Aufbruch in die dritte Dimension

13.01.2011 09:00:00
3D-Gestaltungen erleben einen neuen Boom. Wie können Grafiker in der dritten Dimension arbeiten und wie wirken die Projekte auch gedruckt authentisch?

Man kann es im wahrsten Sinne des Wortes drehen und wenden: Dreidimensionale Computergrafiken lassen sich von allen Seiten betrachten. Immer mehr Auftraggeber setzen auf die dritte Dimension und wollen beispielsweise Entwürfe auch in der Tiefe begutachten. Das stellt Grafiker vor ganz eigene Herausforderungen.

Höhe, Breite, Tiefe

Quelle: Maxon

Der Film „Avatar“, der mit speziellen Brillen auch in der Tiefe wirkt, hat einen neuen 3D-Boom ausgelöst. Plötzlich werden wieder die Folienbrillen hervorgeholt, die jedem Auge eine Farbe zuordnen und so Dreidimensionalität erzeugen. Auch die „Bild“ und die „Berliner Zeitung“ haben im Sommer jeweils eine ihrer Ausgaben in 3D gedruckt. Am häufigsten werden 3D-Objekte aber in der Projektentwicklung eingesetzt. Hier lässt sich das Aussehen beispielsweise von Verpackungen kostengünstig simulieren und modifizieren.

Welche Rolle spielt das Rendern?

Ohne Rendering kein 3D: Das ist der wichtigste Grundsatz, wenn man am Computer in der dritten Dimension arbeiten möchte. Rendern bezeichnet man auch als Bildsynthese. Gemeint ist der Prozess der Erzeugung eines Bildes aus den Rohdaten. Spezielle Rendering-Software muss mehrere Herausforderungen meistern: Verändert man den Blickwinkel, muss sie beispielsweise sichtbare Objekte darstellen und verdeckte Elemente ausblenden. Auch das Aussehen der Oberflächen muss simuliert werden, ebenso wie die Lichtverhältnisse, die in der Szenerie herrschen. Das Berechnen dieser Szenen kann mitunter viel Zeit und Rechnerkapazität in Beschlag nehmen. Deshalb setzt man bei der Echtzeitsynthese auf Hardwarebeschleuniger.

Ohne Software läuft nichts

Quelle: Maxon

Herzstück einer 3D-Produktion ist die entsprechende Software, die das Rendern beherrscht. Ein Beispiel sind die Programme von

Maxon, darunter die Cinema 4D-Familie. Die Einstiegsversion schlägt mit 700 Euro zu Buche, für mehr Funktionen werden über tausend Euro fällig. Alternativ dazu gibt es die kostenlose Open Source-Suite Blender. Sie bewährt sich bei den ersten Gehversuchen in 3D, wenn noch kein Geld investiert werden soll. Zu den weiteren kommerziellen Anbietern von 3D-Software zählt Autodesk. Neben CAD-Programmen, vorwiegend für den Maschinenbau, hat das Unternehmen die bekannte Applikation Maya im Portfolio, die auf die grafische Branche zugeschnitten ist.

Wie wirkt 3D auch in 2D?

Sollen dreidimensionale Objekte gedruckt werden, geht zwangsläufig die dritte Dimension verloren. Dem kann man abhelfen, indem man Tiefeneindrücke weckt. Ein wichtiges Hilfsmittel dabei ist die Perspektive. Werden entfernt liegende Objekte kleiner dargestellt als die größeren Elemente im Vordergrund, entsteht dabei zwangsläufig der Eindruck von Tiefe. Auch Helligkeitsabstufungen unterstützen diesen Eindruck. Außerdem können Farbperspektiven zum Einsatz kommen. Dabei werden im Vorder-, im Mittel- und im Hintergrund unterschiedliche Farbtöne eingesetzt. Meistens verlaufen die Farben von warmen Tönen im Vordergrund zu kühleren im Hintergrund.

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