Arbeitsfarbräume am Monitor

10.08.2006 09:00:00
Was unterscheidet sRGB von eciRGB, wozu gibt es Farbräume und warum sollte man unbedingt bei der Bearbeitung von RGB-Bildern am Monitor darüber Bescheid wissen? ...

Bei der Arbeit am Monitor sollte man auf den richtigen Farbraum für die Bearbeitung von RGB-Bildern achten. Von hoher Beliebtheit war dabei bisher sRGB. Doch sRGB ist kleiner als die Farbräume moderner Druckmaschinen sowie Farbdrucker und Großformatdrucker. Und auch Monitore und Digitalkameras bieten inzwischen einen größeren Farbraum. Deshalb beschneidet man diese Geräte mit der Nutzung von sRGB in ihrem Können. Im Gegensatz dazu umfasst eciRGB, ein von der European Color Initiative (ECI) empfohlener RGB-Farbraum, den Farbraum aller heutigen Druckfarbräume.

Was ist ein (Arbeits-)Farbraum?

Spricht man vom Farbraum (engl. Gamut) einer Darstellung ist damit der sichtbare Farbumfang gemeint, also der Bereich der tatsächlich darstellbaren Farben. Doch das menschliche Auge kann immer mehr sichtbare Farben wahrnehmen, als jedes technische Gerät wiederzugeben in der Lage ist. Deshalb ergeben sich in der Praxis die hinlänglich bekannten Probleme, dass ein Farbausdruck sich von der Darstellung auf dem Monitor ebenso unterscheidet, wie vom ursprünglich abgelichteten Motiv. Auf Grund dieses Problems versuchte man schon früh, die möglichen Farbräume nicht nur in diversen Farbtheorien zu beschreiben, sondern auch einen Standard für Monitore, Drucker und Scanner zu definieren. Mit diesem Standard werden die unterschiedlichen Ausgabegeräte aufeinander abgestimmt und so optimiert, dass die spezifischen Schwachpunkte eines jeden Geräts aufgelöst werden. So ist es möglich, Bilder oder andere Farbdaten möglichst farbtreu zu korrigieren, retuschieren oder anderweitig zu bearbeiten.

Wo ist der Raum bei der Farbe?

Rein physikalisch setzen sich alle Farben aus mindestens drei Primärfarben zusammen - die Farbe erhält also drei Dimensionen und wird somit räumlich. Dargestellt wird diese Räumlichkeit durch den Eintrag auf drei Achsen X (Rot), Y (Grün) und Z (Blau). Auf diese Weise entsteht eine Art verformtes Kugelgebilde - der Farbraum. Doch sind die "Kugeln" (= Farbräume) der unterschiedlichen Ausgabegeräte, wie Drucker oder Monitor, auch anders gebaut. Ähnelt daher der "CMYK-Farbraum" einer Druckmaschine eher einem kleinen Ball, wirkt der RGB-Farbraum eines Bildschirms daneben wie ein Riesengebilde. Die RGB-Arbeitsfarbräume am Monitor aber unterscheiden sich ebenfalls untereinander in ihren Ausdehnungen auf den drei Achsen, wenn auch nicht so eklatant, wie es im Vergleich von CMYK und RGB der Fall ist.

Arbeitsfarbraum sRGB

Monitore und Scanner arbeiten meist mit sRGB als voreingestellten Arbeitsfarbraum. Besonders durch den Einsatz der Unternehmen Hewlett-Packard und Microsoft erfreut sich sRGB größter Beliebtheit. Sie empfehlen, immer davon auszugehen, dass alle RGB-Daten in sRGB angelegt worden sind. Inzwischen gibt es auch einige Profi-Monitore, die den gesamten sRGB-Farbraum wiedergeben können. Der Haken dabei aber ist, dass vor allem Scanner und Digitalkameras, aber auch Farbdrucker und Großformatdrucker einen wesentlich größeren Farbraum wiedergeben können, als sRGB ihn zur Verfügung stellt. Zudem kommt es bei der Umwandlung von sRGB in den vom Drucker benötigten Farbraum CMYK zu zum Teil deutlich sichtbaren Verlusten.

Arbeitsfarbraum eciRGB

Auf Grund dieser beiden Mankos von sRGB entwickelte die European Color Initiative (ECI) im Jahr 1999 einen neuen RGB-Farbraum unter dem Namen "eciRGB". Man wollte damit einen Farbraum schaffen, der "alle heutigen Druckfarbräume umfasst, gleich ob Bogen- und Rollenoffset, Tiefdruck oder Zeitungsdruck, wenngleich er nicht unnötig viel größer sein sollte (um keine Auflösung zu Gunsten von Farben zu verschwenden, die wohl nie benötigt würden)." Zudem sollten "gleiche Werte von Rot, Grün und Blau neutrale Grautöne ergeben". Heraus kam ein kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung gestelltes ICC-Profil für Monitore, das inzwischen vor allem im Druckbereich seinen bevorzugten Einsatz findet, da damit die Bildschirmdarstellung dem gedruckten Endergebnis relativ nahe kommt. Zudem werden die Farbtöne des eciRGB bestmöglich in CMYK transportiert, wodurch das Druckergebnis besser wird. Seit Adobe Photoshop CS2 ist dieses Monitorprofil außerdem in den Farbeinstellungen bereits enthalten.

Was sollte man verwenden?

Auch LASERLINE empfiehlt bei Nutzung von ICC-Profilen zur Bildbearbeitung (beispielsweise in Photoshop), wobei zur Druckausgabe zwischen gestrichenen (ISO coated) und ungestrichenen (ISO uncoated) Papieren unterschieden wird. Um diese Daten in Photoshop möglichst genau im Vorfeld bearbeiten zu können empfiehlt sich eciRGB als Farbraum, da sRGB hierzu einen zu kleinen Farbraum zur Verfügung stellt. Allerdings ist eciRGB nicht das alleinig seelig machende. Auch andere ICC-Profile eignen sich nämlich ähnlich gut für die Verwendung als Arbeitsfarbraum am Monitor vor der Drucklegung - beispielsweise das weit verbreitete "Adobe RGB". Aus diesem Grund sollte man nicht einfach zu eciRGB wechseln, benutzte man bisher Adobe RGB als Arbeitsfarbraum. Der Wechsel von einem anderen RGB-Farbraum in eciRGB kann zudem zu Verlusten führen. Anzuraten ist der Wechsel deshalb nur, wenn man zukünftig auch mit einem auf eciRGB kalibrierten Scanner arbeiten und/oder einen möglichst verlustfreien Druck erreichen möchte. Nutzt man beispielsweise als Fotograf die Monitordarstellung hingegen nur, um Digitalbilder zu verwalten, könnte ein Wechsel und eine Konvertierung der Bilder in einen anderen Farbraum zu unangenehm auffallenden Verlusten führen.

Wie definiere ich meinen Arbeitsfarbraum?

Wo aber kann man überprüfen, welcher Farbraum auf dem eigenen System eingestellt ist? Bei Adobe-Anwendungen müssen Sie hierzu einfach Photoshop öffnen und im Menü "Bearbeiten" den Punkt "Farbeinstellungen ..." wählen. Es erscheint ein Fenster, in dem Sie die unterschiedlichen Farbräume zur Bearbeitung von Bildern einstellen können (siehe Screenshot). Diese Einstellungen wirken sich dann auf alle Adobe-Anwendungen aus. In QuarkXPress hingegen ist ein eigenes Farbmanagement eingebaut, das erst seit der neuesten Version 7 und dem aktuellsten Update das Festlegen der jeweiligen Arbeitsfarbräume zulässt.

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