Bilder im Layout

11.01.2006 09:00:00
Wie Sie ohne Probleme vom Scan zum Layout gelangen und für dieses vorbereiten - von der Korrektur bis zur richtigen Auflösung ...

Gescannte Bilder in das Layout einer Broschüre oder eines Flyers einzupassen ist dank guter Satz- und Grafikprogramme ein Kinderspiel - könnte man meinen. Doch gerade selbstgescannte Bilder oder Aufnahmen aus einer Digitalkamera bedürfen meist einer gewissen Korrektur in Photoshop, sei es bei der Auflösung oder beim Tonwert. Zudem ändern sich bei der Skalierung des Bildes im Layout die Auflösungswerte. Dies gilt es zu beachten, will man keine übergroßen Satzdateien übergeben müssen oder zu niedrige bzw. zu hohe Auflösungen und falsche Farbdarstellungen im Endprodukt erhalten.

CMYK, RGB oder LAB?

In der vergangenen Woche erläuterten wir Ihnen, wie Sie beim Scannen die richtige Auflösung ermitteln können. Doch damit ist ein gescanntes Bild noch lange nicht druckbereit. Denn beim Scan eines Bildes erhalten Sie meist ein Bild im RGB-Modus. Dies hat technische Gründe, da ein Scanner ebenso wie ein Monitor nur zur Aufnahme und Wiedergabe des RGB-Farbraums in der Lage ist. Scannen Sie deshalb zunächst in RGB, um das Bild später in Photoshop oder einem anderen Bildbearbeitungsprogramm in den CMYK-Modus, in dem bei LASERLINE später auch Ihre Druckerzeugnisse produziert werden, umzuwandeln. Verwenden Sie zur Weiterverwendung Ihrer Bilder jedoch niemals RGB oder LAB. Dies kann zu starken Farbdifferenzen im Endprodukt führen (lesen hierzu auch unseren Text "Farbräume verstehen"). Allerdings ist auch die Monitordarstellung im CMYK-Modus nicht verbindlich, wie wir schon in unserem Text "Das WYSIWYG-Märchen" erläuterten. Deshalb sollten Sie, wollen Sie ganz sicher sein, vor der Drucklegung Ihres Druckerzeugnisses einen Proof erstellen lassen.

Umwandlung RGB in CMYK

Zur Umwandlung des Farbmodus Ihres Bildes sollten Sie das von Ihnen geplante Papier berücksichtigen und ein entsprechendes Profil während der Umwandlung in Photoshop nutzen. Bei den Profilen wird bereits das spätere Papier, wie gestrichen (coated) oder ungestrichen (uncoated), berücksichtigt. So wird der spätere Farbauftrag, der für jede Papiersorte unterschiedlich ausfällt, exakt passend erzeugt. Allerdings ist nicht jedes Anwendungsprogramm in der Lage, ein gutes Farbmanagement zu nutzen. Insbesondere bei QuarkXPress raten wir in den bisherigen Versionen von der Nutzung des im Programm integrierten Farbmanagements ab. Die aktuellen Versionen der Adobe-Anwendungen hingegen bieten ein ausgereiftes und durchgängig gutes Colormanagement, das - einmal in Photoshop eingestellt - in allen Programmen des Herstellers Anwendung findet. Die Profile dienen v.a. bei Photoshop zur Kontrolle Ihrer Daten mittels eines sogenannten Softproofs, also der Simulation des Druckerzeugnisses am Monitor.

Profile

Bei der Umwandlung empfiehlt LASERLINE die Nutzung der Standardprofile der ECI, die auch bei LASERLINE eingesetzt werden. Wenn Sie mit diesen (ISOuncoated oder ISOcoated) Ihren Softproof erstellen, simulieren Sie den Druck an Ihrem Monitor mit den gleichen Voraussetzungen, wie sie bei LASERLINE später auch auf dem Hardproof bzw. dem Druck angewandt werden. Betten Sie deshalb bitte NICHT das Profil in die Bilddaten beim Speichern ein. Haben Sie für die Erstellung Ihres Softproofs jedoch ein falsches Profil genutzt, könnten Farbverschiebungen die Folge sein. Sind Sie sich deshalb nicht ganz sicher sind, ob das Endergebnis Ihrer Simulation entspricht, sollten Sie einen Proof mit Ihrem Auftrag bestellen.

