Auf einer Linie im Web

22.11.2012 09:00:00
Im Netz ist vieles erlaubt, aber nicht alles sinnvoll: Festgelegte Standards regeln z.B. die Schreibweise von Domains.

"Request for Comments" oder kurz RFC lautet das Stichwort, wenn es um Verbesserungsvorschläge und Internetstandards geht. Bereits seit 1988 gibt es im World Wide Web ein Verfahren zur Standardisierung, das auf diesen Vorschlägen beruht. Manche Spezifikationen haben sich längst durchgesetzt, um andere wird nach wie vor gerungen.

Wie läuft ein Verfahren ab?

Jedes Standardisierungsverfahren beruht auf "Requests of Comments", wörtlich übersetzt: "Bitte um Kommentare". Werden diese Vorschläge von einer breiten Öffentlichkeit unterstützt, so kann sie die Internet Steering Engineering Group als Standard vorschlagen. Vergeben wird die Bezeichnung Internetstandard vom Internet Architecture Board. Es kann mehrere Jahre dauern, bis ein solcher Standard erarbeitet und freigeben ist. Seit 1992 werden die Spezifikationen durchnummeriert.

Der Status von RFCs

Die "Requests for Comments" durchlaufen unterschiedliche Phasen. "Informational" bedeutet, dass der RFC zunächst nur einen Hinweis oder eine Idee umfasst. Der Vorschlag für einen neuen Standard heißt "proposed standard" und das Anfangsstadium "experimental". Ein erster Entwurf wird als "draft standard" bezeichnet. Offizielle Standards tragen dann auch den Namen "standard". Ältere Spezifikationen, die nicht mehr verwendet werden, haben den Status "historic".

Was wird standardisiert?

Einer der wichtigsten Standards im Internet trägt die Nummer 13 und legt das Domain Name System fest. Dadurch können Webseiten nicht nur durch die Zahlenkombination der IP-Adresse, sondern auch durch Buchstaben wie "laser-line.de" erreicht werden. Sie lassen sich leichter merken und werden deshalb selbstverständlich von der Öffentlichkeit unterstützt. Das Domain Name System ist jedoch trotzdem kein Muss: Die Registrierung einer Webseite als bloße Zahlenkolonne ist nach wie vor möglich.

Weitere RFCs

Wichtige "Requests for Comments", die bereits verabschiedet wurden, betreffen beispielsweise den E-Mail-Verkehr oder Verschlüsselungen. Aber immer wieder werden die RFCs auch für Scherze genutzt: Es gab z.B. Vorschläge zur "Übertragung von Datagrammen an Brieftauben" oder zur "Fernüberwachung von Kaffeemaschinen". Laut RFC 2322 sollten IP-Adressen auf Wäscheklammern geschrieben und am Kabel des PCs befestigt werden. Zunächst als Aprilscherz gedacht, wurde diese Methode bei einer Veranstaltung tatsächlich eingesetzt, um identische IP-Adressen mehrerer Teilnehmer zu vermeiden. Allem Spaß zum Trotz: Internetstandards sorgen im weltweiten Datenverkehr für Ordnung und passen die Gepflogenheiten im World Wide Web den sich stets verändernden technischen Bedingungen an.

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