Ein Tag ohne Computer

29.03.2007
Beim "Shutdown Day" sollten alle Menschen weltweit einen Tag auf den Computer verzichten - der Versuch zeigte, wie abhängig wir bereits vom Computer sind...

Am vergangenen Wochenende wollte eine Gruppe von Computerfans herausfinden, was passiert, wenn alle Menschen einen Tag ohne Computer auskommen müssten. Beim weltweit größten Versuch, dem "Shutdown Day", riefen sie dazu auf, einen Tag ohne Rechner zu verbringen. Das Ergebnis: Einige konnten - meist aus beruflichen Gründen - gar nicht darauf verzichten. Der Aufruf machte jedoch bewusst, wie sehr die Technologie bereits Einzug ins tägliche Leben gehalten hat und wie abhängig viele schon vom Computer sind.

Einen Tag offline

Es erinnert an den Spruch "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin", der in den 70-er Jahren in Mode war. Heute richtet sich die Leidenschaft der Teens und Twens auf ein anderes Objekt - den Computer. Deshalb fragten jetzt einige Computerfans ganz provokant "Kannst du 24 Stunden ohne Computer überleben?" und initiierten am vergangenen Wochenende (24. März) den "Shutdown Day" getreu dem Motto "Stell dir vor es gibt ein Internet und keiner geht hinein". Wenn es nach den Aktivisten gegangen wäre, hätte daraus ein Massenboykott entstehen können. Sie wählten deshalb bewusst einen Samstag, damit auch Firmen und arbeitende Menschen teilnehmen können. Natürlich wurden am 24. März nicht alle Computer abgeschaltet. Und das zeigte: Ein Leben ohne Computer ist heute  kaum noch möglich. Wie kann man an der Kasse bargeldlos bezahlen, wie Bargeld am Automaten ziehen, wie sich über das Weltgeschehen informieren?

Bewusst werden

Ganz andere Probleme plagten die Jugendlichen, die im Forum der Aktions-Website angaben, was sie stattdessen an diesem Tag machen möchten. Michael Taylor, einer der Initiatoren, will und kann gar nicht mehr auf den Rechner und das Internet verzichten, weil er seine Freunde lieber im Chat als persönlich trifft. Andere, wie Phil, können nicht auf den Computer verzichten, weil sie daran arbeiten müssen: Platten auflegen, Hausaufgaben machen, Studienarbeiten schreiben - Dinge, die heutzutage am Rechner erledigt werden. Der "Shutdown Day" sei aber, so Michael Taylor, keine Initiative gegen den Computer, sondern der Tag solle zum Reflektieren und zur Erinnern einladen, dass es noch andere Dinge als den Rechner gibt. Und, so die Macher auf ihrer Website, "es ist zweifellos einfacher, dies an einem Tag zu machen, an dem auch alle anderen auf den Computer verzichten, statt damit zu chatten und Instant Messages zu verschicken." Deshalb sollte der "Shutdown Day" auch nur eine  Anregung sein für die Suche nach Alternativen zum Umgang mit dem Computer.

Alternativen

Was also taten die über 50.000 Teilnehmer, die auf der Website des "Shutdown Day" ihre Zusage gaben, einen Tag den Computer aus zu lassen? "Den Tag mit Freunden verbringen", "ein Buch lesen" oder "Abhängen und rausgehen" waren die meisten Vorschläge. Nutzer webdiverblue wollte sogar einfach mal abwarten, wer anruft, weil er auch am Abschalttag teilnimmt und was unternehmen will. Weitere Tipps des Shutdown-Forums zur Freizeitgestaltung, wie Rad fahren, Reifen wechseln, ans Meer fahren und in der Stadt bummeln, mussten wegen des schlechten Wetters wahrscheinlich ausfallen. Zur Motivation wurde sogar auf Bill Gates verwiesen, der seinen eigenen Kindern eine Computer-freie Zeit vorschreibt. Als Ergebnis hat der 24. März und die Initiative rund um den "Shutdown Day", gezeigt, wie wichtig der Rechner in der heutigen Zeit für die Arbeit und viele weitere Bereiche des täglichen Lebens geworden ist. Ob er wirklich unersetzbar ist, das werden vielleicht am nächsten Abschalttag noch mehr Teilnehmer im Selbstversuch herauszufinden versuchen.

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