Empfinden, organisieren, einordnen

25.07.2013
Psychologische Gestaltgesetze beeinflussen die Wahrnehmung. Designer sollten deshalb wissen, wie sie funktionieren.

Wenn Menschen Dinge wahrnehmen, dann läuft dieser Prozess in drei Schritten ab: Beim Empfinden werden sie zunächst gesehen, gehört oder gefühlt. Das so Erfahrene wird dann zusammengefügt und anschließend wird ihm eine Bedeutung zugeordnet. Dabei werden unbewusst bestimmte Gestaltgesetze angewendet, die Designer für ihre Arbeit kennen sollten.  

Prägnant und ähnlich

Eines der Gestaltgesetze besagt, dass Menschen vorrangig Elemente wahrnehmen, die sich von anderen abheben. Zeichnet man eine Reihe von Regenschirmen, so fällt den Betrachtern immer der Schirm als erstes auf, dessen Griff als einziger in die andere Richtung zeigt. Sind Elemente einander ähnlich, so werden sie als Einheit empfunden. Gleiches gilt für Reize, die sich in logischer Folge aneinander reihen: Auch sie werden als Ganzes wahrgenommen. Wollen Designer also bestimmte Objekte hervorheben, so sollten sie z.B. mit Unterbrechungen arbeiten. Zusammengehörigkeit wird dagegen durch eine ähnliche Gestaltung unterstrichen.

Linienspiele

Ergeben mehrere Linien eine Fläche, so werden sie ebenfalls als zusammengehörig empfunden. Berühren sich die Linien dagegen nicht, so sehen Betrachter sie eher als einzelne Elemente an. Generell verlängern wir Linien vor dem geistigen Auge. Das bedeutet, dass Linien, die sich kreuzen, auch als Kreuzung und nicht etwa als Abbiegung wahrgenommen werden. Diese Linearität machen sich Gestaltungsraster und Satzspiegel zunutze. Sie bieten dem Blick der Leser Orientierung und sorgen für ein aufgeräumtes Bild.

Verbindungen

 Quelle: Gisela Peter / Pixelio.de


Quelle: Gisela Peter /
Pixelio.de Stehen Elemente eng zusammen, so schafft das für die Betrachter gleichermaßen eine Verbindung zwischen ihnen. Nähe sorgt also für Zusammengehörigkeit, Abstand dagegen für Abgrenzung. Objekte, die grafisch verbunden sind beispielsweise durch Überlappungen oder Gestaltungselemente werden ebenfalls als Einheit wahrgenommen. Die Menschen erwarten daher, dass verwandte und zusammengehörende Elemente auch in der Gestaltung eine Symbiose eingehen. Was zu weit voneinander entfernt steht, wird nicht miteinander in Verbindung gebracht.

In Bewegung

Bei animierten Objekten gilt: Bewegen sich Elemente in die gleiche Richtung, werden sie von den Betrachtern auch gemeinsam eingeordnet. Diese Gleichzeitigkeit schafft eine Verbindung zwischen ihnen, so dass sie in der Wahrnehmung eine Einheit bilden. Das gilt auch für Elemente, die sich zur selben Zeit verändern. Abgrenzung entsteht dagegen durch Bewegungs- und Veränderungsprozesse, die nicht gleichzeitig, sondern versetzt ablaufen.

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