Die richtige Auflösung für den perfekten Druck

Haben Sie die Bilddaten aus dem Scanner umgewandelt, heißt es die richtige Auflösung für das Bild zu finden. Photoshop arbeitet hier mit der Maßeinheit ppi (pixel per inch). Für die Auflösung Ihrer Bilddaten und den perfekten Druck empfehlen wir Ihnen folgende Einstellungen: 

Auflösung / Pixel-Daten
300 ppi empfohlene Mindestauflösung
350 ppi optimal für 70er Raster
400 ppi optimal für 80er Raster
1.200 ppi optimal Strichscans

Beachten Sie jedoch bei diesen Vorgaben, dass die Auflösung immer auch kontrastabhängig gesehen werden muss. Je höher der Kontrast eines Bildes ist, desto höher muss die Auflösung gewählt werden. Zudem sollten Sie beachten, dass Bilder durch Skalierung ebenfalls ihre Auflösungswerte verändern. Wenn Sie beispielsweise ein Bild mit 300 ppi auf die Hälfte herunterskalieren, so verdoppelt sich hierdurch die Auflösung, da sie auf die halbe Größe genauso viele Pixel verteilen, wie zuvor. Ebenso verringern Sie die Auflösung, wenn Sie das Bild größer skalieren. Aus diesem Grund ist es anzuraten, immer vor dem Scan bereits die Größe des Bildes im Layout zumindest ungefähr zu wissen und in dieser Größe durchgehend zu arbeiten. Oder Sie wählen bewusst ein größeres oder kleineres Maß, um dieses bei höherer Auflösung als zur Bildausgabe notwendig einzulesen und später durch Skalierung entsprechend anzupassen (auch in der Auflösung).

Bilder freistellen

Müssen Sie für das spätere Layout Ihre Bilder freistellen, sollten Sie erst nach Umwandlung der Farbwerte und der Auflösung arbeiten. Nutzen Sie in Photoshop das Feder-(Zeichenstift-)werkzeug, können Sie unschöne Freistellungen, wie sie durch grobe Auswahl zustande kommen, vermeiden. Um eine noch saubere Linie zu erhalten, stellen Sie am besten beim Speichern eine Kurvenannäherung von minimal 1 Pixel ein (falsch wäre z.B. 0,5 Pixel). Anderenfalls kann es zu Postscript-Fehlern bei der Ausgabe kommen und Ihr Drucktermin könnte sich auf Grund der Fehlersuche verzögern. Wollen Sie das freigestellte Bild in anderen Programmen auch als solches importieren, nutzen Sie das EPS-Format. Dies jedoch ohne die Einstellung JPEG als Bildschirmdarstellung oder weitere Optionen. Sie führen dazu, dass die Datei nur unnötig groß wird und in der Darstellung komprimiert erscheint. Wollen Sie das Bild allerdings in anderen Programmen nicht weiter bearbeiten, so können Sie bei einer Kopie des Originals (niemals am Original selbst!) die beim Freistellen angelegten Ebenen auf eine Ebene reduzieren und alle Kanäle außer CMYK löschen.

Speicherformate

Das so entstandene Bild kann sich auf unterschiedliche Arten speichern lassen. Gut für den Datentransport zur Druckerei oder in ein Anwendungsprogramm geeignete Speicherformate sind TIFF, JPEG, und EPS-Dateien. Sowohl TIFF als auch EPS arbeiten verlustfrei und können deshalb immer wieder geöffnet und neu abgespeichert werden. JPEG hingegen ist ein mit Kompression arbeitendes Format. Nutzen Sie "Hohe Qualität" beim Speichern gehen beim ersten Speichern nur "unsichtbare" Informationen verloren. Mit jedem Öffnen und neu speichern aber wird die Kompression und damit auch der Verlust größer, bis es zu sichtbaren "Fehlern" in der Datei kommt. Wir empfehlen Ihnen deshalb immer ein Original-Bild zu nutzen, an dem Sie Änderungen vornehmen und erst für den letzten Schritt zur Druckerei oder in ein Grafikprogramm das Bild als JPG abzuspeichern. Auf Grund des hohen Verlustfaktor bzw. weil die Daten im PDF nicht verarbeitet werden können dürfen hingegen die folgenden Formate NICHT für den Druck verwendet werden, da sie zu Fehlern führen: DCS-EPS (vorsepariertes eps, das nicht verarbeitet werden kann), PSD, PICT, BMP, GIF, PNG, PCX usw. Weitere Informationen über die wichtigsten Formate finden Sie im News-Artikel „Publishing-Datenformate”.

Übersicht

Was also gilt es zu beachten - hier finden Sie alles nochmals in Kurzform: Auflösung / Pixel-Daten

300 ppi
350 ppi
400 ppi
1.200 ppi

empfohlene Mindestauflösung
optimal für 70er Raster
optimal für 80er Raster
optimal Strichscans

Bildskalierung:

Doppelte Bildgröße
Halbierte Bildgröße

halbierte Auflösung

verdoppelte Auflösung

Speicherformate:

Ja

Nein

TIFF, JPEG, und EPS

DCS-EPS, PSD, PICT, BMP, GIF, PNG, PCX usw.

Vorschau: PDF für optimierte Druckdaten

In der kommenden Woche erfahren Sie, wie Sie Ihre Druckdaten inklusive der darin befindlichen Bilder an die Druckerei übergeben können und warum PDF für die Optimierung der Datengröße und zur Übergabe eine wichtige Rolle spielt.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!