50 Millionen to go

30.06.2016 09:00:00
Ganz viele Pixel, sehr, sehr kompakt. Hasselblad hat ein neues Kamerasystem vorgestellt. Ein Blick in eine Welt, in der man sich freut, wenn die Kamera unter 10.000 Euro kostet.

Je größer der Sensor, desto größer die Leistungsfähigkeit. Doch bis jetzt musste man soviel Professionalität mit einer umständlicheren Bedienung und vor allem deutlich größeren Kameras bezahlen. Das ist nun anders. Die neue X1D ist kleiner als mancher Kleinbildspiegelreflexbolide. Doch in den Fußballstadien dieser Welt wird sich die Neue kaum zu Hause fühlen. Fein abgestimmte Landschaften und ruhige Reportagen freuen sich viel mehr auf 50 Megapixel und 14 Blendenstufen Kontrastumfang.

Die Historie

Der Sensor ist zwar nicht quadratisch, aber das Design nutzt durchaus Anklänge an das klassische Würfeldesign.
Quelle: Hasselblad
Die schwedische Firma Hasselblad war schon immer für Legenden gut. Aus einer im Krieg geborgenen deutschen Luftbildkamera entstand der erste militärische Kamerakonstruktionsauftrag. Und im Frieden dann ein ganz neuer Typ: Eine Mittelformatkamera an der man alles wechseln konnte: Objektiv, Filmmagazin und Sucher. Ohne Hasselblad wäre unser Bild vom Mond ein ganz anderes, wenn es überhaupt eins gäbe. Jahrzehntelang war der klassische 6x6-Würfel das Symbol für Profifotografen auf der ganzen Welt. Selbst den Wandel zur digitalen Mittelformatfotografie ist einigermaßen gelungen, doch in den letzten Jahren setzten die Investoren alles daran, mit fragwürdig verzierten Sony-Kameras, das lang aufgebaute Image zu zerstören. Gerade noch rechtzeitig wurde die Reissleine gezogen und das italienische Pseudo-Design-Studio geschlossen. Eigentlich hatte kaum noch jemand den Schweden echte Innovationen zugetraut.

Die wahren Ahnen

Die Neue hat weder einen quadratischen Sensor noch einen Spiegel. Man muss es ja nicht übertreiben mit der Tradition. Gerne verweist man in Göteborg auf einen anderen Ahnen, die Hasselblad XPan von 1998. Eine Kleinbild-Panorama-Messsucherkamera, mithin auch eine Spiegellose. Von der leiht sich die XD1 die verfügbaren Brennweiten. Gestartet wird mit 45 und 90 mm. Im Herbst kommt ein 30 mm Superweitwinkel dazu, über dessen Leistung man angesichts des anspruchsvollen Sensors durchaus gespannt sein darf. Doch eigentlich muss man den echten Vorgänger eher außerhäusig suchen. Die Mamiya 7 bestimmte lange Jahre den Kunst- und Magazinmarkt und prägte den Stil der Young German Photography. Kompaktes Gehäuse mit großem Format ohne Action-Potenzial. Schade nur, dass die Zeitschriftenhonorare mittlerweile eher gesunken sind, während die XD1 mit Objektiv selbst ohne Mehrwertsteuer nicht für unter 10.000 Euro zu haben ist.

Was sie kann

Zu Filmzeiten war es unvorstellbar, zu Digitalzeiten eigentlich auch, aber so kompakt kann Mittelformat sein.
Quelle: Hasselblad
50 Megapixel im Mittelformat bieten ein immenses Vergrößerungspotenzial. Hier kombiniert man das mit der Kompaktheit einer Reisekamera. Wer da die Ausstattungskriterien heutiger Bestseller aus dem Kleinbildbereich anlegt, wird zwangsläufig enttäuscht sein, aber wer fährt schon mit dem Lamborghini zum Getränkemarkt oder mit dem Minivan auf den Nürburgring. Klappdisplay, Bildstabilisator, Phasen-AF, findet man nicht bei der X1D, lichtstarke Objektive würde eh keiner tragen wollen. Dafür zeugt das spendierte GPS-Modul von einem der Haupteinsatzgebiete als Reisekamera. Alles da für das ruhige Gestalten.

Was die anderen können

Auch wenn man es nicht jeder Mitarbeiterin auf den ersten Blick ansieht, Hasselblad ist stolz darauf endlich wieder selbst in Schweden zu produzieren.
Quelle: Hasselblad
Eigentlich ist die X1D gar nicht die erste Systemkamera im Mittelformat. Spiegellose gibt es da schon lange. Sie werkeln an Shiftkameras oder verstellbaren Fachkameras und hinten sitzt dann ein Mittelformat-Digitalrückteil. Dafür bietet etwa der schweizer Hersteller Alpa schon sehr lange ein ultrakompaktes Gehäuse mit der Alpa 12 TC. Seit die Digibacks auch LiveView können, steht einer winzigen Spiegellosen für unterwegs nichts mehr im Wege. Doch leider torpedieren die mechanischen Verschlüsse der hier eingesetzten Fachobjektive noch den schnellen Reportageklick. Denn LiveView bedeutet, dass man nach dem Scharfstellen erst das LiveViewSignal abschalten und dann den Verschluss schließen und spannen muss, bevor man auslösen kann. Das klingt nicht nur umständlich, das ist es auch und geschieht noch dazu im Blindflug. Doch neue elektronische Verschlüsse sind für den Herbst angekündigt. Auch hier bewegt sich was. Von der 1/2000 Sekunde, die der Zentralverschluss der Hasselblad bietet, kann man bei Rodenstock allerdings nur träumen. Offensichtlich haben sie in Schweden einen guten Job gemacht.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!