Elektronisches Papier

15.11.2007
Nicht Bildschirm, nicht Papier, sondern irgendetwas dazwischen: So könnte man elektronisches Papier beschreiben. Zahlreiche Firmen arbeiten am E-Paper - doch wie weit sind sie?

Zeitungsleser und Verleger, Kreative und Werbekunden: Sie alle sollen vom elektronischen Papier profitieren. Das Problem ist nur, dass sich bislang kaum jemand etwas unter diesem Begriff vorstellen kann. Mit Ausnahme der Herstellerfirmen: Sie arbeiten unter Hochdruck an der Entwicklung des elektronischen Papiers. Werden sie damit das "papierlose Büro" einläuten?

So funktioniert das E-Paper

"Elektronisches Papier": Das ist in erster Linie ein Schlagwort für dünne, biegsame Bildschirme und hat damit mehr mit Elektronik als mit Papier zu tun. Beim E-Paper reagieren Farbstoffpartikel einer Kunststoffschicht auf elektrische Spannung. Auf diese Weise ergibt sich ein Bild, das ständig wechseln kann. Obwohl es diese Technik schon länger gibt, hat sie bislang noch nicht den Sprung zum Massenprodukt geschafft. Dennoch sind in jüngster Zeit vermehrt Entwicklungen auf dem Markt des E-Papers zu beobachten. So hat zum Beispiel der britische Hersteller Plastic Logic in eine E-Paper-Fabrik in Dresden investiert. Sie soll ab 2008 produzieren.

Die Vorteile

Elektronisches Papier ist also im Prinzip nichts anderes als ein besonders flacher, flexibler Bildschirm. Im Gegensatz zu stationären Monitoren hat es jedoch einige Vorteile: Es ist kontrastreicher; außerdem sieht der Bildinhalt in jedem Blickwinkel gleich aus. Auch das von Röhrenmonitoren bekannte Flimmern entfällt. E-Paper lässt sich darüber hinaus in vielen Formen herstellen: von der Anzeigenwand bis zum kleinen Display. Doch auch gegenüber dem klassischen Papier sammelt das elektronische Papier Pluspunkte: Es kann ganze Bücher oder umfangreiche Dokumente Platz sparend anzeigen, da einfach "umgeblättert" werden kann. Auf einem elektronischen Papier können darüber hinaus viele Werke gespeichert und bei Bedarf abgerufen werden. Der Inhalt kann sogar verändert werden. Wer Buchstaben schlecht lesen kann, kann die Schriftgröße leicht skalieren. Auch das Suchen wird erleichtert. Nicht zuletzt weist E-Paper eine bessere Umweltbilanz auf als klassisches Papier, bei dem immer wieder neuer Zellstoff benötigt wird.

Die Nachteile

Das E-Paper hatte technisch gesehen lange mit einer relativ schlechten Farbwiedergabe und einem langsamen Seitenwechsel zu kämpfen. Wenn Such- oder andere Funktionen genutzt werden sollen, muss das E-Paper außerdem berührungsempfindlich sein. Der größte Nachteil liegt jedoch in der Handhabung: Papier lässt sich in die Tasche stecken, falten und leicht mitnehmen. Pendler lesen in der Bahn lieber eine konventionelle Zeitung, als ein Display hervorzuholen. Auch am Frühstückstisch wird lieber die Zeitung genutzt als ein elektronisches Medium. Sollen Rechnungen archiviert werden, werden sie oft immer noch auf Papier gedruckt und abgeheftet - schon allein aus rechtlichen Gründen.

Geeignete Anwendungen

Elektronisches Papier hat durchaus seinen Reiz - jedoch nur bei geeigneten Anwendungen. Das papierlose Büro wird auch durch eine mögliche stärkere Verbreitung von E-Paper nicht kommen, solange die Menschen immer noch lieber mit klassischem Papier arbeiten. Vielmehr werden sich elektronisches und klassisches Papier ergänzen. Denn gerade in der kreativen Branche bietet das elektronische Papier neue Möglichkeiten: Beispielsweise für unkonventionelle Werbung. Einige Zeitungsverleger hoffen ebenfalls darauf, dass sich das E-Paper durchsetzt: Dann könnte sich jeder Abonnent seine Zeitung morgens laden, ohne dass teure Druck- oder Vertriebskosten anfallen. Wie bereits erwähnt findet diese Idee bei den Lesern jedoch meist wenig Zuspruch - noch.

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