Begriffe des Druckgewerbes

14.09.2010 11:42:00
Ein kleines Fachlexikon zur Orientierung im Dschungel der Fachtermini: LASERLINE erklärt, was im Druckbereich abfallend, durchschlagen, Gamut, gestrichen oder ungestrichen bedeutet.

Sie wissen natürlich, was eine Textformatierung oder ein Proof ist. Doch könnten Sie auch sagen, was hinter dem Begriff „abfallende Bilder“ steckt oder was „durchschlagende Farbe“ bedeutet? Wissen Sie, was ein „Gamut“ ist oder kennen Sie den Unterschied zwischen einem gestrichenen und einem ungestrichenen Papier? Wir erklären Ihnen vier Begrifflichkeiten aus dem Druckgewerbe und erläutern die dahinter stehenden Bedeutungen für Ihre tägliche Arbeit. So gibt es mehr Orientierung im Dschungel der Fachbegriffe

Abfallend

Der Begriff „abfallend“ wird oft auch als „randabfallend“ benutzt und beschreibt eine unter Grafikern sehr beliebte Gestaltungsweise. Dabei „fallen“ Elemente des gestalteten Dokuments quasi über den Rand der eigentlichen Ausmaße des Druckerzeugnisses. Im fertigen Druckprodukt sind diese dann angeschnitten zu sehen. Damit dieser Eindruck entsteht, müssen die abfallenden Bilder oder andere Elemente mindestens 3 mm über das eigentliche Endformat des Druckerzeugnisses hinausragen, um sich noch innerhalb der Schneidetoleranzen der Beschnittmaschinen zu bewegen und so weiße Blitzer oder schiefe Kanten zu vermeiden. Das wird dann als Beschnitt bezeichnet.

Durchschlagen

Vom Durchschlagen spricht man im Druckbereich, wenn die Bestandteile der Druckfarbe durch das Papier dringen. Im Gegensatz zum Durchscheinen gelangen dabei also Farbpigmente auf die Rückseite des Druckbogens. Deshalb wird umgangssprachlich das Durchschlagen auch oft als „Durchdrucken“ bezeichnet. Eine Rolle spielt hierbei nicht nur die Bedruckstoffzusammensetzung, sondern auch die Druckart. So ist Durchschlagen im Bogenoffset eher seltener anzutreffen. Im für den Zeitungsdruck oft genutzten Rollenoffsetdruck hingegen kann es auf Grund des saugfähigen Papiers zum Durchschlagen kommen. Vermieden werden kann Durchschlagen deshalb vor allem, indem die Wechselwirkungen zwischen Papier und Farbe immer im Auge behalten werden und zu jeder Farbe das entsprechende Papier genutzt wird. Erfahrene Drucker achten hierauf jedoch stets.

Gamut

Vor allem im Bereich des Colormanagement trifft man oft auf den Gamut, denn dies ist der Bereich der darstellbaren Farben eines Systems. Der Gamut ist daher der Umfang der Farbdarstellungs- oder -wiedergabemöglichkeiten eines Geräts, wie eines Druckers oder eines Monitors. Definiert wird der Gamut dabei innerhalb eines Farbraums. Doch nicht alle Punkte innerhalb des entsprechenden Farbraums können von den jeweiligen Geräten wiedergegeben werden. Und auch die Kalibrierung, also die Abstimmung der Geräte untereinander, bewirkt eine Veränderung des darstellbaren Farbraums. Aus diesem Grund können Bilder auf diversen Bildschirmen ebenso unterschiedlich wirken, wie aus verschiedenen Druckern ausgegeben. Bei den Druckern kommt hinzu, dass der Gamut eines Proofdruckers wesentlich größer und umfangreicher ist, als der eines normalen Büro-Tintenstrahldruckers. Jedes Gerät hat also einen anderen Gamut, den es aufeinander abzustimmen gilt, um im Bearbeitungsprozess eine einheitliche Darstellungsweise zu erhalten.

Gestrichenes und unterstrichenes Papier

Um die Bedruckbarkeit eines Papiers zu verbessern, wird dessen Oberfläche in der Herstellung nochmals veredelt. Dabei wird eine Streichmasse, die beispielsweise aus China-Clay, Kreide und Bindemitteln wie Kunststoffdispersion oder Kasein besteht, aufgebracht und gleichmäßig verteilt. Das Papier ist dann „gestrichen“ und besitzt eine geschlossenere Oberfläche. Diese Oberfläche nimmt die Farbe zwar an, saugt diese aber nicht zu sehr auf. Die Papiere sind dadurch besser bedruckbar und können durch den Vorgang des „Streichens“ auch glänzender oder matter gemacht werden. Unterschieden werden deshalb matt und glänzend gestrichene Papiere, die meist als Bilderdruckpapiere im Handel sind. Kunstdruckpapiere hingegen weisen meist einen etwas höheren Strichauftrag auf. Ungestrichene Papiere hingegen sind meist geleimt, um ein besseres Druckergebnis zu erzielen. Allerdings werden die besten Druckergebnisse, vor allem bei hochwertigen Kunstdruckerzeugnissen, auf gestrichenen Papieren erzielt.

 

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