Big Data in der Welt der Kunst

27.10.2016 09:32:00
Es ist ein Schlagwort unserer Zeit: „Big Data“. Die Datenmassen sind längst auch Thema in der Kunst.

Vielleicht gibt es keinen Begriff, der den rasanten Wandel unserer Zeit hin zum Digitalen – und das in beinahe allen Lebensbereichen – besser beschreibt als „Big Data“. „Big Data“ ist omnipräsent in der Diskussion, aber es ist auch „Big Data“, das unser Leben zu bestimmen und zu verändern beginnt. Nun nehmen sich auch Künstler dieses Themas an, um es besser begreifbar zu machen.

Was ist Big Data?

Binärcode: die Grundlage für Big Data
Quelle: Markus Vogelbacher / Pixelio.de
Die englische Übersetzung von „Big Data“ – „große Datenmengen“ – sagt schon einiges über den Begriff aus. Dabei handelt es sich ursprünglich um Daten, die besonders groß und komplex sind, und die sich oft auch rasch ändern, so dass sie sich schwer mit standardisierten Methoden auswerten lassen. Gleichzeitig dient das Schlagwort für die Entwicklung der Digitalisierung und veränderter Wege in der Kommunikation allgemein.

„Big Data“ steht hier für Datenmengen, deren Nutzung, Analyse und Verwertung. Um „Big Data“ greifbarer zu machen, werden oft die drei Werte „Volume“ für das Datenvolumen, „Velocity“ für die Geschwindigkeit der Datenerzeugung und -übermittlung, sowie „Variety“ für die Vielfalt der Daten genannt. Ergänzt wird dieses System durch „Value“, den Wert der Daten für ein Unternehmen oder eine Organisation, sowie durch „Validity“, die Datenqualität.

Freiheit 2.0

Längst haben Künstler das Thema „Big Data“ für sich entdeckt und geben dem oft schwammig genutzten Begriff so einen andere, eindrücklichen Blickwinkel. Ein Beispiel war das Großexperiment Freiheit 2.0. Im Dreieck der Länder Deutschland, Frankreich und Schweiz konnten Kunden einen Monat lang mit einer speziellen App ihre Einkaufs- und Bewegungsprofile erfassen und sie anschließend im „Büro der Freiheit 2.0“ als grafische Darstellung nachvollziehen. Ziel war es, „Denkprozesse auszulösen“ darüber, wie sich „analoge Welt in digitale verwandelt und dabei zu einer Rohstoffquelle wird, die von den weltumspannenden Internetkonzernen zu Geld gemacht wird: Informationsimperialismus“.

SAP-Themenausstellung

Farbliche Darstellung der Aktivität eines Wikipedia-Bots
Quelle: Fernanda B. Viégas / Wikimedia Commons
Drei Monate lang zeigte auch SAP unter dem Motto „Big Data goes Art“ Arbeiten zeitgenössischer Künstler, die „sich mit der Visualisierung großer Datenmengen auseinandersetzen und das Digitale als strukturelles Merkmal verwenden.“ Gerade die Medienkunst bietet zahlreiche Möglichkeiten, den zunehmenden Einfluss des Digitalen zu veranschaulichen. Die Themenausstellung hat sich darauf fokussiert, die Datenmengen, die wir tagtäglich um die Welt schicken, zu visualisieren. Big Data soll aus dem Abstrakten heraus erlebbar gemacht werden.

Jer Thorp

Der Künstler Jer Thorp ist ein „Data Artist“. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, große Datenmengen ästhetisch zu visualisieren und so „menschlicher“ zu machen. So hat er beispielsweise den Weg nachvollzogen, den Internetsurfer nehmen, wenn sie Artikel im Web teilen, oder hat den Nachrichtenzyklus eines ganzen Jahres sichtbar gemacht. Jer Thorp arbeitet für die New York Time“, seine Arbeit ist wissenschaftlich geprägt. Ihm werden in der nächster Zeit sicherlich noch weitere Künstler folgen, die „Big Data“ als Herausforderung und Aufgabe zugleich ansehen.

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