Doppler-Effekt

19.12.2013
Wenn was dazwischen kommt, dann wird die Brennweite länger

Muss es immer gleich ein neues Objektiv sein? Erst zu teuer und dann auch noch zu schwer. So manches kann doch eigentlich auch ein Konverter erledigen. Den Kontostand freut das, aber ist die Freude auch noch da, wenn man die Dateien dann später am Bildschirm betrachtet? Schauen wir uns genau an, wo sich Konverter lohnen.

Vier mal zwei macht...

 Quelle: Canon


Der klassischste aller Konverter ist die 2-fach-Ausführung. Die Brennweite verdoppelt sich, dafür wird das Objektiv zwei Blendenstufen lichtschwächer. Da die Mindestentfernung gleich bleibt, steigt auch der maximale Vergrößerungsmaßstab an. Unglücklicherweise vergrößern sich aber auch die Abbildungsfehler im Nahbereich bei diesen üblicherweise auf unendlich korrigierten Objektiven. Und eben nicht nur da. Für Weitwinkel-Optiken sind Konverter meist ungeeignet, aber auch im Zoombereich sind sie eher mit Vorsicht zu genießen. So bleibt die Hauptanwendung bei Telefestbrennweiten. Wer schon ein 2,8/300 mm besitzt, schleppt mit einem Konverter deutlich weniger Ballast mit sich herum als mit einem zweiten 5,6/600-Objektiv.

Zu dunkel zum Scharfstellen?

Ist der 2-fach oder 1,4-fach Konverter bereits bei der Konstruktion des Objektives berücksichtigt und dieser nur auf wenige Brennweiten optimiert, dann kann das wirklich was werden, doch bei Feld-, Wald- und Wiesenkonvertern heißt es, vorsichtig zu sein. Gerade bei lichtschwächeren Objektiven kann es Probleme mit dem Autofokus geben, der sich je nach Kamera bei Offenblenden um 6,3 abschaltet. Lustigerweise funktioniert er oft trotzdem, wenn der Konverter die Blendeninformation gerade nicht weitergibt und die Kamera gar nicht weiß, wie lichtschwach die Optik ist. Allerdings ist bei Blende 8 der Sucher dann auch oft so dunkel, dass der Spaß beim Fotografieren merklich leidet.

Gute Vorsätze?

 Quelle: Sony


Man kann das Thema Konverter auch mit guten Vorsätzen angehen. Eigentlich wurden die seinerzeit für Kameras entwickelt, die nicht über die Möglichkeit verfügen, die Optik zu wechseln. Was Hersteller wie Panasonic, Olympus und Sony geritten hat, solche Lösungen auch für Systemkameras mit Bajonett zu offerieren, lässt sich wohl eher mit Zielgruppenmarketing und Preisdruck als mit optischen Überzeugungen der Entwicklungsabteilung begründen. Bei Festbrennweiten haben klassische Makro-Nahlinsen eine lange Tradition und bisweilen hohe optische Güte, aber weite Winkel sind eben doch etwas für Weitwinkelobjektive als für Vorsatzlinsen, wenn es für mehr als den Facebook-Selfie reichen soll.

Stärker statt schwächer

Aber es gibt noch eine exotischere Variante, die Objektive sogar lichtstärker machen kann. Mit dem Metabones Speed Booster lassen sich beispielsweise Canon EOS-Objektive an einer Sony NEX betreiben. Dabei geht via Linsensystem die Brennweite zurück und die Lichtstärke steigt sogar um eine Blende an. Quasi ein umgedrehter Telekonverter. Durch den Crop-Faktor gleicht sich der Brennweitenverlust wieder aus, aber der Lichtstärkegewinn bleibt. Quasi ein Objektivadapter mit Lichtfängerqualitäten. Tja, wenn nicht auch hier wieder der Verlust an Leistung gerade in den Randbereichen die Freude im wahrsten Sinne es Wortes trüben würde.

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