Die Vielfalt des Papiers

07.04.2011
Grammatur, Oberfläche, Haptik: Kein Bedruckstoff ist wie der andere. Wie findet man sich in der Vielfalt der Papierwelt zurecht?

Gestrichen und ungestrichen

 Quelle: Semen Grinberg Pixelio


Ein Merkmal, nach dem sich Papiere unterscheiden, ist der Strich. Ungestrichene Papiere (auch „uncoated“ genannt) tragen keinen solchen Strich. Gestrichene Papiere („coated“) werden mit einem Strich versehen. Dazu läuft das Papier durch eine Streichmaschine. Die Streichmasse, die auf das Papier aufgebracht wird, besteht aus Bindemitteln und Pigmenten. So behandelte Papiere wirken edler und lassen sich besser bedrucken. Ungestrichene Papiere, die auch als Naturpapiere bezeichnet werden, haben dagegen einen ursprünglicheren Charakter und kommen eher für Massendrucksachen wie Briefpapier in Frage. Wird das Papier nach dem Streichen durch einen Gusszylinder geführt, so spricht man von gussgestrichenem Papier. Es ist besonders glatt und hochwertig, aber auch teurer.

Technische Merkmale

 Quelle: birgitH Pixelio


Volumen, Grammatur, Opazität und Weißegrad: Auch mit bloßen Zahlen lassen sich Papiere unterscheiden. Die Grammatur, auch Flächengewicht genannt, gibt an, wie viel das Papier wiegt. 80 g/qm bedeutet dementsprechend, dass das Papier pro Quadratmeter 80 Gramm schwer ist. Das Volumen setzt diese Größe ins Verhältnis zur Bogendicke. 1.000 Bogen eines 80 g/qm schweren Papiers haben das Volumen 1, wenn die Bogenhöhe 8 Zentimeter beträgt. Ist der Stapel 12 Zentimeter hoch, handelt es sich um ein Papier mit 1,5-fachem Volumen. Je höher das Volumen ist, desto fester fühlt sich das Papier an, obwohl das Gewicht unverändert bleibt. Der Weißgrad gibt dagegen an, in welchem Maß der Bedruckstoff das weiße Licht reflektiert. Ein weiteres Merkmal ist die Opazität: Sie gibt an, wie lichtundurchlässig das Papier ist. Bei einem beidseitig bedruckten Plakat beispielsweise darf die Vorder- auf die Rückseite nicht durchscheinen.

Persönliche Vorlieben

 Quelle: JMG Pixelio


Eine wichtige Rolle bei Papieren spielen persönliche Vorlieben. Fühlt sich ein Papier angenehm an? Soll die Oberfläche strukturiert sein? Bevorzugt man ein Naturpapier oder soll es ein farbiger Bedruckstoff sein? Der Einfallsreichtum der Papierhersteller ist bezüglich der Charakteristik ihrer Produkte schier endlos. Immer jedoch muss das Papier zum Auftrag passen – sowohl zum Druckverfahren, dem Produkt als auch zu der Botschaft, die mit dem Bedruckstoff vermittelt werden soll. Hochwertige Produkte werden besser auf hochwertigem Papier angepriesen; geht es um Nachhaltigkeit, greift man eher zu einem Recyclingpapier. Ebenfalls zu bedenken ist, dass die Portokosten bei Mailings oder anderen Postsendungen steigen, je schwerer das Papier ist.

Papier oder Karton?

 Quelle: birgitH Pixelio


Häufig spricht man nicht einfach von Papier, sondern von Bilderdruckpapier, Kunstdruckpapier und ähnlichem. Bilderdruckpapiere sind immer gestrichen und bewegen sich in einer Gewichts-Bandbreite von etwa 70 bis 170 g/qm. Noch hochwertiger hinsichtlich des Strichs sind Kunstdruckpapiere. Der Begriff wird aber oft als Synonym zum Bilderdruckpapier verwendet. Für Bücher setzt man häufig Werkdruckpapiere ein. Ihr Volumen ist besonders hoch und die Grammatur liegt in der Regel zwischen 80 und 90 g/qm. Karton besteht dagegen meist aus mehreren Lagen Papier und hat mindestens eine Grammatur von 150 g/qm. Auch hier unterscheidet man verschiedene Sorten wie Chromokarton mit ein- oder beidseitigem Strich oder Karteikarton zur Herstellung von Karteikarten.

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