Broschüren transportieren Botschaften

19.07.2018 10:00:00
Wer eine Broschüre herausgibt, will Informationen vermitteln. Das gelingt nur, wenn neben dem Inhalt die Optik stimmt. Das beginnt bei den richtigen Schriften und führt bis zum Bundzuwachs.

Wir haben daher ein paar wertvolle Tipps zum Anlegen und Drucken von Broschüren zusammengestellt. Lesen Sie hier unsere TOP 7 Tipps für die Gestaltung von Broschüren.

TIPP 1: Wenige Schriften verwenden

Die Gestaltung von Broschüren bietet viele Möglichkeiten, um den Leser zum Kunden zu konvertieren.
Es ist sinnvoll, mehr als nur eine Schrift zu verwenden. Immerhin will man mit seiner Broschüre Aufmerksamkeit erzielen. Und das funktioniert auch über eine auffallende Typografie.

Wer aber mehr als drei Schriftschnitte oder gar Schriften einsetzt, übertreibt es meistens. Im Ergebnis kann sich der Leser nicht auf den Inhalt der Texte konzentrieren – die Botschaft geht in der Typo-Menge unter.

Des Weiteren gilt: Wenn der Grafiker beispielsweise eine Regular und eine Kursive derselben Familie mit der Schrift einer anderen Familie kombinieren will, sollten sich beide deutlich unterscheiden.

So fallen die Schriften auf und kennzeichnen verschiedene Inhalte optisch eindeutig.

TIPP 2: Auf den Satz achten

Ob Flattersatz oder Blocksatz ist nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Frage der Leserlichkeit.

Im ersten Moment verspricht der Blocksatz vor allem Laien mehr Ruhe – er schafft schließlich eine gerade senkrechte Linie am rechten und linken Rand der Spalte. Abhängig von der Schrift jedoch können die Abstände zwischen den Worten zu groß werden.

Das Bild zerreißt, der Leser hat Mühe, die Satzteile so wahrzunehmen, dass er die Inhalte leicht erfassen und verstehen kann. Und weg ist der potentielle Kunde.

TIPP 3: Mit dem Satzspiegel Harmonie schaffen

Der Satzspiegel bestimmt, wie viele Spalten eine Seite hat, wie viel Platz zwischen ihnen liegt und den Rand, damit das Gesamtbild gut lesbar ist.
Mit dem Anlegen des Satzspiegels legt man im Wesentlichen fest, wie viele Spalten eine Seite hat, wie viel Platz zwischen ihnen ist und wie breit der Rand ist.

Das Gesamtbild sollte harmonisch und gut zu lesen sein. Das bedeutet, dass man beim Seitenspiegel nicht nur eine Seite im Blick haben sollte, sondern die linke und die rechte im Zusammenspiel.

Dazu entscheidet man sich meistens zwischen der Proportionierung „2:3:4:6“, der „Neunerteilung“ und der „Diagonalkonstruktion“. Mehr dazu finden Sie hier.

TIPP 4: Textgruppen strukturieren

Textgruppen zu strukturieren bedeutet zum Beispiel, dass die Spalten immer auf derselben Höhe beginnen. Es sei denn, eine Spalte beginnt mit einem grafischen Element.

Des Weiteren sollten die einzelnen Zeilen mehrerer Spalten auf derselben Höhe liegen. Auch, wenn man die Spalten von einer zur anderen Seite vergleicht.

Man spricht von der Grundlinie der Schriften, die man festlegt. Selbst kleine Ungenauigkeiten fallen dem Leser auf – durchaus unbewusst – und stören das Gesamtbild.

Gute Satzprogramme achten automatisch darauf, dass die Linien zueinander passen. Allerdings verschieben sie sich oft beim Satz einer Vorder- und Rückseite, was bei dünnem Papier sehr auffällt.

