Adobe Capture in der Praxis – eine App für alle(s)?

10.03.2016 09:00:00
Es gibt für alles eine App! Auch in der Software-Schmiede von Adobe werden seit langem fleißig Apps entwickelt, veröffentlicht und teilweise auch wieder eingestampft.

Mit Adobe Capture wurden Adobe Color CC, Shape CC, Hue CC und Brush CC in einer einzelnen App zusammengefasst. Sie ist für Apples iPhone und iPad-Modelle, und auch für Android-Geräte erhältlich. Unsere Autorin Marianne Deiters hat sich für uns die App in Bezug auf die spätere Verwendung der erstellten Assets, der Farbthemen, Formen und Pinsel mit Photoshop, Illustrator und Indesign angesehen.

Voraussetzungen

Als Voraussetzung benötigen Sie ein kompatibles Gerät, wie ein Apple iPhone, oder iPad mit mindestens iOS 8.1 oder ein Android Gerät mit Android Version 4.4 oder höher. Außerdem müssen Sie sich mit einer Adobe ID anmelden, die sich bekanntermaßen schnell erstellen lässt. Den größten Nutzen ziehen Anwender des Creative Cloud Abos aus den Apps, weil so die Bibliotheken sinnvoll in vielen Programmen genutzt werden können. Deshalb wählen Sie sich am besten mit Ihrer für die Desktop Apps genutzten Adobe ID an. Die App greift für alle Funktionen auf die Kamera Ihres Geräts zu, deshalb müssen Sie diese für die App freigeben.

So muss das gehen

Das Adobe Capture Interface auf dem iPhone 5S. Es kann auf anderen Geräten anders aussehen. Die vier einzelnen Module von Adobe Capture einfach durch Antippen auswählen. Sie sind jeweils ähnlich anzuwenden.
Quelle: Marianne Deiters
Adobe Capture soll uns Kreative immer begleiten, wir gehen beschwingt und dynamischen Schrittes mit cooler Musik auf den Ohren durch die Welt und haben im Hinterkopf unsere laufenden oder imaginären Projekte. Wir gehen also besonders achtsam durch die Welt. (Kopfhörer runter ;-) Da, wo wir eine tolle Farbzusammenstellung sehen, zücken wir unser Gerät mit Adobe Capture, wählen das Modul Color und halten die Kamera drauf. Wir sehen eine tolle Struktur und verwenden das Modul Brushes um diese festzuhalten. Ein schönes Muster, eine ungewöhnliche Form oder Architektur halten wir mit dem Modul Shapes fest und generieren daraus direkt Pfade für Illustrator. Wer mit After Effects und Premiere Pro arbeitet freut sich sicher über die schnell zu erzeugenden Looks aus dem gleichnamigen Modul.

 

Capture besteht aus den vier Modulen: Color, Shapes, Brushes und Looks. Oben in der Mitte, wo im Bild »BlütenFarben« steht, lässt sich die Bibliothek wählen, in der ein fertig erstelltes Asset gespeichert wird. Es gibt auch weitere Speichermöglichkeiten. Ein Color Theme lässt sich über Facebook, Twitter, E-Mail weitergeben, oder Sie speichern es als Bild oder kopieren den Link in die Zwischenablage. Sehr erfreulich ist auch die Möglichkeit, das Ergebnis mit Bild direkt an Evernote zu senden! Dort kommt das Originalbild mit dem Color Theme und einem Link in die Creative Cloud, auf die Seite von Adobe Color CC. Von dort aus lässt sich das Color Theme auch Online in einem Browser weiter bearbeiten und teilen. Sorry – ähm – Entschuldigung: Durch die vielen englischen Bezeichnungen in der Benutzeroberfläche lässt sich ein starkes sprachliches Durchmischen dieser Beschreibung nicht vermeiden.

