50 Jahre Helvetica

24.05.2007 16:22:00
Dieses Jahr feiert eine der populärsten Schriftarten der Welt ihren 50. Geburtstag: 1957 gestaltete der Züricher Grafiker Max Miedinger die ersten Schriftschnitte der Helvetica ...

Die Helvetica wird ein halbes Jahrhundert alt. Zu ihrem Jubiläum veranstaltet das New Yorker Museum of Modern Art eine eigene Ausstellung. Doch das ist nicht alles: Ein dokumentarischer Kinofilm würdigt die Schriftart und erzählt die Geschichte ihrer Verbreitung.

Heute wird die Helvetica für alle Arten der Textkommunikation eingesetzt – ob in der Zeitung, auf Werbeplakaten, Straßenschildern oder im Internet. Zahlreiche „Klone“ sollten in der Folgezeit die Erfolgsgeschichte der Helvetica wiederholen. Der bekannteste unter ihnen ist die Schriftart Arial, die heute noch weiter verbreitet ist, als die Helvetica selbst.

Vorbild: Akzidenz Grotesk

1957 schlägt die Geburtsstunde der Schriftart Helvetica: Der Züricher Grafiker Max Miedinger (1910-1980) entwickelt in Zusammenarbeit mit Eduard Hoffmann, dem Geschäftsführer der Haas’schen Schriftgießerei AG in Münchenstein nahe Basel, die ersten Schnitte der Schrift. Das gemeinsame Ziel von Miedinger und Hoffmann war es, eine Schrift zu entwickeln, die der bereits bestehenden Schriftart Akzidenz Grotesk ähnelt, um deren Erfolgsgeschichte zu wiederholen. Aus diesem Grund kam die Neuentwicklung zunächst auch unter dem Namen „Neue-Haas-Grotesk“ auf den Markt.

Die Schweizerin entsteht

1957 - 2007: 50 Jahre Helvetica Font
Die Haas'sche Schriftgießerei, in der die Neue-Haas-Grotesk erschienen war, wurde im Anschluss durch die D. Stempel AG übernommen. Damit der Erfolg auf dem amerikanischen Markt nicht von einem komplizierten Namen verhindert wurde, sollte die Schriftart „Neue-Haas-Grotesk“ in „Helvetia“ umbenannt werden. Die Haas'sche Schriftgießerei wandte jedoch ein, dass man eine Schrift nicht nach einem Land benennen sollte. So wurde ein „c“ eingeschoben und die Schriftart 1961 schlussendlich als Helvetica vorgestellt. Der Name ist vom Lateinischen inspiriert und soll „die Schweizerin“ heißen. Heute wird die Schriftart von Linotype angeboten, die die D. Stempel AG übernommen hatte.

Die Neue Helvetica

Es sollte jedoch nicht bei der ursprünglichen Helvetica bleiben: 1983 entwickelte die D. Stempel AG für Linotype die Schriftfamilie Neue Helvetica. Dabei wurden die nicht zu einander passenden Schriftschnitte der Helvetica, die sich über die Jahre entwickelt hatten und zur ursprünglichen Schriftfamilie hinzugekommen waren, harmonisiert. Die Neue Helvetica besteht heute aus 113 Schriftschnitten.

Helvetica: 68 Schriftschnitte

Im Gegensatz zur später entwickelten Neuen Helvetica enthält die Helvetica bis heute „nur“ 68 Schriftschnitte. Linotype bietet hier eine Übersicht über die Schriftfamilie. Zu den angebotenen Varianten zählen zum Beispiel die Helvetica Light, die Helvetica Bold, die Helvetica Black oder die Helvetica Compressed.

Echtes Kombinationstalent

Doch egal, in welchem Schriftschnitt: Grafiker weltweit schätzen die serifen- und schnörkellose Helvetica für ihre Klarheit und für ihre Fähigkeit, Informationen schnell zu transportieren. Laut Angaben von Linotype lässt sich die Helvetica außerdem gut mit zahlreichen Schriftarten wie Palatino, Trump Mediaeval, Versailles, Wilke, Linotype Centennial und vielen anderen kombinieren. Neben der Deutlichkeit hat diese Kombinationsfähigkeit maßgeblich zum Erfolg der helvetischen Schriftfamilie beigetragen.

Erfolgreiche Kopierversuche

Der Erfolg der Helvetica lockte schnell zahlreiche Nachahmer an. Am bekanntesten ist Microsofts Arial, das heute sogar noch weiter verbreitet ist als die Helvetica selbst. Auch die Schriftschnitte „Swiss“ beziehungsweise „Switzerland“, die mit CorelDraw angeboten werden, gelten als populäre Plagiate der Helvetica. 1991 brachte das irische Unternehmen B&P Graphics die Schriftart „Olympia“ auf den Markt, die ebenfalls sehr eng an die Helvetica angelehnt ist.

Ausstellung in New York

Echte Grafikfans schätzen jedoch das Original – die Helvetica – trotz aller Nachahmungsversuche. Ihr widmet das New Yorker Museum of Modern Art in ihrem Jubiläumsjahr 2007 eine eigene Ausstellung. Sie geht noch bis zum 31. März 2008 und zeigt Anwendungsbeispiele aus dem Alltag. Dadurch wollen die Macher die Zeitlosigkeit und die klassische Schönheit dieser Schriftart demonstrieren. Des Weiteren soll die Ausstellung zeigen, dass die Helvetica zu Recht auch die „offizielle Schriftart des 20. Jahrhunderts“ genannt wird.

Ein eigener Kinofilm für die Helvetica

Doch nicht nur die Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Arts, sondern auch ein Kinofilm widmet sich der Helvetica und der Art und Weise, wie die Typografie den Alltag der Menschen beeinflusst. Darüber hinaus kommen in dem dokumentarischen Film einige bekannte Schriftdesigner zu Wort – unter anderem Hermann Zapf und Erik Spiekermann. Der Film wurde auf verschiedenen Festivals und speziellen Veranstaltungen weltweit vorgeführt. Weitere Informationen stehen auf der Website des Helvetica-Films im Internet.

Übersicht Druckprodukte
  • zahlreiche Produkte im Digital- und Offsetdruck

  • umfangreiches Sortiment in der Werbetechnik

  • Rollenoffset Produkte für große Auflagen
  • 100% klimaneutral
Produkte finden
Wir helfen Ihnen weiter!
SIE BENÖTIGEN HILFE BEI DER DRUCKDATENERSTELLUNG?
Wir helfen Ihnen gerne bei der Erstellung Ihrer Druckvorlagen.
Auf unserer Serviceseite haben wir viele nützliche Hinweise dazu zusammengefasst.
SIE HABEN IHR WUNSCHPRODUKT NICHT GEFUNDEN?
Sollten Sie spezielle Anforderungen an ein Produkt haben, richten Sie bitte eine Anfrage an unser Service-Team. Gemeinsam finden wir die richtige Lösung für Sie!