TIPP 5: Typografische Satzfehler vermeiden

Damit es dem Leser leicht fällt, die Texte zu erfassen, sollte man den sogenannten Schusterjungen beziehungsweise das Waisenkind vermeiden. Davon spricht man, wenn ein neuer Absatz in der letzten Zeile einer Spalte beginnt.

Genauso ärgerlich ist es, wenn die letzte Zeile eines Abschnittes in die nächste Spalte rutscht. Der Fachausdruck lautet Hurenkind.

Ebenfalls ist es wichtig, dass Schriftgrad, Zeilenabstand (Durchschuss) und Zeilenlänge zueinander passen. Im Detail ist das Geschmacksache. Aber grundsätzlich gilt zum Beispiel, dass längere Zeilen einen größeren Durchschuss brauchen, um gut lesbar zu sein.

Auch sollten Spalten in Fließtexten maximal 55 bis 60 Zeichen haben, weil der Leser am Ende einer Zeile sonst nicht schnell genug an den nächsten Zeilenanfang springen kann.

TIPP 6: Auf den Bundzuwachs achten

Ab ca. 48 Seiten wird der Bundzuwachs relevant, weshalb innenliegende Doppelseiten einen größeren Rand nach außen erfordern.
Bei Broschüren, die eine Rückstichheftung oder Ringösenheftung haben, werden gefalzte Doppelseiten ineinander gelegt. Geht man von 6 Seiten inklusive Umschlag aus, besteht die erste Doppelseite aus dem Titelblatt mit der Seite 2 und der Rückseite mit der Seite 5.

Beim Zusammenklappen der Broschüre ragen die inneren Seiten über die äußeren hinaus. Um das auszugleichen, werden sie beschnitten. Das hat zur Folge, dass der freie, äußere Rand zum Text hin bei den inneren Seiten kleiner ist als bei den äußeren. Bei wenigen Seiten ist dieser Effekt zu vernachlässigen.

Ab circa 48 Seiten wird der Bundzuwachs relevant. Deswegen müssen die Doppelseiten, die bei ausgeklappter Broschüre weiter oben liegen, einen größeren äußeren Rand nach außen haben als die Doppelseiten, die weiter unten liegen.

Der innere Rand von einer linken zur rechten Seite ist der Bund, der von innen nach außen betrachtet wachsen sollte. Deswegen spricht man von Bundzuwachs. Die Textspalten rücken vom Bund weg. Wie groß der Zuwachs sein muss, hängt unter anderem von der Papierstärke beziehungsweise der Grammatur ab.

Je höher die Grammatur, desto größer muss das Bundzuwachs von innen nach außen sein. Die Verschiebungen liegen oft nur bei einem halben Millimeter, was sich in der Summe aber bemerkbar macht. Aufpassen muss man, wenn Bilder im Hintergrund über eine Doppelseite laufen. Dann darf nur der Satzspiegel verschoben werden.

Grundsätzlich kann man den Bundzuwachs über eine Software oder manuell anlegen. LASERLINE verzichtet erst einmal darauf, um keine unerwünschten Ergebnisse zu erzielen, falls er schon berücksichtigt sein sollte. Wer möchte, dass unsere Onlinedruckerei die Berechnung des Bundzuwachs' übernimmt, kann sich gern an unsere Druckexperten aus dem Kundenservice wenden.

TIPP 7: Papier und Anlass aufeinander abstimmen

Generell erwartet man von einer Broschüre etwas Handliches und nicht zu Umfangreiches, keinen schweren Katalog. Was das Papier und mögliche Veredelungen angeht, hängt die richtige Wahl vom Anlass und der Zielgruppe ab.

Broschüren für ein exquisites Hotel können durchaus auf hochglänzendem Papier gedruckt werden. Solche für eine ökologisch engagierte Organisation werden eher matt, schlichter und auf ungestrichenem Papier daherkommen.

Mal eben nebenbei ist eine gute Broschüre also nicht gemacht. Wenn man sich aber die notwendige Zeit für die Konzeption und Gestaltung nimmt, überzeugt sie den potentiellen Kunden – ob bewusst oder unbewusst.

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