Bitte mit Lizenz

01.04.2010 09:00:00
Stichwort „Font Compliance“: Halten Sie rechtliche Vorgaben ein?

Nicht nur die unerlaubte Verwendung von Bildern oder Texten kann rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen: Auch Schriften dürfen nicht beliebig eingesetzt und verbreitet werden. Ohne gültige Lizenz drohen unangenehme Konsequenzen und schlimmstenfalls hohe Schadenersatzforderungen. Ein Blick auf die eigenen Fonts und Lizenzen beugt vor.

Was bedeutet „Font Compliance“?

Quelle: Thorben Wengert Pixelio

Quelle: Thorben Wengert
(Pixelio) Wörtlich übersetzt meint der Begriff „Schriften-Einhaltung“. Gemeint ist damit, dass die Fonts nur den entsprechenden Lizenzen gemäß verwendet und verschickt werden dürfen. Schrifthersteller legen die genauen Nutzungsbedingungen ihrer Fonts deutlich fest. Kauft und installiert ein Anwender eine Schrift, so erklärt er sich mit diesen Bedingungen einverstanden. Ein Verstoß gegen die Lizenzen wird immer häufiger verfolgt und geahndet: Dann wird derjenige, der den Font unrechtmäßig genutzt und/oder verbreitet hat, schadensersatzpflichtig.

Gängige Lizenzmodelle

Ein Blick auf die Statuten der Fontanbieter lohnt sich: „Mit vollständiger Bezahlung des vereinbarten Nutzungsentgelts gewährt Linotype GmbH dem Lizenznehmer ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares Recht, die Schriften-Software – soweit sie ab Auslieferung bzw. entsprechend der von dem Lizenznehmer geleisteten Zahlung freigeschaltet ist – auf bis zu fünf Computern gleichzeitig an einem einzelnen geographischen Ort des Lizenznehmers zu nutzen oder zu speichern und die Schriften-Software im Embedded Open Type (EOT) Format für nicht mehr als eine nicht-kommerzielle Webseite zu nutzen“, schreibt Linotype beispielsweise.

Lizenzverletzung droht

Quelle: Thorben Wengert Pixelio

Quelle: Thorben Wengert
(Pixelio) Solch deutliche Ausführungen lassen jedoch auch keinen Interpretationsspielraum zu: Wer die betreffende Schrift beispielsweise für mehr Arbeitsplätze nutzen will, braucht eine entsprechende (Firmen-)Lizenz. Auch die Weitergabe ist klar geregelt: „Der Lizenznehmer darf die in Dokumenten eingebettete Schriften-Software nur elektronisch weiterleiten, wenn diese Dokumente ausschließlich für den persönlichen oder internen Gebrauch bestimmt sind und die Schriften-Software darin als statische graphische Abbildung eingebettet ist“, legt der Schriftenanbieter Nummer eins weiter fest.

Freeware- und System-Fonts

Neben den lizenzpflichtigen Schriften gibt es auch so genannte Freeware-Fonts. Achtung: Eine Weiterverbreitung der Schrift ist in den meisten Fällen jedoch ebenfalls untersagt! Wer eine vermeintliche Freeware-Schrift entdeckt hat, sollte sie jedoch genau prüfen: Manchmal stellen auch Website-Betreiber Fonts als „frei“ ein, die eigentlich lizenzpflichtig sind. Auch Schriften, die von Haus aus auf einem Rechner installiert sind, können lizenzpflichtig sein. Gerade bei kommerziellen Aufträgen müssen Layouter daher sorgfältig prüfen, ob sie den Lizenzrichtlinien der verwendeten Fonts entsprechen und somit der „Font Compliance“ Rechnung tragen.

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