Schritt für Schritt zum Color Theme

Jedes Symbol und jeder Text verbirgt eine Funktion
Quelle: Marianne Deiters

  1. Tippen Sie auf das Modul »Color« und anschließend auf das Pluszeichen
  2. Halten Sie die Kamera auf eine hübsche Farbzusammenstellung. Nicht so stark wackeln ;-)
  3. Wenn Sie eine annehmbare Farbzusammenstellung sehen, klicken Sie auf das Display, um das Bild einzufrieren. Alternativ tippen Sie direkt auf einen Farbkreis.
  4. Tippen Sie auf einen oder mehrere der fünf Farbkreise, um diese bei Bedarf auf eine andere Farbe zu verschieben. Nicht verzetteln, das eingefangene Grundthema kann später noch bearbeitet werden.
  5. Optional: Falls es zu dunkel ist, schalten Sie das Kameralicht über das kleine Blitzsymbol an.
  6. Drücken Sie unten auf den runden Button zum Erfassen der Szene und des Color Themes.
  7. In den Optionen vergeben Sie einen Namen und wählen die Bibliothek aus, in der das Color Theme landen soll. Außerdem bestimmen Sie, ob das Color Theme veröffentlicht wird, oder nur in der Bibliothek sichtbar sein soll.
  8. Zum Verfeinern des Ergebnisses tippen Sie auf das Farbthema und dann oben rechts auf »Bearbeiten«. Zur Verfügung steht das Bild, um die Farben erneut einzufangen oder die Farbmodi RGB, CMYK, Lab und 1. HSB. Auch der Hexadezimal-Wert kann neben dem Eintrag »HEX« editiert werden.
  9. Optional: wählen Sie eine andere Farbregel wie »Triade«, »Monochrom«, »Komplementär« oder »Schattierungen« aus. Eine weitere Bearbeitung können Sie auch mit einer Kopie des Color Themes vornehmen.
  10. Tippen Sie auf »Speichern«, sonst ist das Ergebnis verloren.

Ähnliche Bedienung der anderen Module

Adobe Capture ist so logisch aufgebaut, dass sich sicher jeder die weiteren Module erarbeiten kann. Deshalb habe ich an dieser Stelle einige Tipps für Sie: Shapes ist beim Generieren der Kurven sehr energiehungrig, es dauert auch seine Zeit, bevor komplexe Kurven generiert sind, deshalb sollten Sie sich unterwegs eventuell auf die Aufnahme des Bildes beschränken. Von dreidimensionalen Objekten ist es für die App schwierig die Pfade zu generieren. Bei Brushes ist wichtig, dass Sie das richtige Format abspeichern, damit die Pinsel in den unterschiedlichen Apps und Desktop-Apps verwendet werden können. Diese werden unter dem Menüpunkt »Stil« ausgewählt. Ein umspeichern oder das Verwenden einer Kopie ist jederzeit möglich, wenn Sie eine Brush ausgewählt haben und auf »Bearbeiten« tippen.

Die Verwendung in Photoshop

Die Verwendung der Assets aus Adobe Capture in Photoshop
Quelle: Marianne Deiters

  • In Photoshop öffnen Sie das Fenster Bibliothek aus dem Menü »Fenster« und wählen die entsprechende Bibliothek aus. Standardmäßig wird »Meine Bibliothek« verwendet.
  • Aus den Color Themes können einzelne Farben verwendet werden. Ein Klick auf ein Farbfeld in der Bibliothek nimmt die Farbe als Vordergrundfarbe auf.
  • Wenn eine Form markiert ist, können Sie mit einem Rechtsklick auf das Color Theme in der Bibliothek zwischen Flächenfarbe und Konturfarbe wählen und diese durch einen Klick direkt anwenden.
  • Im Kontextmenü ist auch der Befehl »Farbüberlagerung anwenden« zu finden, damit wird der Ebenenstil »Farbüberlagerung« angewendet. Anschließend können Sie den Stil auf eine andere Füllmethode, wie zum Beispiel »Farbe« umstellen.
  • Von den vier Brushes im Screenshot ist nur eine für Photoshop zu verwenden. (In der Bibliothek wurden die Kategorien schon eingedeutscht) Die farbigen Brushes 1 und 2 sind für Adobe Sketch abgespeichert worden, Brush 4 für Illustrator. Die Brushes können ganz normal mit dem Pinsel-Werkzeug oder den anderen dafür tauglichen Werkzeugen verwendet werden.
  • Die Shapes holen Sie sich per Klicken und Ziehen (drag & drop) aus der Bibliothek in das Dokument. Es wird automatisch ein in die Cloud verknüpftes Smartobjekt erzeugt. Wenn ein Objekt in einem Dokument geändert wird, wird die Änderung in der Bibliothek gespeichert und das Objekt kann in allen Dokumenten, in dem es verwendet wurde aktualisiert werden. Im Bedienfeld »Ebenen« sehen Sie die kleine Wolke an der Ebenenminiatur. Wenn das Objekt aktualisiert werden möchte, wird dort ein kleines dreieckiges Schild mit Ausrufezeichen angezeigt. Ein Rechtsklick neben den Namen der Ebene bringt Sie zu den wichtigen Befehlen in dem Zusammenhang. Neben einer Aktualisierung können Sie das verknüpfte Smartobjekt auch einbetten, wenn es von der Bibliothek unabhängig werden soll.
  • Die Looks stehen in Photoshop leider nicht zur Verfügung, was wirklich sehr schade ist!

