Bokeh oder Ohweh

29.08.2013 09:00:00
Hintergründiges zum Thema Hintergrund in der Fotografie: Was ist Bokeh?

„Mehr Konzentration!“ ... wenn das immer so einfach wäre. Wenn jemand unzufrieden mit unserer Leistung ist, soll der Grund immer sein, dass wir uns nicht genug konzentriert haben. Angeblich. Auf's Wesentliche! Womit allerdings jedes Gegenüber etwas anderes meint. Doch wenn die Konzentration dann stimmt, geht es mit dem ganzen Rest bergab, weil man oft nicht multitaskingfähig genug ist. Was das alles mit Fotografie zu tun hat? Das erklären wir Ihnen hier gern.

Wie tief kann man sehen?

Quelle: Kesberger
Konzentrieren wir uns fotografisch auf das Wesentliche – das fällt zum Glück oft leichter als im richtigen Leben. Denn Bildsprache kann so einfach sein: Wenn wir die Blende weit öffnen, dann reduziert sich die Tiefenschärfe und im Auge des Betrachters stellt sich die Konzentration von ganz allein ein. Ganz so leicht ist es jedoch nicht. Mit einer Kompaktkamera mit kleinem Sensor ist die Tiefenschärfe schon bei offener Blende viel zu groß, um selektive Schärfe zum Gestaltungsmittel zu machen. Und auch bei Systemkameras mit größeren Sensoren wird zumindest bei starken Weitwinkelobjektiven eine exakte Fokussierung nicht zum Thema Nummer eins. Ist schließlich eh fast alles scharf.

Nicht zum Trinken: Das Bokeh

Quelle: Kesberger
Wenn Sensor, Brennweite und gewählte Blende dagegen einen enger umgrenzten Schärfebereich erlauben, weiß der Betrachter zwar, was dem Fotografen wichtig war. Aber ein gutes Foto garantiert das noch lange nicht. Da ist oft auch das Objektiv selbst nicht ohne Schuld. Früher ging es bei der Beurteilung der Optikqualität nur um die scharfen Bereiche. In den Tabellenwerken der Fotozeitschriften ist das noch heute so, doch in der Internet-Community und glücklicherweise auch bei den Herstellern selbst hat längst auch die Darstellung der unscharfen Elemente an erheblicher Bedeutung gewonnen. Dies beschreibt das „Bokeh“. Da fehlen zwar oft die Worte der Beschreibung, aber im direkten Vergleich, wenn Blende, Brennweite und Fokus gleich sind, zeigt Objektiv A zarten Schmelz und weiche Übergänge, während Objektiv B hektische Konturen übermittelt.

Wachsende Laternenpfähle

Bis hierher war die Linse schuld, doch auch wir Fotografen sind nicht frei davon, wenn wir den Betrachter ratlos zurücklassen. Gerade wenn wir uns auf das Hauptmotiv den Glanz in den Augen, das zarte Lächeln konzentrieren, gehört auch der Blick für das große Ganze dazu, um den Laternenmast zu sehen, der scheinbar aus dem Hinterkopf der Portraitierten herauswächst. Auch wenn der schräg gehaltene Kopf dafür sorgt, dass durch die mitkippende Kamera der dezent unscharfe Hintergrund auf die schiefe Bahn gerät und so die Bildaussage erst wieder unterstützt, wenn wir besonders schräge Typen fotografieren.

Hinterher wird alles besser

Quelle: Kesberger
Doch die wirre Form ist nicht alles. Manchmal ist es auch die Farbe oder das Licht, die als störend werden empfunden. Zumindest, wenn die Hintergrundgegenstände strukturell noch erkennbar sind, sorgen leuchtende Farben oder der einzig verbliebene Sonnenstrahl schnell dafür, dass sich beim Angucken des fertigen Fotos niemand mehr für das Hauptmotiv interessiert. Liegen diese unabsichtlich betonten Bereiche am Bildrand, lassen sie sich oft einfach abschneiden. Aber auch eine via Photoshop selektiv reduzierte Farbsättigung wirkt oft Wunder, genau wie eine Belichtungskorrektur, die sich vorrangig um das Hauptmotiv kümmert, während nachträglich erzeugte Unschärfe oft abschreckend künstlich wirkt, im Vergleich zur natürlichen, weil optischen Unschärfe. Doch eines ist bei der Nachbearbeitung genauso wichtig wie bei der Aufnahme: Konzentration!

 

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