Auf den Fokus-Punkt

02.03.2017 09:00:00
Schön, wenn die Kamera richtig scharf stellt. Besser, wenn wir ihr selbst sagen, wo sie das tun soll. Machen wir mal einen Punkt. Einen Fokus-Punkt.

Ein schönes Foto ist nicht immer, aber meistens auch ein scharfes Foto. Und nichts unterscheidet das Bild einer hochwertigen Kamera – noch – so vom Smartphone-Bild wie der selektive Fokus mit geringer Tiefenschärfe. Dazu gehört aber auch, dass die Kamera genau da scharfstellt, wo der Fotograf das auch möchte. Die Kamera hat da durchaus ihre eigenen Ideen. Die müssen nicht immer richtig sein. Was die automatische Auswahl des Fokus-Punktes für uns eher uninteressant macht.

Die Voraussetzungen mit Spiegel

Wissen was die Uhr geschlagen hat, heißt manchmal auch die Schärfe richtig zu legen.
Quelle: Kesberger
Früher war in der Spiegelreflex ein Schnittbildindikator als Scharfstellhilfe in der Mitte. Dann kam der Autofokus mit einem Messpunkt ebenfalls in der Mitte. Nach und nach wurden es mehr, immer schön gleichmäßig über das Bild verteilt. Zahlen, die sich einfach vergleichen lassen, helfen ja immer beim Verkaufen von Kameras. Andererseits begrenzen bei diesem Phasen-Detektions-AF auch die Kosten den Ausbau. Die Messzellen müssen auf jeden Fall physisch im Gehäuse vorhanden sein. Durch den teildurchlässigen Spiegel werden sie angesteuert. Was nicht am Punkt liegt, kann nicht erfasst werden.

Die Voraussetzungen spiegellos

Ganz anders läuft das beim Kontrast-Autofokus einer spiegellosen Systemkamera. Hier kommt die Information direkt vom Sensor. Theoretisch können wir den Messpunkt überall hinsetzen. Faktisch beschränkt uns die Software meist etwas. Dabei ist die Technik gar nicht unbedingt an das Kamerasystem gebunden. Während Spiegelreflexe im LiveView-Modus normalerweise zum Kontrast-AF wechseln, bauen auch immer mehr Spiegellose fest Phasen-Messzellen in den Sensor ein und opfern dafür ein paar Pixel, da das Verfahren bei Sport und Tier Geschwindigkeitsvorteile hat.

Die Alternativen

Nur ein unscheinbarer schwarzer Knubbel rechts neben dem Sucher, aber der Joystick erleichtert die Bedienung der Leica SL erheblich.
Quelle: Leica
Die historische Alternative zur Auswahl des richtigen Messpunktes ist das Belassen des Messfeldes in der Mitte und das Verschwenken der Kamera nach dem Scharfstellen, wenn das scharfe Motiv nicht in der Mitte liegt. Dann kann man sich die Punktorgie sparen und ist mitunter sogar schneller. Außerdem kann man dann nicht vergessen, den Punkt wieder zurück zu stellen und wundert sich beim nächsten Bild nicht, warum die Kamera denn nun rechts am Rand scharf stellt. Allerdings hat die Methode auch Nachteile. Gerade wenn die Tiefenschärfe sehr gering und der Aufnahmeabstand eher knapp bemessen ist, kann schon der anschließende Schwenk dafür sorgen, dass das Motiv doch nicht mehr exakt scharf ist. Zeit den richtigen Punkt zu suchen.

Der schnelle Weg ist das Ziel

Gerade im Nahereich ist die Tiefenschärfe so gering, dass es Sinn macht mit Fokuspunkten zu arbeiten.
Quelle: Kesberger
Nur wie kommen wir da jetzt hin? Drei Wege führen aktuell zum Ziel im Kamerabau. Klassisch sind die Vierwahltasten mit je einem Feld für rechts, links, oben und unten. Das kann dann schon mal dauern bei 55 Messfeldern. Für den Upgrader vom Handy hat sich die Fotoindustrie dann auch zum Touchscreen überreden lassen. Dann lässt sich oft auch per Fingertipp der Punkt setzen, der scharf sein soll. Das hat was von Zauberhand, setzt aber voraus, dass man das Display nutzt und nicht durch den Sucher schaut. Und das wollten wir ja eigentlich, um möglichst nah dran zu sein am Geschehen. Da hat sich ein anderes Element bewährt, um schnell zum Ziel zu kommen. Immer mehr Kameras nutzen dann einen klitzekleinen Joystick. Bei der Leica SL und der Fuji X-Pro2 funktioniert das zum Beispiel mustergültig. Treffer.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!