Digitaldruck im Überblick

02.08.2018
Welche Digitaldrucktechnologie ist die beste? Das fragen sich nicht nur Fachleute. Auch zu Hause steht man vor der Wahl: Tintenstrahl oder Toner? Für Druckereien lautet die Frage Inkjet oder Elektrofotografie – unter anderem.

Egal, um welche Digitaldrucktechnologie es geht: Das Drucken der Daten erfolgt direkt. Im Gegensatz dazu muss man beim Offset- und meistens auch beim Siebdruck vor dem eigentlichen Druckprozess eine Platte oder einen Film belichten, um das Motiv auf den Bedruckstoff zu übertragen. Für Digitaldrucktechnologien gibt es deswegen den Ausdruck „Verfahren ohne Druckform“, im Englischen NIP – non impact printing.

Der Digitaldruck ist perfekt für Einzel- und kleine Auflagen. Auch das Personalisieren von Aufträgen rechnet sich. Die Produktionszeiten sind kurz. Am wichtigsten sind der Inkjetdruck und die Elektrofotografie, die trotz der Gemeinsamkeit vollkommen anders funktionieren.

Elektrofotografie

Die Elektrofotografie ist landläufig unter dem Begriff Tonerdruck bekannt. Sie lässt sich in die fünf Prozessschritte Bebilderung, Einfärbung, Tonerübertragung, Tonerfixierung und Reinigung einteilen.

Bevor das digital vorliegende Motiv auf den Bedruckstoff trifft, wird es bei der Elektrofotografie erst auf eine sogenannte Trommel übertragen. Es macht sozusagen einen kleinen Umweg. Die Oberfläche der Trommel ist mit einem Fotohalbleiter beschichtet. Mit Laser- oder LED-Licht belichtet, überträgt man die zu druckenden Motive. Die belichteten Flächen werden mit Toner eingefärbt.

Anschließend wird dieses Tonerbild von der Fotoleitertrommel elektrostatisch auf den Bedruckstoff übertragen. Das kann direkt das Papier sein oder auch ein Zwischenträger. Abschließend muss die Farbe bei Trockentonern durch Hitze auf dem Papier fixiert werden. Um die Trommel auf den nächsten Druck vorzubereiten, wird sie sofort gereinigt.

Digitaldruck erfolgt bei LASERLINE unter anderem mit der Xerox Igen 3 Docucolor. Quelle: Xerox

Toner bei der Elektrofotografie

Die Elektrofotografie nutzt je nach Drucksystem unterschiedliche Toner. Die Xerox iGen3 und die Kodak Nexpress 2100 setzen festen Toner ein, während die HP Indigo 5000 Flüssigtoner verwendet. Mit diesen drei Digitaldrucksystemen druckt auch LASERLINE. Fester Toner wird nach dem Farbauftrag fixiert, während flüssiger Toner während des Drucks fixiert wird.

Beide Tonerarten haben ihre Vorteile: Die Farbpartikel im Flüssigtoner sind in einer Transferflüssigkeit dispergiert. Daher sind sie besonders klein, die Druckqualität ist hoch. Die Ergebnisse sind mit denen des Offsetdrucks vergleichbar. Außerdem ist der Flüssigtoner mischbar: Mit speziellen Mischstationen lassen sich auch Sonderfarben erzeugen.

Trockentoner für den Farbdruck besteht in der Regel aus zwei Komponenten: den Träger- und Farbpartikeln. Die Trägerpartikel übernehmen die elektrische Ladungsaufnahme. Moderne Toner wie der von Xerox chemisch hergestellte EA-Toner hat gleichmäßig geformte Farbpigmente, die ebenfalls eine sehr gute Druckqualität erzeugen. Umweltbewusste schätzen außerdem am Digitaldruck mit Trockentoner, dass sich die Drucksachen besser recyceln lassen.

Im Inkjet-Verfahren wird die Farbe direkt auf den Bedruckstoff aufgespritzt, wie mit der Roland Soljet PRO III Quelle: Roland

Inkjetdruck

Ohne Umwege gelangt das Motiv beim Inkjetdruck auf Papier, Folie oder Acrylglas. Die Tintentropfen werden dabei aus feinen Düsen herausgeschossen. Vor allem für große Formate ist das Verfahren beliebt. Auch LASERLINE produziert im LFP-Bereich mit Inkjetdruckern.

Waren zu Anfang mit Cyan, Magenta, Yellow und Key/Schwarz (CMYK) nur vier Farben verfügbar, gibt es mittlerweile mehr Spielraum. Weit verbreitet ist die Kombination von CMYK mit einem Light-Cyan und einem Light-Magenta.

In der Fotodruckbranche sind es oft drei Schwarz- beziehungsweise Grautöne, die feine Farbnuancen ermöglichen. Außerdem sind heutzutage variable Tropfengrößen Standard, sodass sich große Farbräume ergeben. Farbsysteme wie Pantone, HKS, RAL lassen sich optimal wiedergeben.

Unterschiedliche Tinten

Der Fachmann entscheidet sich abhängig vom Einsatzzweck und vom Druckmedium für eine bestimmte Tinte und die darauf abgestimmte Druckmaschine. Im Wesentlichen gibt es die wasserbasierten Farbstofftinten und die Pigmenttinten.

Die Pigmentfarben sind in Wasser oder Lösemittel gelöst. Eine spezielle Variante ist die UV-härtende Tinte. Des Weiteren gibt es die sogenannten HP-Latextinten. Prinzipiell kann man sagen: Pigmenttinten halten länger als Farbstofftinten. Und lösemittelbasierte Tinten sind farbbeständiger als wasserbasierte.

Die UV-härtenden Tinten sind für den Plattendruck ideal. Die anderen Tinten eignen sich vor allem für Papiere und Folien.

Besonderheit Textilien

Besonders vielfältig ist der Textildruck. Es ist zum Beispiel ein Unterschied, ob man eine Werbefahne, ein T-Shirt oder Meterware bedruckt. Abhängig von der Anwendung gibt es unterschiedliche Erwartungen an Haptik, Waschbarkeit und UV-Beständigkeit.

Klassische Textiltinten sind Reaktiv-, Acid-, Dispersions- und Dye-Sublimationstinten. Man kann Textilien direkt oder indirekt bedrucken. Beides sind digitale Verfahren.

Indirekt bedeutet, dass man spiegelverkehrt auf einen Transferträger, oft Papier, druckt. Das Motiv wird dann in einem zweiten Schritt auf das Textil übertragen.

 

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