Bitte mehr als ein Bit

11.07.2013 09:00:00
Wenn 16,7 Millionen Farben manchmal nicht genug sind...

Wer noch gar nicht bemerkt hat, dass seine Kamera nicht nur JPGs ausspuckt und seine Speicherkarte immer gleich in das Kiosk-System im Drogeriemarkt steckt, für den wird die Farbtiefe auch künftig kein Begriff von Bedeutung sein. Doch wer lieber für Ausstellungswände oder glückliche Kunden fotografiert, der sollte sich mit der Frage der Tiefe einmal näher beschäftigen. Beim nächsten Photoshop-Abend werden Sie dankbar dafür sein.

Billionen oder Millionen

Quelle: X-Rite

Die meisten System- und Spiegelreflexkameras erlauben die Ausgabe von JPG-Dateien mit einer Farbtiefe von acht Bit und die Überspielung von RAW-Dateien, bei denen man dann im RAW-Konverter einstellen kann, ob eine Farbtiefe von acht oder 16 Bit abgespeichert werden soll. Mit acht Bit pro Kanal und damit 24 Bit im RGB-Farbraum lassen sich 16,7 Millionen Farben darstellen, eben 256 Abstufungen in Rot x 256 in Grün x 256 in Blau. Eigentlich mehr als genug, wenn man davon ausgeht, dass das Auge pro Farbe nicht mehr als 100 Abstufungen erkennt. Mit 16 bzw. insgesamt 48 bit sind das gleich 281 Billionen. Puh. Gilt dann wirklich noch: viel hilft viel?

Was auf dem Papier landet

Nicht zwangsläufig. Im Zeitalter des billigen USB-Sticks spielt der doppelte Speicherplatz zwar nur noch eine vernachlässigbare Größe, aber wenn man das Bild nur vom Ergebnis betrachtet, dann muss man schon zugeben, dass man die 16 bit meistens nicht braucht. Sie können üblicherweise nicht dargestellt werden. Der Offsetdruck mit seinen üblicherweise vier Farben kann gar nicht mehr als 8 bit. „hnlich sieht es mit Kiosk-Systemen mit Thermosublimationsdruck und den meisten Druckern auf heimischen Schreibtischen aus.

Aus zwölf mach mehr

Quelle: Canon

Wer seine Bilder ausbelichten und entwickeln lässt, profitiert theoretisch von einer unendlichen Farbtiefe. Nicht zuletzt weil aber auch hier nur Cyan, Yellow- und Magentaschichten am Farbwerk beteiligt sind und auch Ausbelichter ihre Grenzen haben, sind uns bis jetzt keine Unterschiede beim nasschemischen Printen von unbearbeiteten 8- und 16-bit-Dateien bekannt geworden. Zudem erlauben viele einfache oder ältere Bildbearbeitungsprogramme gar keine 16-Bit-Dateien oder nur deren eingeschränkte Nutzung. Andererseits gibt es durchaus Canon-12-Farb-Drucker, die damit werben, dass sie je nach Treiber Farbräume mit zwölf Bit darstellen können. Wenn wie bei den Epson-Großformat-Systemen Orange und Grün zusätzlich zu CMYK, Lightfarben und Graustufen dazukommen, dann sollte man sich nicht so sicher sein, ob 8 Bit wirklich das Ende der Farbfahnenstange sind.

Die Bearbeitung

Doch es gibt noch einen viel wichtigeren Grund, bei Dateien, die auf dem Weg zum perfekten Print noch in Photoshop bearbeitet werden, auf Ausgangsmaterial mit größerer Farbtiefe zu setzen. Wenn im Zuge der Kontrast- und Farbbearbeitung das ein oder andere Bit verloren geht, werden aus acht Bit ganz schnell nur sechs. Das sind dann pro Kanal lediglich 64 Abstufungen erinnern Sie sich noch an das Auge? und die lassen sich oft nicht mehr als seidig weiche Verläufe, sondern eher als treppenförmige Gebilde darstellen. Die Lichter fressen aus und die Schatten laufen zu. Dagegen tut der 16-Bit-Datei der gleiche Verlust von 2 Bit nicht weh. Es bleiben ja immer noch 16.384 Stufen. Da wohnt nicht nur dem Anfang ein Zauber inne. Erst recht, wenn man bedenkt, dass sich die Kamera real eher im Bereich von 14 Bit tummelt und auch dafür außer beim Foveon-Sensor von Sigma schon reichlich interpoliert wird. Wie schön auch immer gerechnet für aufwändige Bearbeitungen sind 16 Bit eine sinnvolle Reserve.

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