Abstände: das richtige Maß finden

22.10.2015 09:00:00
Der Zeilenabstand ist eine wichtige Größe im Layout. So definiert man die Abstände für größtmögliche Lesbarkeit.

Der Abstand zwischen zwei Zeilen im Fließtext, aber auch zwischen Fließtext und Überschrift, bestimmt maßgeblich den Grauwert und damit die Lesbarkeit von Texten. Zu dichte Abstände lassen Zeilen optisch ineinander fließen, zu weite Abstände lassen den Text vor dem Auge des Betrachters zerfallen. Wie findet man den optimalen Mittelweg?

Richtig messen und bezeichnen

Quelle: Hans-Peter Häge / Pixelio.de

Quelle: Hans-Peter Häge /
Pixelio.de Der Zeilenabstand wird immer von Schriftlinie zu Schriftlinie bestimmt. Er ist keineswegs identisch mit dem Durchschuss, der nur den nicht-druckenden Teil, wie man ihn aus dem Bleisatz kannte, beschreibt. Wird beispielsweise eine Schrift mit 12 Punkten mit einem Abstand von 14 Punkten gesetzt, so beträgt der Zeilenabstand 14 Punkte, der Durchschuss aber 2 Punkte. Verwendet man keinen Durchschuss, bezeichnet man das als kompress, das Gegenteil, also ein besonders großer Durchschuss, wird splendid genannt.

Orientierungspunkte

Es gibt bei der Wahl der Zeilenabstands kein richtig und kein falsch, keine immer gültige Messgröße. Vielmehr sollte sich der Gestalter auf sein geübtes Auge und seine Erfahrung verlassen. Grobe Orientierungspunkte wie zum Beispiel die Höhe der Mittellänge der verwendeten Schrift können jedoch helfen. Fließtexte kann man mit einem Zeilenabstand von 1,2 setzen; auch das ist ein guter Anhaltspunkt. Anders sieht das jedoch bei Überschriften aus, vor allem, wenn es um den Abstand zum nachfolgenden Fließtext geht.

Sonderfall Überschrift

Würde man die Schriftgröße der Überschrift, die meist um die 40 Punkt liegt, als Zeilenabstand verwenden, hätte man eine riesige Lücke bis zum Fließtext. Deshalb kann man hier sogar einen negativen Zeilenabstand verwenden, der kleiner ist als die Schriftgröße selbst. Es gilt die Faustregel: Je größer die Schrift ist, desto kleiner sollte der Zeilenabstand ausfallen. Denn dann bringt die Schrift an sich schon einen gehörigen Abstand mit. Überschriften, die am Seitenanfang stehen, brauchen oberhalb keinen eigenen Abstand.

Ein großes Ganzes

Quelle: Birgit Lieske / Pixelio.de

Quelle: Birgit Lieske /
Pixelio.de Der Zeilenabstand steht nicht für sich allein, er sollte immer in Verbindung mit den anderen Werten im Satzspiegel gesehen werden, vor allem mit der Spaltenbreite. Breitere Spalten ergeben per se einen höheren Grauwert beim Lesen, so dass man hier auch den Zeilenabstand etwas erhöhen kann. Das Gleiche gilt umgekehrt: Kürzere Spalten vertragen kleinere Zeilenabstände. Immer im Blick haben muss man, gerade bei Headlines, auch die Unterlängen. Es schadet nicht, bei mehrzeiligen Überschriften auf das geschulte Auge zu vertrauen und im Zweifel unterschiedliche Zeilenabstände zu wählen, damit der optische Eindruck stimmt.

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