Beschnittränder im Layout

04.01.2007 09:00:00
Was ist eigentlich ein Beschnitt? Warum ist es bereits beim Anlegen des Seitenlayouts wichtig, eine Randzugabe zu berücksichtigen? Wie rechnet man diese ins Layout ein? ...

Kennen Sie das: Ein Bild wurde am Rand eines Dokuments platziert und dann ist das Endergebnis anstatt angeschnitten mit einem feinen weißen Rand versehen? Oder ein nah am Rand platzierter Text wurde beschnitten? Der Grund dafür liegt in nicht berücksichtigten Beschnitträndern, die eventuelle Toleranzen beim Beschneiden des Druckerzeugnisses in der Druckerei kompensieren sollen. Die Zugabe von Randbeschnitt ist deshalb ebenso unerlässlich wie die richtige Platzierung von Schriftelementen nicht zu nah am Papier- oder Dokumentrand.

Maschinentoleranzen

In der Druckindustrie werden zur Verarbeitung des Endprodukts und zum Schneiden auf das richtige Maß inzwischen computergesteuerte Maschinen genutzt, die eine hohe Genauigkeit aufweisen. Dennoch kann es auch bei diesen Maschinen zu Toleranzen beim Schneiden des Papiers kommen, die je nach Produkt bei bis zu 1-2 mm liegen können. Diese Schneidedifferenz der Maschinen kann ausreichend sein, um am Rand liegende Bilder oder andere Motive (auch "seitenabfallende Elemente" genannt) mit einem schmalen weißen Streifen zu versehen. Um dies zu vermeiden sollte man bereits beim Anlegen des Seitenlayouts den sogenannten Beschnitt mit einbeziehen.
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Beschnitt

Der Beschnitt ist der Randbereich Ihres fertigen Druckprodukts, der nach dem Druck durch das Beschneiden des Papiers wegfällt. Er wird außerhalb des definierten Seitenformats in Form eines 2-3 mm starken Überrandes mit im Layout gestaltet und im letzten Bearbeitungsgang dann abgeschnitten. Auf diese Weise gewährleistet der Beschnitt, dass bis zum Rand gesetzte Elemente ohne sogenannte Blitzer auf dem fertigen Druckprodukt erscheinen. Aber auch wenn der Papierrand durch die erwähnte Toleranz einmal etwas breiter oder kürzer sein sollte, hat dieser Spielraum nicht zur Folge, dass das fertige Dokument kleiner oder größer als die bestellte Ware ist. Tatsächlich wird das Druckprodukt nur um die Schneidetoleranz versetzt beschnitten. Aus diesem Grund ist auch Vorsicht geboten bei zu nah am Rand platzierten Schriften oder Objekten, die nicht angeschnitten werden sollen.

Nicht beschnittene Elemente positionieren

Elemente, die nicht dem Beschnitt zum Opfer fallen sollen oder gar dürfen, müssen deshalb vom Rand unbedingt eingerückt werden. Denn eine direkte Platzierung am Seitenrand kann durch die Schneidedifferenz schnell zu angeschnittenen Logos und Schriften führen. LASERLINE empfiehlt deshalb, derartige Objekte mindestens um ca. 5 mm einzurücken. Eventuelle Differenzen bei der Verarbeitung sind somit durch das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmbar. Zudem ist es wichtig, die Objekte so zu positionieren, dass sie weder von der Kante "wegkippen", noch an ihr "kleben".

Optische Mitte beachten?

Damit die Elemente einer Seite optisch nicht nur wegen des Beschnitts eher wegkippend wirken, gilt es auch die Gesamtpositionierung der Objekte im Vorfeld zu betrachten. Häufig wird hierzu die sogenannte optische Mitte als Referenz genannt. Dabei handelt es sich um eine gedachte Linie, die sich ein Stück weit oberhalb der tatsächlichen geometrischen Mitte eines Seitenlayouts befindet. Setzt man deshalb Elemente auf einem Druckprodukt rein rechnerisch genau auf die Mitte des Papiers, wirken sie leicht deplatziert - sie hängen nach unten durch. Doch auch die Orientierung an der optischen Mitte (auch Balancelinie genannt) muss nicht immer der richtige Weg sein, kann sie doch schnell langweilig wirken. Wichtig ist nämlich nicht allein, sich beim Seitenaufbau von der optischen Mitte aus vorzuarbeiten, sondern das gesamte Bild auszubalancieren.
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Richtiges Arrangement und optische Mitte (Balancelinie) finden

Deshalb arrangieren professionelle Typografen und Layouter, die ein ausgewogenes und dennoch spannungsreiches Design ihres Druckprodukts anstreben, die eingesetzten Elemente rund um den sogenannten Balancepunkt auf der Mitte der Balancelinie für einen symmetrischen Aufbau oder leicht seitlich verschoben für einen asymmetrischen Aufbau. Man erhält die Balancelinie, indem man zunächst eine Diagonale von der linken oberen Ecke des Dokuments zieht (1). Nun wird ein Kreis mit der Mitte an der oberen linken Ecke und einem Radius der Papierbreite gezogen (2). Der Schnittpunkt des Kreises mit der Linie bildet den Ausgangspunkt für eine weitere Diagonale, die in die rechte obere Ecke führt (3). Der Schnittpunkt der beiden Linien ist der Balancepunkt, durch den nun waagrecht die Balanceline führt (4). Auf diese können Sie nun rund um den Balancepunkt das erste Element stellen, das sich mit den später hinzukommenden Elementen stets die Balance halten sollte. Ob beim Anlegen der Kopf- und Fußzeilen eines hauptsächlich durch Schrift dominierten Druckerzeugnisses oder einer Visitenkarte - meist lohnt sich das Anlegen der optischen Mitte und das etwas asymmetrisch gehaltene Arrangement rund um den Balancepunkt, um ein spannendes Layout zu erreichen. Bei diesem sollte aber immer auch der Beschnitt hinzugerechnet werden, durch den der Balancepunkt mitunter ein wenig wandern kann.

Mehr zur richtigen Ausrichtung Ihres Layouts und der Seiteneinteilung erfahren Sie auch hier:
Satzspiegel bei Broschüren
Der Falz als Blickfang
Bundzuwachs

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