Bitte auslassen!

01.08.2013 09:00:00
Das Auslassungszeichen wird mittlerweile inflationär verwendet: Dabei ist klar geregelt, wann der Apostroph gesetzt wird.

Etwas uncharmant bezeichnet man es als Deppen-Apostroph: Das Auslassungszeichen, das im Deutschen für den Genitiv eigentlich nicht gesetzt wird. Im Englischen wird dieses s dagegen per Apostroph abgesetzt, was leider auch hier immer mehr Einzug hält. Dabei regelt die Rechtschreibung unmissverständlich, wann das Auslassungszeichen in Erscheinung tritt und wann nicht.

Geschichte des Auslassungszeichens

Quelle: Mark Voorendt / Wikimedia

Quelle: Mark Voorendt /
Wikimedia Der Begriff Apostroph stammt vom altgriechischen Wort für der Abgewandte ab. Das Auslassungszeichen wird auch Ellipsenzeichen, Hochkomma oder Oberstrich genannt. Bis zum 19. Jahrhundert war es im Deutschen üblich, wie im Englischen das Genitiv-s mit Apostroph abzutrennen. Seither wird es jedoch direkt an das Substantiv angehängt. Noch heute schreiben sich aber viele Traditionsmarken mit einem Apostroph im Namen, beispielsweise die Brauerei Becks.

 

Finger weg!

Der Apostroph darf im Deutschen nicht bei Genitiven gesetzt werden. Es heißt korrekt Annas Backstube und nicht Annas Backstube. Eine Ausnahme sind Namen, die auf s enden, hier steht der Apostroph jedoch am Ende: Markus Werkstatt ist hier korrekt. Ebenfalls ausgenommen von der Regel sind Eigen- und Firmennamen, hier funktioniert der Apostroph aber nicht als Auslassungszeichen. Die Verschmelzung von Artikel und Präposition wird auch nicht durch einen Apostroph gekennzeichnet. So heißt es aufs, fürs, hinterm, ins, unterm und vorm. Auf gar keinen Fall darf der Apostroph beim Plural-s gesetzt werden. Es heißt nach wie vor Autos und nicht Autos. Selbst Wörter die auf s enden, wurden schon mit Apostrophierung gesichtet. Das ist natürlich falsch, wenn auch unterhaltsam: links oder eigens zum Beispiel.

 

Kann man machen

Quelle: Xavax / Wikimedia

Quelle: Xavax /
Wikimedia Seit der Rechtschreibreform ist es möglich, bei verkürztem es einen Apostroph zu setzen oder auch nicht. Zum Beispiel Wie gehts? oder Wie gehts, Sags mir oder Sags mir. Als Auslassungszeichen kann der Apostroph verwendet werden, um ein oder eine in Umgangssprache wiederzugeben: Hast du mal ne Mark?. Weiterhin kann man den Apostroph noch setzen, wenn das Verbendungs-e ersetzt werden soll: Lass mich in Ruhe oder Heute back ich. In diesen Fällen wird jedoch mittlerweile empfohlen, darauf zu verzichten.

 

Muss man machen

Auslassungen im Wortinneren müssen mit dem Auslassungszeichen gekennzeichnet werden, beispielsweise der Kudamm. Auch das bereits erwähnte Genitiv-s muss bei Namen, die auf s enden durch einen Apostroph ersetzt werden: Matthias Haus. Wird der Genitiv dagegen ausgeschrieben und mit einem Attribut versehen, entfällt das Auslassungszeichen: das alte Haus des Matthias.

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