Die Verwendung in InDesign

Die Verwendung der Assets aus Adobe Capture in Indesign
Quelle: Marianne Deiters

  • In InDesign gestaltet sich die Verwendung der Assets wieder etwas anders: Rufen Sie das Fenster CC Libraries aus dem Menü »Fenster« auf.
  • Ein Rechtsklick auf ein Color Theme (hier heißt es Farbthema) zeigt die Optionen zu ihrer Verwendung. »Zu Farbfeldern hinzufügen« übernimmt das ausgewählte Farbfeld, »Design zu Farbfeldern hinzufügen« das ganze Color Theme in das Bedienfeld »Farbfelder«.
  • Wenn ein Objekt ausgewählt ist, wird die Farbe durch einen Klick in der Bibliothek direkt angewendet, es wird dabei berücksichtigt, ob Kontur oder Füllung markiert ist.
  • Ein Shape wird per Drag & Drop aus dem Bibliotheksfenster in das Dokument zu einer Verknüpfung in der Cloud im PDF-Format.

Die Verwendung in Illustrator

Die Verwendung der Assets aus Adobe Capture in Illustrator
Quelle: Marianne Deiters

  • Rufen Sie das Fenster Bibliothek aus dem Menü »Fenster« auf und wählen die entsprechende Bibliothek aus
  • Ein Rechtsklick auf ein Color Theme (Farbthema) zeigt die Optionen »Zu Farbfeldern hinzufügen« das ganze Color Theme landet im Bedienfeld »Farbfelder«.
  • Wenn ein Objekt ausgewählt ist, wird die Farbe durch einen Klick in der Bibliothek direkt angewendet, es wird dabei berücksichtigt, ob Kontur oder Füllung markiert ist.
  • Ein Shape wird per Drag & Drop aus dem Bibliotheksfenster in das Dokument zu frei editierbaren Pfaden, so wie sie in Adobe Capture erzeugt wurden.

Fazit

Die Erstellung der unterschiedlichen Assets ist einfach und lässt viel kreativen Spielraum zur Erstellung von Farbthemen und Pinseln. Die Verwendung von Shapes für die Reinzeichnung von gezielten Formen, Logos oder Signets ist mit viel Arbeitsaufwand verbunden, deshalb passt ihre Verwendung momentan eher in den kreativen Bereich, was aber ebenfalls sehr wertvoll ist. Die Speicherung in den Bibliotheken ist super, aber es bleiben noch ein paar Wünsche zur Vereinheitlichung in den Desktop-Apps offen. Mir macht es Spaß, Adobe Capture zu verwenden. Es bleibt auf meinen Geräten und ich freue mich auf künftige Entwicklungen, vor allen Dingen hätte ich die Looks gerne in Photoshop!

 

Autorin Marianne Deiters gibt Trainings für viele Themen rund um die Adobe Creative Suite. Fragen Sie gerne Ihr individuelles Firmentraining an: www.education-point.de

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