Fachbegriffe in der Typografie

06.03.2014
Wie selbstverständlich werden in der Typografie fest verwurzelte Fachbegriffe verwendet. Doch was bedeuten typografische Wörter wie Dickte, Punze, Achselhöhe, Kegelgröße und Co.?

Bisweilen kommt man sich in der Typografie vor wie in einem anatomischen Seminar: Es wimmelt von Begriffen wie „Achselhöhe“, „Fleisch“, „Ohr“ oder „Schulter“. Hinzu kommen Wörter wie „Dickte“, „Punze“ und „Serife“. Diese Fachbegriffe bestimmen in der Regel die einzelnen Bereiche und Bestandteile eines Buchstabens.

Achselhöhe

Die Höhe eines Zeichens vom Kopf bis zum Fuß nennt man Achselhöhe.

Dickte

Die Breite eines Schriftkegels wird als Dickte bezeichnet. Im Englischen heißt sie „width“. Die Dickte umfasst die Breite des Zeichens selbst, sowie das Fleisch vor und hinter dem Zeichen. Schriften, bei denen jedes Zeichen dieselbe Dickte besitzt, nennt man dicktengleich.

Fleisch

Der freie Raum um das Schriftzeichen herum trägt den Namen Fleisch. Ohne das Fleisch würden sich zwei benachbarte Zeichen berühren. Das Fleisch ist nicht druckend. Je größer es ist, desto weniger wird der Schriftkegel ausgenutzt.

Kapitälchen

Kapitälchen sind streng genommen Großbuchstaben, dürfen jedoch nicht mit den Versalien verwechselt werden, da bei den Kapitälchen die Großbuchstaben kleiner sind als im Fließtext. Daher eignen sie sich auch besser zum Auszeichnen von Textpassagen als die Versalien (siehe „Majuskeln und Versalien“).

Kegelgröße

Die Höhe des Schriftkegels heißt Kegelgröße. Sie ist so ausgelegt, dass sich die Buchstaben zweier Zeilen an den Oberlängen und Unterlängen nicht berühren. Auf dem Bildschirm entspricht die Schriftgröße der Kegelgröße.

Majuskeln und Versalien

Die Großbuchstaben werden auch Majuskeln genannt im Gegensatz zu den Minuskeln. Ein weiterer, gebräuchlicher Begriff lautet Versalien. „Majusculus“ lautet im Lateinischen der sinngemäße Ausdruck für „etwas größer“, während der Begriff „Versalien“ auf das lateinische Wort „Versus“ für Zeile zurückzuführen ist.

Minuskeln

Sie werden auch „Gemeine“ als Synonym für „Gewöhnliche“ genannt: die Minuskeln. Gemeint sind damit die Kleinbuchstaben. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen: Hier steht „minusculus“ sinngemäß für „etwas kleiner“.

Ohr

In manchen Schriften hat zum Beispiel der Buchstabe „g“ oben rechts einen kleinen Haken. Diesen Haken am Buchstaben nennt man Ohr.

Punze

Nichtdruckende Innenbereiche eines Buchstabens bezeichnet man als Punzen. Bei den Buchstaben „A und O“ ist damit beispielsweise die geschlossene Innenfläche gemeint. Man unterscheidet zwischen offenen und geschlossenen Punzen. Eine offene Punze gibt es unter anderem bei den Buchstaben e und „n“. Der Name kommt vom Werkzeug: Die Punzen wurden früher mit Stanzbeiteln aus dem Blei ausgeschlagen. Die Bezeichnung leitet sich vom englischen „„punch““ für „schlagen“ her.

S-Kurve

Wie der Name schon vermuten lässt, werden die Kurven im Buchstaben „S“ als S-Kurve bezeichnet. Je nach Schriftart gibt es hier kleine bis große Unterschiede, die den Charakter eines Fonts ausmachen.

Schriftkegel

Im Bleisatz wird der Metallkörper, der das Schriftzeichen trägt, als Schriftkegel bezeichnet. Bei DTP-Schriften (Desktop Publishing bspw. mit Adobe InDesign) ist der Schriftkegel natürlich nur rein virtuell vorhanden.

Schulter

In der Typografie wird der rechte obere Bogen im Buchstaben „n“ auch als Schulter bezeichnet. Gleiches gilt für das „m“.

Serifen

Geschwungene oder rechteckige Anstriche, Abstriche und Endstriche einer Schrift heißen Serifen. Der Begriff Serife steht im Französischen für „Füßchen“. Eine der bekanntesten und erfolgreichsten Serifenschriften ist Times New Roman.

Vorbreite und Nachbreite

Im schmalen Raum auf dem Schriftkegel vor und hinter dem Zeichen sind nichtdruckende Bereiche zu finden: Sie werden als Vorbreite und Nachbreite bezeichnet.

X-Höhe

Die x-Höhe wird auch als Mittellänge bezeichnet. Sie bemisst den Abstand zwischen Grundlinie und Mittellinie eines Buchstabens. Beispiele dafür sind die Kleinbuchstaben a, e, n oder z. Hinzu kommen die Oberlänge (z. B. bei b, d, f und k) und die Unterlänge (z. B. bei g, p, q und y). Bei kleinen Buchstaben j liegt sowohl eine Oberlänge als auch eine Unterlänge vor.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.