Buchstabenabstände zurichten

28.05.2015 09:00:00
Gute Layouter richten Buchstabenabstände bei Bedarf manuell zu. Was es bringt und wie es funktioniert.

Unter dem Begriff Zurichtung versteht man im Satz das manuelle „ndern der Buchstabenabstände. Das kann aus typografischen Gründen nötig werden, um den Grauwert eines Textes zu beeinflussen und so die Lesbarkeit zu verbessern. Um Schriften sinnvoll zurichten zu können, muss man den Aufbau von Buchstaben kennen.

Der Schriftkegel

Die Breite eines Schriftkegels wird auch Dickte genannt. Sie umfasst die Breite des Zeichens an sich sowie die Vor- und die Nachbreite, die als Fleisch bezeichnet werden. Die Dickte legt also den Abstand zwischen zwei Zeichen fest. Beim manuellen Zurichten wird nicht die Breite des Buchstabens verändert, sondern die Vor- oder/und die Nachbreite angepasst.

Dicktenwert

Quelle: Peter Wiegel/ Wikimedia Commons

Quelle: Peter Wiegel/
Wikimedia Commons Man kann die Dickte in Zahlen angeben, der Wert wird dabei immer auf ein Geviert bezogen, das in einzelne Einheiten unterteilt wird. Es gibt Schriften, bei denen der Dicktenwert bei jedem Buchstaben gleich ist und solche, bei denen er variiert. Erstere werden als dicktengleiche oder Monospace-Schriften bezeichnet. Zu ihnen zählt beispielsweise die Courier, generell fallen Schreibmaschinenfonts in diese Kategorie. Fonts bei denen die Dickte je nach Zeichen unterschiedlich ausfällt, nennt man dagegen Proportionalschriften.

Ziele

Das Anpassen der Breite von Buchstaben beeinflusst den optischen Eindruck von Texten und damit den Grauwert. Über die Zurichtung kann man die Lesbarkeit verbessern. Vergrößert man den Abstand zwischen zwei Zeichen, damit sie optisch nicht ineinanderfließen, bezeichnet man das als Spationieren. Den gegenteiligen Fall, das Verringern des Abstands, nennt man Unterschneiden. Es dient dazu, dass Zeichen innerhalb eines Worts nicht auseinanderfallen.

Praktische Tipps

Bei großen Textmengen ist es zu aufwändig und in der Regel auch nicht nötig, die Dickte manuell anzupassen. Dagegen sollte man bei kürzeren Texten oder Überschriften durchaus darauf achten, ob Optimierungsbedarf besteht. Die reguläre Laufweite einer Schrift, auch Normalschriftweite genannt, erkennt man am besten an der Punze des Buchstabens n.

 

Ligaturen

Quelle: El Grafo/ Wikimedia Commons

Quelle: El Grafo/
Wikimedia Commons Besonderes Augenmerk sollte man auf Buchstabenkombinationen wie ff legen, sofern die gewählte Schrift hier keine eigenen Ligaturen anbietet. Ligaturen verschmelzen zwei Zeichen zu einer Glyphe, um unschöne Lücken im Satz zu vermeiden. Im Gegensatz zu zugerichteten Buchstaben werden sie als eigenes Zeichen gestaltet. Beispiele sind die Kombinationen ff, fi, fl und ft. Je nach Font sind in der Regel unterschiedliche Ligaturen verfügbar, die aus ästhetischen Gesichtspunkten unbedingt verwendet werden sollten.

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