaufbaus festgehalten. In manchen Spezialfällen jedoch sollte die Druckvorstufe die Möglichkeiten des Farbaufbaus mischen.

Der Buntaufbau

Nutzt man den Buntaufbau für die Vorbereitung der Farbseparation, werden alle Farben eines Bildes durch die Mischung der Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb erzielt. Hierbei entstehen graue Töne wie auch Schwarz durch die jeweils gleichen Anteile der jeweiligen Farben.

Die Druckfarbe Schwarz wird deshalb theoretisch bei diesem Aufbau eines Bildes gar nicht benötigt. Es wird höchstens dazu eingesetzt, die Tiefenzeichnung und den Kontrast ein wenig zu verstärken.

Der Nachteil ist allerdings, dass gerade im Bereich der Grautöne im Druck bereits kleinste Schwankungen der Farbmischung deutlich wahrnehmbar sind – das Grau erhält dann einen Farbstich. Zudem wird hierbei ein zu hoher Farbanteil benötigt. Das wiederum führt dazu, dass die Druckmedien bei vielen schwarzen Bereichen schlecht trocknen. Deshalb kommt der reine Buntaufbau in der Praxis nur selten vor.

Der Unbuntaufbau

Um Bildfarben brillanter und schärfer erscheinen zu lassen, bedient man sich verschiedener Möglichkeiten des Farbaufbaus.
Quelle: Matthias Baumbach
Soll der Farbauftrag vermindert werden, nutzt man den Unbuntaufbau. Hierbei werden sämtliche Farbanteile aus CMY, die ein Schwarz ergeben würden, durch 100 Prozent Schwarz (K) ersetzt. Man spricht auch von Schwarzaufbau.

Grauwerte hingegen, die sich aufgrund der Zusammensetzung gleicher Anteile von CMY ergeben, ersetzt man mit Schwarzanteilen, sodass der gleiche Grauwert entsteht.

Handelt es sich um Tertiärfarben, wird die Buntfarbe entfernt, die den geringsten Farbanteil aufweist, und durch einen Schwarzwert ersetzt.

Von Tertiärfarben spricht man bei Mischverhältnissen der drei Primärfarben Cyan, Magenta und Gelb, die übereinander gedruckt werden.

Unterfarbenreduzierung

Beim UCR werden die gleichen Anteile von Cyan, Magenta und Gelb in den hierdurch neutralen Bereichen vermindert und durch Schwarzanteile ersetzt. UCR wird hauptsächlich bei Bildern verwendet, die scharfe Linien oder Buchstaben wie Screenshots oder Pixelbilder zeigen.

Die Nutzung eines reinen Buntaufbaus würde hier zum Verschwimmen der feinen Striche führen. Wer viel mit derartigen Bildern im Druck arbeitet, und sie hierzu in CMYK umwandeln muss, sollte bei der Umwandlung beim Punkt „GCR“ die Option „max. Schwarz“ verwenden, damit das Grau der Screenshots nur aus Schwarz besteht.

Maximaler Unbuntaufbau

Beim Schwarzaufbau werden sämtliche Farbanteile aus CMY, die ein Schwarz ergäben, durch 100 Prozent K ersetzt.
Quelle: Matthias Baumbach
Das GCR hingegen reduziert den Farbauftrag nicht nur dadurch, dass Grautöne ersetzt werden, sondern geht noch einen Schritt weiter, indem auch einzelne Buntfarben durch Schwarz ersetzt werden.

Das Problem ist allerdings, dass bei Verwenden von zu viel Schwarz die Bilder im Druck kraftlos wirken: Sie „vergrauen“ und verlieren an Brillanz.

Zudem kann es zu sichtbaren Tonwertsprüngen kommen, wenn die Umrechnung nicht stimmt. Deshalb sollte man das unterschiedlich einzustellende GCR maßvoll einsetzen – am besten im mittleren Bereich, sodass helle Töne davon nicht betroffen sind.

Dennoch ist GCR vor allem bei Produkten sinnvoll, die schnell trocknen und wenig Farbauftrag aufweisen sollen.

In den meisten Farbseparationseinstellungen der Anwendungsprogramme und in den gängigen ICC-Profilen wie ECI-ISO Coated und Uncoated ist deshalb bereits ein mittleres GCR beim Arbeitsfarbraum eingestellt.

Farbaufbau selbst verändern

Wenn Sie bei der Umrechnung Ihrer RGB-Bilder in CMYK ein ICC-Profil verwenden (unter Photoshop im Menü „Bearbeiten“, Menüpunkt „Farbeinstellungen“, im Bereich „Arbeitsfarbräume“, unter „CMYK“), müssen Sie sich nicht weiter um die Einstellungen des Farbaufbaus kümmern.

LASERLINE empfiehlt die Profile der ECI. Sie orientieren sich am ProzessStandard Offsetdruck, nach dem LASERLINE seinen Workflow eingerichtet hat. Außerdem ist die Farbumwandlung mit diesen Profilen ideal auf das jeweilige Papier abgestimmt.

Die in derartigen Profilen niedergelegten Einstellungen sind Standardwerte, mit denen man in der Praxis gute Erfahrungen gemacht hat. Bei manchen Motiven kann es aber ausnahmsweise sinnvoll sein, die Farbumwandlung nach CMYK nicht mit den Standardprofilen durchzuführen. Beispielsweise bei Screenshots oder Logos, deren Grauwerte möglichst neutral erscheinen sollen und deshalb am besten nur aus Schwarz bestehen.

Für solche Gelegenheiten empfiehlt es sich, in Photoshop in den Farbeinstellungen unter „Arbeitsfarbräume“ unter dem Punkt „CMYK“ den Punkt „Eigenes CMYK…“ auszuwählen. Suchen Sie sich hier die gewünschten Druckfarben und wählen Sie im unteren Bereich „GCR“ sowie bei Schwarzaufbau „Maximum“.

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