Arbeitsverhältnisse von Kreativen

07.05.2015 09:00:00
Viele Designer und Grafiker arbeiten selbstständig, manche sind angestellt. Wir vergleichen Vor- und Nachteile.

In der modernen Arbeitswelt werden feste „9-to-5“-Arbeitsverhältnisse immer seltener. Gerade in der kreativen Branche findet man viele Selbstständige, aber auch befristet Angestellte, Praktikanten oder Beschäftigte mit einem Werkvertrag. Wir stellen die verschiedenen Formen von Arbeitsverhältnissen einander gegenüber.

Unbefristetes Arbeitsverhältnis

Quelle: Tim Reckmann/ Pixelio.de

Quelle: Tim Reckmann/
Pixelio.de Ein unbefristeter Arbeitsvertrag garantiert im Arbeitsleben die größte Sicherheit. Dennoch ist man auch hier nicht vor Kündigungen gefeit. Je nach Betriebszugehörigkeit steigt die Dauer der Kündigungsfrist – für beide Seiten. Im Arbeitsvertrag müssen Arbeitsort, die Berufsbeschreibung und das vereinbarte Gehalt enthalten sein. Die Probezeit darf höchstens sechs Monate betragen. In dieser Zeit beträgt die Kündigungsfrist nur zwei Wochen. Nach Ablauf der Probezeit gelten die gesetzlichen Kündigungsfristen zum Ende des Kalendermonats. Sie betragen nach zwei Jahren im Betrieb einen Monat, nach fünf Jahren zwei Monate, nach acht Jahren drei Monate, nach zehn Jahren vier Monate, nach zwölf Jahren fünf Monate, nach fünfzehn Jahren sechs Monate und nach zwanzig Jahren sieben Monate. Diese Zeiten gelten aber erst, wenn der Arbeitnehmer das 25. Lebensjahr vollendet hat. Eine Ausnahme zu diesen Regelungen ist nur die außerordentliche, fristlose Kündigung. In der kreativen Branche sind unbefristete Arbeitsverhältnisse nicht immer vorteilhaft. Bei befristeten Arbeitsverträgen muss der Arbeitgeber das Gehalt auf jeden Fall über den gesamten Projektzeitraum bezahlen. Eine Kündigung ist nicht vorgesehen.

Befristetes Arbeitsverhältnis

Befristete Arbeitsverhältnisse enden automatisch zu einem bestimmten Datum oder einem bestimmten Ziel, das im Arbeitsvertrag hinterlegt sein muss. Oft werden Schwangerschaftsvertretungen befristet eingestellt, bis die eigentliche Inhaberin der Stelle wiederkommt. Aber auch in der Projektarbeit werden häufig befristete Arbeitsverhältnisse abgeschlossen. Sobald das Projekt erledigt ist, endet dann auch das Arbeitsverhältnis. Befristete Arbeitsverträge können bis zu einer Dauer von zwei Jahren abgeschlossen werden. Sie müssen immer in schriftlicher Form erfolgen. Neu gegründete Unternehmen können in den ersten vier Jahren nach Gründung befristete Arbeitsverhältnisse bis zu einer Dauer von vier Jahren abschließen. Bei Arbeitnehmern, die älter als 52 sind, kann die Befristung bis zu fünf Jahre betragen. Wird der Arbeitnehmer über den im Vertrag vereinbarten Zeitpunkt hinaus weiter beschäftigt, ergibt sich daraus automatisch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, außer, der Arbeitgeber widerspricht. Ordentliche Kündigungen sind in der Regel während eines befristeten Vertrags nicht möglich.

Werkverträge

Im Rahmen eines Werkvertrags wird die Fertigstellung eines bestimmten Projekts vereinbart. Das Werk kann eine Webseite, aber auch eine Broschüre sein – außerhalb der kreativen Branche werden Bauarbeiten meist mit Werkverträgen geregelt. Die Vergütung erfolgt nach einem Einheitspreis, einem Pauschalpreis oder nach Zeitaufwand. Wird ein Einheitspreis vereinbart, verpflichtet sich der Kreative, zu dieser Vergütung das Projekt fertig zu stellen. Dabei ist es zweitrangig, wie viel Aufwand er letzten Endes dafür hat, Abweichungen sind jedoch möglich. Erfolgt die Vergütung nach Pauschalpreis, so kann später nicht mehr Honorar berechnet werden. Bei der Bezahlung nach Zeitaufwand kann der Kreative seine tatsächlichen Stundensätze abrechnen. Ihre Höhe wird vorher im Werkvertrag festgelegt.

Selbstständigkeit

Viele Kreative sind selbstständig und betreiben eigene Büros. Sie sind deswegen zugleich Eigentümer des Unternehmens, in dem sie arbeiten. Selbstständige verfügen selbst über ihre Arbeitskraft, ihre Tätigkeit und ihre Arbeitszeit, zugleich tragen sie aber auch das unternehmerische Risiko und setzen das eigene Kapital ein, um beispielsweise das Büro einzurichten oder Arbeitsmaterialien zu beschaffen. Um sich vor Arbeitslosigkeit zu schützen, können Selbstständige freiwillig in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung einzahlen. Um die Krankenversicherung und die Altersvorsorge müssen sie ebenfalls selbst kümmern. Der Eigenständigkeit und der damit verbundenen Freiheiten steht die Eigenverantwortlichkeit gegenüber. Ein festes Einkommen kann nicht garantiert werden; die Honorare richten sich je nach Auftragslage und können von Monat zu Monat stark schwanken.

Praktikanten

Im Praktikum sollen Kenntnisse erworben oder vertieft werden. Das Praktikum ist zeitlich begrenzt. Ziel ist es, Praxiserfahrung zu sammeln. Manche Studiengänge oder Berufsausbildungen setzen ein zuvor absolviertes Praktikum voraus. Praktikanten gelten in Deutschland – anders als beispielsweise in Österreich – nicht als Arbeitnehmer. Die Praktikumsvereinbarung regelt, ob während des Praktikums eine Vergütung bezahlt wird. Sie stellt keine Bezahlung sondern eher eine „Beihilfe“ da, da der Praktikant nicht zu bestimmten Leistungen verpflichtet ist. Seit dem 1. Januar dieses Jahres müssen Praktika bezahlt werden, wenn sie dazu dienen, berufliche Fertigkeiten, Kenntnisse, Fähigkeiten oder berufliche Erfahrungen zu erwerben. Volljährige Praktikanten müssen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,50 Euro pro Stunde erhalten. Freiwillige Praktika mit höchstens dreimonatiger Dauer sind von dieser Regelung ausgenommen, genauso wie Praktika im Rahmen einer Berufsausbildungsvorbereitung.

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