Bewegtbild bewegt

05.02.2015 09:00:00
Der Weg zu tollen Sportfotos.

No sports. Man kann es natürlich auch wie Winston Churchill sehen. Wenn einem da nicht so viel entgehen würde. Warum geben die Fernsehsender soviel aus für Übertragungsrechte. Sport ist Emotion. Und in der Fotografie ist er noch dazu auch fließende oder eingefrorene Bewegung. Kurz, es ist meist etwas mehr los als im Alltag. Da Sie ja keinen Film abliefern müssen, lässt sich per Foto auch aus dem langweiligsten 0:0 noch etwas machen. Wir geben Tipps wie das gelingen kann.

Viel hilft viel

Quelle: Kesberger

Kaum ein Fotobereich hat von der Digitaltechnik so profitiert wie die Sportfotografie. Die bessere Leistung bei hohen ISO-Werten, oft auch der Cropfaktor, aber ganz bestimmt immer die Tatsache, dass die einzelne Belichtung nichts kostet. Den Sport bedeutet nicht nur viel laufen und schwitzen, sondern auch genauso viel belichten. Wobei man dann auch ins Schwitzen kommt. Profis müssen schon in der Halbzeit ihre ersten Shots in die Redaktion senden, weswegen hier auch fast ausschließlich mit JPGs gearbeitet wird. Wer dagegen nur die Mannschaft vom Sohnemann glücklich machen will, sollte sich vor allem viel, viel Zeit beim Aussuchen der besten Bilder gönnen. Die ganzen Fehlschüsse muss ja keiner sehen. Die Sportschau zeigt schließlich auch nur Ausschnitte.

Die Ausrüstung

Quelle: Kesberger

Sportfotografie gehört durchaus zu den Fotodomainen, bei denen sich Investitionen in teures Equipment noch lohnt. Vor allem, weil Profis auch unter schlechten Bedingungen noch hochwertiges Bildmaterial abliefern müssen. Aber zumindest bei strahlendem Sonnenschein bei der F-Jugend sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Man merkt ja ganz schnell, woran es hapert. Während allüberall die spiegellosen Systemkameras Marktanteile gewinnen, sind klassische Spiegelreflexe beim Sport meist noch im Vorteil auf Grund ihrer Autofokussysteme. Nur Systemkameras, die sich auch einen Phasen-AF gönnen und dazu einige Pixel opfern wie die Fuji X-T1 oder die Olympus OM-D EM1 können da mithalten. Die passenden Brennweiten hängen eher von der Sportart und dem eigenen Standpunkt ab. Wer beim Handball neben dem Tor sitzt, kann auch mit einem 50er an der APS-C-Kamera glücklich werden, während es für Mittelfeldduelle beim Fußball eher ein starkes Tele wie ein 300er braucht.

Licht, Licht, Licht

Quelle: Kesberger

Aber egal welche Brennweite: Lichtstärke kann nie schaden. Je weiter die Blende aufgeht, desto kürzer ist die Belichtungszeit. Zwar haben die High-ISO-Qualitäten moderner Kameras vieles leichter und manch schummrige Provinzsporthalle erst fototauglich gemacht, aber weit offene Blenden, ermöglichen es oft erst, einzelne Szenen eines Spiels freizustellen. Dazu kommt, dass auch der Autofokus Licht braucht. Mit einem Objektiv mit offener Blende von 6,3 lässt sich eben nicht so schnell fokussieren wie mit 2,8. Bildstabilisatoren können gerade auch bei langen Brennweiten helfen, aber wenn die Szene mehr Action bietet, nutzt die Langzeitreserve des Stabis nichts mehr. Und bei Einbeinstativen ist oft der Effekt der Gewichtsreduzierung über 90 Minuten am Spielfeldrand wichtiger als längere, verwacklungsfreie Zeiten. Noch bequemer wird es mit einem kleinen Hocker. Die tiefe Position tut der Bildgestaltung meistens gut und die Zuschauer in der direkten Umgebung sind besser gelaunt, weil sie über einen drüber gucken können.

Belichtung

Quelle: Kesberger

Unter dem grauen Berliner Matschhimmel ist die Belichtung für die Kamera kein Kunststück, aber bei strahlendem Sonnenschein und mit Stadiondächern, die über gleißendes Licht und helle Schatten entscheiden, kann die korrekte Belichtung unter HighSpeed-Bedingungen zum ernsthaften Problem werden. Da hilft dann noch einmal ein Blick in die Bedienungsanleitung, wie spezifisch sich die Funktionstasten belegen lassen. Zwei verschiedene ISO-Werte für Licht und Schatten können zum Retter in der Not werden. Anstatt des Sportprogramm ist die Zeitautomatik mit Offenblende meist die bessere Wahl. Wenn dagegen in der Halle einheitliche Lichtbedingungen herrschen, reicht die manuelle Belichtungseinstellung. Dann kann das Neonschuhwerk der Akteure auch keinen Belichtungsmesser irritieren. Die Blendenautomatik kommt dann ins Spiel, wenn auch längere Zeiten zur fließenden Bewegungsdarstellung genutzt werden sollen. Das ist zwar eher ein typisches Motorsportthema, aber wer Benzin und Sport nicht zusammenbringen mag, der kann sich ja echten Pferdestärken auf der Galopprennbahn widmen.

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