Back zu Basics: Zeit und Blende

15.03.2012 09:00:00
Wieviel Pixel auch immer - ohne Zeit und Blende entsteht kein Bild auf dem Sensor.

Moderne Kameras rühmen sich, auch den Foto-DAU noch mit perfekten Bildern glücklich zu machen. Zeit und Blende sind längst kein Herrschaftswissen mehr. Doch wer mehr weiß, kann auch eher dafür sorgen, dass seine Mitmenschen später bessere Fotos zu sehen kriegen. Ein kurzer Einblick in die Grundlagen der Fotografie kann da nie schaden. Übersetzt steht Fotografieren für Mit-Licht-schreiben, doch für das Umsetzen ist noch viel wichtiger mit wieviel Licht Sie schreiben. Das regeln Zeit, Blende und Empfindlichkeit.

Empfindlichkeit

Quelle: Andreas Kesberger

Angegeben wird die Empfindlichkeit korrekt mit zwei Zahlen, die die früher üblichen ASA- und DIN-Angaben vereint, beispielweise mit ISO 100/21°. Doch die zweite (DIN-) Angabe wird mittlerweile meist weggelassen. Letztlich ist mit der (verkürzten) ISO-Reihe auch leichter zu rechnen: 25-100-200-400-800-1600-3200 usw. Eine Verdopplung der Zahl bedeutet dabei immer eine Verdopplung der Empfindlichkeit, d.h. Sie brauchen nur halb soviel Licht um mit der gleichen Zeit und Blende zu fotografieren. Höhere ISO-Werte ermöglichen so kürzere Zeiten und damit verwacklungsfreiere Bilder oder bei gleicher Zeit mehr Tiefenschärfe, doch dafür steigen mit der Empfindlichkeit auch das Korn (analog) oder das Bildrauschen (digital) an. Ab wann es digital kritisch wird, hängt jedoch auch stets von der Pixelgröße und der Signalverarbeitung ab.

Zeit

Quelle: Andreas Kesberger

Mit der Zeit wird alles einfach. Eine doppelt so lange Belichtungszeit bedeutet doppelt soviel Licht. Dementsprechend kommt bei 1/4000s nur halb soviel Licht wie bei der 1/2000s an. Aber was bedeuten die Zeiten praktisch? Je länger die Zeit, desto größer die Verwacklungsgefahr. Aus der Zeit vor den Bildstabilisatoren stammt die Regel, dass die Belichtungszeit beim Fotografieren aus der Hand stets kürzer als 1/Brennweite sein sollte. Wobei man auch mit kurzbrennweitigen Weitwinkelobjektiven auch bei größter Seelenruhe unterhalb der 1/30 s zum Stativ greifen sollte. Kurze Zeiten frieren Bewegungen ein, lange lassen Wasser schön samtig fließen. Und ganz besonders lange erhöhen wiederum das Bildrauschen durch vermehrte Fehlpixel, während Filme dann unter der Empfindlichkeitsabnahme nach dem Schwarzschildeffekt leiden.

Blende

Quelle: Andreas Kesberger

Seit die Öffnung kaum noch am Objektiv, sondern meistens an der Kamera selbst verstellt wird, hat der Blendenring seine Anschaulichkeit verloren. Kleine Blendenzahlen stehen für große Blendenöffnungen. Praktisch bedeutet das viel Licht und eine oftmals zum Freistellen des Bildobjekts der Begierde erwünschte geringe Tiefenschärfe. Durch die annähernd kreisförmige Fläche bedeutet eine Multiplikation der Blendenzahl mit 1,4 halb soviel Licht. Dementsprechend läuft die Blendenreihe 1-1,4-2-2,8-4-5,6-8-11-16-22, wobei die höchsten Zahlen für die kleinsten Öffnungen und damit die größte Tiefenschärfe stehen.

Auflösung und Bokeh

Quelle: Andreas Kesberger

Daneben hat im Digitalzeitalter ein optischer Effekt an Dramatik zugenommen. Bei kleinen Blendenöffnungen sinkt das Auflösungsvermögen durch die Beugung abhängig von der Pixelgröße. 24 Megapixel auf einem APS-C großen Sensor (wie z.B. bei einer Sony NEX-7) vertragen sich einfach nicht mehr mit Blende 11. Physik ist manchmal grausam. Die Form und Anzahl der Blendenlamellen und damit die Frage wie annähernd kreisförmig die Durchlassöffnung wirklich ist, trägt auch entscheidend zur Abbildung der unscharfen Bereiche bei. Dieses sogenannte Bokeh - für das auch die Anordnung der Linsen wichtig ist - wird zwar in den Onlineforen auch gerne mal mystisch überladen, ist letztlich aber durchaus ein relevanter Faktor für die Bildwirkung.

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