Eine Frage der Perspektive

12.08.2010
Welche Perspektive taugt für die Bildgestaltung? Wie kann man sie mit Photoshop erzeugen? Tipps für die Wahl des richtigen Blickwinkels

In die Tiefe gehen

Unter dem Oberbegriff "Perspektive" versteht man Möglichkeiten, die einem Objekt auf einer zweidimensionalen Fläche den Eindruck von Räumlichkeit verleihen. Da auf dem Papier, aber auch am Bildschirm, die dritte Dimension fehlt, versucht man sie mit Hilfsmitteln auf das Bild zu bringen. Nach hinten ragende Teile eines Gebäudes werden beispielsweise mit einem Winkel dargestellt. Überschneidungen sorgen dafür, dass das Auge einen Bereich des Bildes als weiter hinten liegend erkennt. Eine Tiefenwirkung kann auch entstehen, wenn Objekte kleiner werden und Größenunterschiede hervortreten. Bewegungs- und Fluchtlinien sowie Schatten steigern den räumlichen Eindruck zusätzlich.

Perspektive in der Fotopraxis

Fotografen wissen: Auf den Standpunkt kommt es an! Die Richtung, in der bei der Aufnahme eines Motivs fotografiert wird, bestimmt die Perspektive. Und dabei muss das Naheliegendste nicht unbedingt das Beste sein. Wer stumpf mit der Kamera auf eine berühmte Kirche hält, bekommt als Resultat ein genauso plattes Bild. Es lohnt sich, ein paar Meter auf die Seite zu treten und zwei Wände sowie eine Ecke des Gebäudes auf das Foto zu bekommen: So wirkt das Gemäuer genauso majestätisch wie in der Realität. Drehen und wenden, strecken und recken: Unerwünschte Objekte bekommt man oft nur durch halbakrobatische Leistungen aus dem Bild. Doch es lohnt sich – plötzlich stehen die Motive für sich und entfalten auch auf einem Foto ihre ganze 3D-Wirkung.

Photoshop hilft

Das perspektivische Zaubermittel in Photoshop heißt Fluchtpunktwerkzeug. Es ist bei den Filtern zu finden. Mit dem Ebenen-Erstellen-Werkzeug – Ebene darf hier nicht mit den üblichen Ebenen verwechselt werden! – erzeugt man eine perspektivisch korrekte Ebene. Man setzt vier Punkte, die die räumliche Flucht darstellen. Anhand dieser Punkte erstellt die Software ein Raster. Dabei gibt Photoshop schon erste Hinweise, ob man ordentlich gearbeitet hat: Ein funktionsfähiges Raster wird blau dargestellt, ein halbwegs taugliches gelb und ein unbrauchbares rot. In den letzten beiden Fällen zieht man sich das Raster mit der Maus zurecht.

An die Werkzeuge, fertig, los!

Nachdem das korrekte Raster steht, kann man sich mit den Werkzeugen ans Bearbeiten des perspektivischen Motivs machen. Als Beispiel kann das Stempelwerkzeug dienen, das seine Duplikate blickwinkelgenau ins Bild bringt. Auch das Drauflosmalen mit dem Pinsel sollte man einfach ausprobieren. Die Werkzeuge, die im Fluchtpunkt-Modus zur Verfügung stehen, finden sich im Photoshop-Dialogfenster an der linken Seitenleiste.

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